Medizin

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Chem. Substanzen im Auge

Author: Marc Riepenschneider

Hi,
gestern hatte ich "Spass":

Ein Spritzer Klarspüler der Spülmaschine gelangte
ins Auge.

Nach intensivem Spülen ab zur Notarztpraxis.

Nach Anfahrt, Anmeldung und Warten waren gut 30 min
vergangen.

Da blafft mich der Doc doch an: "Da hätten Sie sofort
kommen müssen."

Hat noch den ganzen Tag weh getan - heute ist aber wieder alles OK.

Meine Frage: Wenn einem etwas noch wesentlich
schlimmeres ins Auge gerät (Säure, etc. - kann man sowas ausspülen?)
und man im besten Fall nach - sagen wir mal - 20 min
(und das ist ja nun shcon sehr optimistisch) auf dem Behandlungstisch
sitzt - ist denn da überhaupt noch was zu machen?

Oder anders gefragt: Wie muss eine Sofort-Selbsthilfe aussehen,
wenn ätzende Flüssigkeiten ins Auge gelangen?

Gruß
Marc




Chem. Substanzen im Auge

Author: Sebastian Reinecke

Marc Riepenschneider schrieb:

> Oder anders gefragt: Wie muss eine Sofort-Selbsthilfe aussehen,
> wenn ätzende Flüssigkeiten ins Auge gelangen?

Du hast dich genau richtig verhalten. Bei allen Reizstoffen im Auge ist
sofortiges und großzüges Spülen Behandlung der Wahl.

Wenn es sich um eine ätzende Flüssigkeit handelt, ruft man zusätzlich
den Rettungsdienst. Der kann zwar außer Spülen auch nicht viel tun,
kommt aber schneller vorwärts und fährt mit Voranmeldung ins richtige
Krankenhaus, wo dann schon ein Augenarzt auf dich wartet. So wäre es
zumindest in einer perfekten Welt. :-)

Sebastian


Chem. Substanzen im Auge

Author: Gabriele Conrad

Hartmut Mühlenbein wrote:

> Marc Riepenschneider schrieb:
>> Hi,
>
> [snip]
>
>> Oder anders gefragt: Wie muss eine Sofort-Selbsthilfe aussehen,
>> wenn ätzende Flüssigkeiten ins Auge gelangen?
>
>
http://www.google.de/search?hl


Chem. Substanzen im Auge

Author: Dirk Geiger

Marc Riepenschneider wrote:

>Ein Spritzer Klarspüler der Spülmaschine gelangte
>ins Auge.
Unangenehm...
>
>Nach intensivem Spülen ab zur Notarztpraxis.
>
>Nach Anfahrt, Anmeldung und Warten waren gut 30 min
>vergangen.
>
>Da blafft mich der Doc doch an: "Da hätten Sie sofort
>kommen müssen."
Das war hoffentlich kein Augenarzt... Was Du gemacht hast entspricht
fast genau den Betriebsanweisungen und Sicherheitsdatenblättern zu
Klarspülern (und vielen anderen "augenschädlichen" Substanzen):
Ausgiebig spülen, mit steriler Gaze verbinden, Facharzt konsultieren.

Wenn man bei gefährlichen Substanzen nicht sofort ausgiebig spült, ist
man blind, bis man beim Arzt ankommt. Ein schnelles und vollständiges
Beenden der Einwirkung der schädigenden Substanz hat absolute
Priorität - z.B. bei Natronlauge entscheiden die Sekunden bis man
beginnt zu Spülen und die Minuten die man es aufrecht erhält, darüber
ob man in Zukunft ein Glasauge trägt.

>Hat noch den ganzen Tag weh getan - heute ist aber wieder alles OK.
Was - auch wenn der Arzt Dich erschreckt haben mag - nicht anders zu
erwarten war. Normaler Klarspüler enthält ein paar Tenside, etwas
Isopropanol und Zitronensäure - nichts was bei kurzer Einwirkung
bleibende Schäden verursacht.

>Meine Frage: Wenn einem etwas noch wesentlich
>schlimmeres ins Auge gerät (Säure, etc. - kann man sowas ausspülen?)
>und man im besten Fall nach - sagen wir mal - 20 min
>(und das ist ja nun shcon sehr optimistisch) auf dem Behandlungstisch
>sitzt - ist denn da überhaupt noch was zu machen?
In vielen Fällen: ja.

>
>Oder anders gefragt: Wie muss eine Sofort-Selbsthilfe aussehen,
>wenn ätzende Flüssigkeiten ins Auge gelangen?
Sofort mit irgendwas grob spülen - falls kein Wasserhahn direkt vor
Ort ist, nimm was zur Hand ist (Mineralwasser, Blumenwasser,
Regentonne, Pfütze etc.) - hauptsache Du verdünnst die ätzende
Substanz so schnell wie möglich. Ab an den Wasserhahn: diesen weit
aufdrehen, das Auge mit den Fingern weitestmöglich offenhalten (bei
starken Schmerzen sollte das, falls vorhanden, ein Helfer übernehmen)
und vom nicht betroffenen Augen weg (das Betroffene unten!) kräftig
und anhaltend mit kühlem Wasser spülen (>>10 min). Den Rettungsdienst
benachrichtigen, wenn man einen Helfer herbeischreiben konnte, soll
der das übernehmen und evtl. auch gleich eine Giftzentrale anrufen;
Arzte wissen bei Unfällen mit giftigen oder ätzenden Substanzen oft
nicht bescheid, sind sich aber zu fein, sich selbst zu erkundigen
(außerdem kann die Giftzentrale in vielen Fällen auch gleich
Entwarnung geben). Bei all dem kontinuierlich weiterspülen - manche
ätzenden Substanzen dringen in kurzer Zeit tief ins Gewebe ein; man
benötigt dann eine lange Zeit um auf voller Tiefe wieder an den
Neutralpunkt zu gelangen.

Grusz,
Dirk


Chem. Substanzen im Auge

Author: "Goggolori"

In news:j2b3s396cl3btigb9e2v8c3khr8ksnvreu@4ax.com,
Marc Riepenschneider typed:
> Hi,
> gestern hatte ich "Spass":
>
> Ein Spritzer Klarspüler der Spülmaschine gelangte
> ins Auge.
>
> Nach intensivem Spülen ab zur Notarztpraxis.
>
> Nach Anfahrt, Anmeldung und Warten waren gut 30 min
> vergangen.
>
> Da blafft mich der Doc doch an: "Da hätten Sie sofort
> kommen müssen."
>
> Hat noch den ganzen Tag weh getan - heute ist aber wieder alles OK.
>
> Meine Frage: Wenn einem etwas noch wesentlich
> schlimmeres ins Auge gerät (Säure, etc. - kann man sowas ausspülen?)
> und man im besten Fall nach - sagen wir mal - 20 min
> (und das ist ja nun shcon sehr optimistisch) auf dem Behandlungstisch
> sitzt - ist denn da überhaupt noch was zu machen?
>
> Oder anders gefragt: Wie muss eine Sofort-Selbsthilfe aussehen,
> wenn ätzende Flüssigkeiten ins Auge gelangen?
>


...mir ist vor vielen Jahren eine größere Menge Lötwasser in die Augen
gespritzt (Arbeitsunfall). Man war auf solche Vorfälle eingerichtet, es
wurde sofort mit viel Wasser gespült und dann gings sofort zum Augenarzt
welcher mich ohne dass ich warten mußte behandelte. Die Sache ist für mich
ohne Folgen geblieben...

MfG Goggolori


Chem. Substanzen im Auge

Author: Winfried

On 24 Feb., 19:44, Gabriele Conrad wrote:
> Hartmut M