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Sprachproleme bei Kindern

Author: Nicole Merx

Hallo,
mein Neffe (3 Jahre) hat wahnsinnige Probleme beim Sprechen. Er kann
viele Buchstaben nicht richtig aussprechen und ist f




Sprachproleme bei Kindern

Author: "P.Teubner"

Nicole Merx schrieb:
> Hallo,
> mein Neffe (3 Jahre) hat wahnsinnige Probleme beim Sprechen. Er kann
> viele Buchstaben nicht richtig aussprechen und ist für Leute, die
> nicht täglich Kontakt mit ihm haben, kaum zu verstehen. Selbst für
> seine Familie bedeutet das meist zu raten was er sagen will. Besonders
> andere Kinder verstehen ihn so gut wie gar nicht. Daher hat er auch
> Probleme im Kindergarten und findet häufig keinen Anschluss an die
> Gruppe. Das scheint ihn wohl so stark unter Stress zu setzten dass er
> anfängt zu stottern und nicht mehr in den Kindergarten möchte. Der
> Kinderarzt sagte er müsse mindestens 4 Jahre alt sein bevor er ihm
> eine Überweisung zum Sprachtherapeuten schreibt und dass die Ärzte
> vorher auch nicht mit ihm arbeiten würden. Die Krankenkasse gibt zwar
> an dass es auch Ärzte gibt die schon vorher mit ihm arbeiten würden,
> besteht aber auf eine Überweisung vom Kinderarzt.
> Daher würde ich gerne wissen ob er wirklich 4 sein muss bevor er Hilfe
> bekommt oder ob es da Mittel und Wege gibt wie er schon vorher in
> Behandlung kommt, da die Probleme die er hat ja nicht weniger werden.
Du schreibst in bestem Hochdeutsch. Wie sieht es im Umfeld des
Neffen aus.
Was wird dort gesprochen. Es soll Gegenden geben, da verstehen
sich die Leute in zwei Nachbardörfern gegenseitig nicht, wegen
ihrer ausgeprägten Mundart.
Den Sprachtherapeuten kann man sich vorerst sparen, wenn man mit
dem Kind richtig spricht. Sollte das nicht fruchten, hat der
Kinderarzt die Entscheidung.

Aus "Ingo, mach´ de Mäh ma´ ei" würde ich anfangs auch nicht
schlau werden. Auf Hochdeutsch "Ingo streichle das Schaf."

Patrick


Sprachproleme bei Kindern

Author: "Lars Braesicke"

Nicole Merx schrieb:
> Hallo,
> mein Neffe (3 Jahre) hat wahnsinnige Probleme beim Sprechen. Er kann
> viele Buchstaben nicht richtig aussprechen und ist für Leute, die
> nicht täglich Kontakt mit ihm haben, kaum zu verstehen. Selbst für
> seine Familie bedeutet das meist zu raten was er sagen will. Besonders
> andere Kinder verstehen ihn so gut wie gar nicht. Daher hat er auch
> Probleme im Kindergarten und findet häufig keinen Anschluss an die
> Gruppe. Das scheint ihn wohl so stark unter Stress zu setzten dass er
> anfängt zu stottern und nicht mehr in den Kindergarten möchte. Der
> Kinderarzt sagte er müsse mindestens 4 Jahre alt sein bevor er ihm
> eine Überweisung zum Sprachtherapeuten schreibt und dass die Ärzte
> vorher auch nicht mit ihm arbeiten würden. Die Krankenkasse gibt zwar
> an dass es auch Ärzte gibt die schon vorher mit ihm arbeiten würden,
> besteht aber auf eine Überweisung vom Kinderarzt.
> Daher würde ich gerne wissen ob er wirklich 4 sein muss bevor er Hilfe
> bekommt oder ob es da Mittel und Wege gibt wie er schon vorher in
> Behandlung kommt, da die Probleme die er hat ja nicht weniger werden.

Dem Tipp mit dem HNO-Arzt kann ich nur beipflichten: Nicht richtig
sprechen können, kann am Nicht-richtig-hören-können liegen, auch für
konkrete Probleme mit den Sprechwerkzeugen (Mund, Nase, Rachen) wäre
dieser zuständig.
Logopäden sind übrinx keine Ärzte, sondern eben Sprachtherapeuten.

Lars


Sprachproleme bei Kindern

Author: Hans-Walter Schmitt

Lars Braesicke schrieb:
> Nicole Merx schrieb:
>>
>
> Dem Tipp mit dem HNO-Arzt kann ich nur beipflichten:
Ja.
> Nicht richtig sprechen können, kann am Nicht-richtig-hören-können
> liegen, auch für konkrete Probleme mit den Sprechwerkzeugen (Mund,
> Nase, Rachen) wäre dieser zuständig.
ja
> Logopäden sind übrinx keine Ärzte,
ja
> sondern eben Sprachtherapeuten.
Nein. es gibt einen kleinen und feinen Unterschied zwischen Logopäden
und Sprachtherapeuten. Den Unterschied können Dir am besten eine
Sprachtherapeutin und eine Logopädin erklären, aber bitte nicht
gleichzeitig, die mögen sich mit großer Wahrschinlichkeit nicht.(Da ich
fast nur Frauen in diesen Berufen kenne, bevorzuge ich hier die
weibliche Form)
Das Verhältnis ist so ähnlich wie der Kölner und Düsseldoerfler ;-)
>
> Lars
Viele Grüße

Hannibal

--
"Die Wahrscheinlichkeit, eine 6 zu würfeln ist 1/6.
Bei 6 Versuchen macht das 6x1/6 = 6/6 = 1
Mit 1 bezeichnet man die Wahrscheinlichkeit für ein sicheres Ereignis.
Das musst du aber nicht verstehen, Bub.", Otto


Sprachproleme bei Kindern

Author: Jo Warner

Nicole Merx schrieb:
> Hallo,
> mein Neffe (3 Jahre) hat wahnsinnige Probleme beim Sprechen. Er kann
> viele Buchstaben nicht richtig aussprechen und ist für Leute, die
> nicht täglich Kontakt mit ihm haben, kaum zu verstehen.

Moin,

zusätzlich zu den anderen Hinweisen:
1. Viele Eltern lassen ihre Kinder viel zu lange mit Schnuller
herumlaufen. Damit kann man nun wirklich nicht sprechen lernen!
2. Sprechen die Eltern eher selten mit dem Kind? Sprechen die Eltern
eventuell Nuscheldeutsch oder Wuffdeutsch statt akzentuiertem Hochdeutsch?
3. Tolerieren die Eltern die unverständlichen Laute unkorrigiert oder
üben sie mit dem Kind?

Gruß Jo


Sprachproleme bei Kindern

Author: "Lars Braesicke"

Jo Warner schrieb:
> 2. Sprechen die Eltern eher selten mit dem Kind? Sprechen die Eltern
> eventuell Nuscheldeutsch oder Wuffdeutsch statt akzentuiertem
> Hochdeutsch?

Ich hoffe, sie sprechen den regionalen Dialekt.
Und: nein, dieser behindert die Sprachaneignung nicht

Lars


Sprachproleme bei Kindern

Author: Waltraut Hummel

Nicole Merx schrieb:

Hallo Nicole!

> Daher würde ich gerne wissen ob er wirklich 4 sein muss bevor er Hilfe
> bekommt oder ob es da Mittel und Wege gibt wie er schon vorher in
> Behandlung kommt, da die Probleme die er hat ja nicht weniger werden.

Bei meiner Tochter war das auch so. Der Kinderarzt meinte, dass man mit
drei Jahren noch keine Reden halte müsse, weshalb wir noch zuwarten
sollten. Mit vier ging es dann in die Sprachambulanz, und dort riet man
zu einem weiteren halben Jahr Zuwarten, weil kleine Kinder noch keinen
"Leidensdruck" haben und deshalb überhaupt nicht oder sehr ungern
mitmachen. Als wir dann tatsächlich nach einem halben Jahr wiederkamen,
hatte sich die Sprache ohne Therapie sehr stark gebessert. Trotzdem gab
es dann anschließend ein Jahr Therapie (zweimal wöchentlich), und mit
sechs bei Schuleintritt war sie dann die einzige der Klasse, die keine
Logopädin brauchte.

Mein Rat daher: Sicherheitshalber in Sprachambulanz einer Uniklinik
checken lassen, dann aber in Ruhe abwarten bis zum vorgeschlagenen Termin.

Außerdem: Viel vorlesen (nicht von CD, sondern von der Familie),
Spiele mit Mikrofon in Alltag einbauen,
seine Sprache nicht ausbessern, sondern jeden Satz einfach richtig
wiederholen.
oft Kinder einladen, damit sein Außenseitertum abnehmen kann (den
anderen Kindern eventuell seine Sätze "übersetzen").
Blasspiele durchführen (z.B. Wattebausch über Tisch blasen, während von
der anderen Seite zurückgeblasen wird; Papierschiffchen im Waschbecken
durch Blasen herumschwimmen lassen; Seifenblasen etc.)
viel singen (oft tun sich kleine Kinder beim Singen mit der Sprache
leichter).
zu nichts zwingen!!!!!

Ich hoffe, dass ein paar Tipps helfen!

Liebe Grüße

Waltraut


Sprachproleme bei Kindern

Author: Joachim Pimiskern

Nicole Merx schrieb:
> Der Kinderarzt sagte er müsse mindestens 4 Jahre alt sein bevor
> er ihm eine Überweisung zum Sprachtherapeuten schreibt und dass
> die Ärzte vorher auch nicht mit ihm arbeiten würden.
> Die Krankenkasse gibt zwar an dass es auch Ärzte gibt die schon
> vorher mit ihm arbeiten würden, besteht aber auf eine Überweisung
> vom Kinderarzt.

Es gibt ein Konzept, das die Eltern mit ins Sprachtraining
einbezieht:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/590918/
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2007/02/06/dlf 200702061647.mp3

Grüße,
Joachim