Hallo zusammen,
ich habe mal folgende Frage: Wovon hängt es ab, wann Medikamente
einzunehmen sind?
Ich meine mich z.B. zu erinnern, dass das Trinken von Alkohol dazu
führt, dass die Wirkstoffmenge des Medikaments im Blut erhöht wird.
Oder
war es so rum, dass die Einnahme von Medikamenten dazu führt, dass die
Alkoholkonzentration im Blut erhöht wird (->Autofahren)?
Davon mal abstrahiert: Wirkt ein Medikament weniger, wenn ich es erst
nach einer üppigen Mahlzeit nehme?
Beste Grüße,
Ralf
Medizin
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Ralf Panes schrieb:
> Hallo zusammen,
Hallo Ralf,
> ich habe mal folgende Frage: Wovon hängt es ab, wann Medikamente
> einzunehmen sind?
Klarer Fall von kdf, kommt draf an. Grundsätzlich: Das Studieren des
Beipackzettels oder alternativ die Nachfrage beim Arzt/Apotheker schafft
Klärung!
> Ich meine mich z.B. zu erinnern, dass das Trinken von Alkohol dazu
> führt, dass die Wirkstoffmenge des Medikaments im Blut erhöht
wird. Oder
> war es so rum, dass die Einnahme von Medikamenten dazu führt, dass
die
> Alkoholkonzentration im Blut erhöht wird (->Autofahren)
Die Menge des Alkohols ist fix, du wirst nicht mehr Alkohol im Blut
haben weil du Medikamente nimmst, aber die Verstoffwechselung ist
anders, eventuell ist die gefühlte Wirkung stärker. Ist aber wieder
ein
Fall von kdf.
> Davon mal abstrahiert: Wirkt ein Medikament weniger, wenn ich es erst
> nach einer üppigen Mahlzeit nehme?
Ich verweise noch einmal auf den Beipackzettel. Es gibt nicht "das"
Medikament. Es gibt die merkwürdigsten Interaktionen, die typischsten
sind etwa das einige Antibiotika nicht mit Milch eingenommen werden weil
das Calcium darin die Aufnahme behindert oder L-Thyroxin
(Schildrüsenhormon) das 30min vor oder 180min nach dem Essen eingenommen
werden muss um die volle Wirkung zu garantieren. Auch Grapefruitsaft
z.B. kann verschiedene Medikamente beeinflussen.
Trotzdem, es bleibt dabei das die Mengen der Wechselwirkungen schier
unermesslich sind, falls du konkret etwas wissen willst müsstest du
danach fragen.
Gruß, Nils
> Klarer Fall von kdf, kommt draf an. Grundsätzlich: Das Studieren des
> Beipackzettels oder alternativ die Nachfrage beim Arzt/Apotheker schafft
> Klärung!
Ja, das sowieso immer! Ist eigentlich mehr aus akademischem Interesse.
Okay, also mal unabhängig medikamenten-spezifischer Wechselwirkungen:
Gelangen Stoffe im Allgemeinen schneller ins Blut, wenn der Magen leer
ist? Kann man das so sagen?
Wie ist das beim Alkohol? Wird die Wirkung des Medikamentes eventuell
verstärkt, d.h. verändert der Alkohol die Resorptionsfähigkeit
der
Zellen? Oder wirkt das Medikament (generell) gleich, und der
"gefühlte"
Alkohol ist stärker, warum??
Gibt es weitere allgemeinen Aussagen, die man formulieren kann?
Vielen Dank,
Ralf
Hallo!
Ralf Panes schrieb:
> Okay, also mal unabhängig medikamenten-spezifischer Wechselwirkungen:
> Gelangen Stoffe im Allgemeinen schneller ins Blut, wenn der Magen leer
> ist? Kann man das so sagen?
Nein, so ganz allgemein kann man das nicht sagen, da viele Medikamente,
die man z.B. in Form von Tabletten schluckt, gar nicht im Magen, sondern
im Dünndarm resorbiert werden. Die Aufnahmegeschwindigkeit hängt
sicherlich bei vielen Medikamenten davon ab, ob man sie auf nüchternen
Magen einnimmt oder im Rahmen einer üppigen Mahlzeit. Oftmals kommt es
aber auch sehr darauf an, WAS man gegessen hat; es wurde schon als
Beispiel erwähnt, daß z.B. Milchprodukte die Aufnahme bestimmter
Antibiotika hemmen können. Weiterhin werden bestimmte Nahrungsmittel
schneller im Magendarmtrakt transportiert als andere usw.usf.
> Wie ist das beim Alkohol? Wird die Wirkung des Medikamentes eventuell
> verstärkt, d.h. verändert der Alkohol die
Resorptionsfähigkeit der
> Zellen? Oder wirkt das Medikament (generell) gleich, und der
"gefühlte"
> Alkohol ist stärker, warum??
Auch hier gibt es keine allgemeingültigen Regeln, aber ein paar
Mechanismen sind häufiger als andere. Alkohol hat gewisse -
dosisabhängige - Wirkungen auf den Organismus: Sedierung,
Blutdrucksenkung usw. Wenn nun Alkohol gemeinsam mit einem Medikament
eingenommen wird, das z.B. ebenfalls eine leicht sedierende
(Neben-)Wirkung hat, kann es sein, daß sich die Effekte des Alkohols und
des Medikamentes gegenseitig verstärken, teilweise überadditiv, d.h.
die
Gesamtwirkung ist stärker als die "summierten" Einzelwirkungen.
Wenn Alkohol und ein Medikamentenwirkstoff vom Körper auf ähnliche /
gleiche Weise verstoffwechselt werden, konkurrieren sie um die - oft
begrenzt vorhandenen - Abbauenzyme (meist in der Leber); somit wird der
Abbau verlangsamt und die Dauer / Intensität der Wirkung (ggf.auch der
Nebenwirkungen!) erhöht.
Andererseits kann z.B. chronischer Alkoholkonsum dazu führen, daß
vermehrt abbauende Enzyme von der Leber hergestellt werden, so daß
Alkoholiker bei vielen Medikamenten deutlich höhere Dosen brauchen, um
"normale" Wirkdauern und Wirkstärken zu erreichen.
> Gibt es weitere allgemeinen Aussagen, die man formulieren kann?
Es gibt ein paar allgemeine Aussagen, die aber etwas komplexer sind. Die
Wissenschaft, die sich damit beschäftigt, heißt Pharmakologie (nicht
zu
verwechseln mit Pharmazie!), und wenn Du sehr daran interessiert bist,
kannst Du ja z.B. in einer öffentlichen Bibliothek mal ein Blick in ein
Pharmakologie-Lehrbuch werfen. Interessant sind vor allem die
allgemeinen Kapitel über Pharmakokinetik und Pharmakodynamik.
Ein Anfang findet sich auch hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Pharmakologie
http://de.wikipedia.org/wiki/Pharmakokinetik
http://de.wikipedia.org/wiki/Pharmakodynamik
Grüße,
Vlado
>> Gibt es weitere allgemeinen Aussagen, die man formulieren kann?
> Es gibt ein paar allgemeine Aussagen, die aber etwas komplexer sind. Die
Mal ganz nebenbei: Kann man denn sagen, dass Medikamente schlechter
wirken, wenn die Person unter Durchfall leidet? Die Resorptionszeit im
Dünndarm ist ja wahrscheinlich geringer..
Oder spielt hier auch eine Resorption im Magen eine Rolle?
Grüße,
Bettina
Bettina Wendt wrote:
>Mal ganz nebenbei: Kann man denn sagen, dass Medikamente schlechter
>wirken, wenn die Person unter Durchfall leidet? Die Resorptionszeit im
>Dünndarm ist ja wahrscheinlich geringer..
>Oder spielt hier auch eine Resorption im Magen eine Rolle?
Die Resorption im Magen spielt bei einigen Medikamenten eine Rolle.
Es gibt auch zahlreiche Medikamente, die bereits im Mund resorbiert
werden. Andererseits gibt es welche, die eine magensaftresistente
Hülle haben und sich erst im Dünndarm auflösen.
Norbert