Heidi Heller tippste am 26 Okt 2007 :
>> Was Folgeschäden betrifft, ergibt die Art der Getränke
allerdings
>> schon einen erheblichen Unterschied.
>
> Klar, jeden morgen eine Flasche Wodka ex in den Magen rein
> tut diesem auf die Dauer nicht gut...
Ein guter Teil der Folgeschäden hat eher wenig mit dem Alkohol,
sondern eher mit dem Vitaminmangel zu tun, wenn ein großer Teil
des Energiebedarfs durch gewisse Alkoholika gedeckt wird.
Siehe Korsakoff.
ciao,
Andreas
--
[ICQ: 327-890469]
"Instead of plodding through the equivalent of literary Xanax, the pre-
geeks go for sci-fi and fantasy: LSD in book form. They read about war,
love, death, passion, magic, hope, technology, and above all the potential
of the unlikely hero to win through the sheer greatness of his being, not
to mention the occasional chance to boink an alien in zero-G."
-http://www.monkeybagel.com/sysadmin.html
Medizin
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On Fri, 26 Oct 2007 12:15:53 +0200 (CEST), Andreas Sielczak
wrote:
>Ein guter Teil der Folgeschäden hat eher wenig mit dem
Alkohol,
>sondern eher mit dem Vitaminmangel zu tun, wenn ein groÃźer Teil
>des Energiebedarfs durch gewisse Alkoholika gedeckt wird.
>Siehe Korsakoff.
U-oh, lass das mal nicht diesen Marketingfritzen für
Fischöl et. al.
hören, der entdeckt gleich wieder eine neue Zielgruppe...
SCNR
Michael
Am Wed, 24 Oct 2007 15:04:19 -0700 schrieb Petra:
> Hallo zusammen,
Hallo Petra!
>
> leider muesste ich auch bei den Romantikern vorsprechen, da es aber
> auch ein medizinisches Problem, nicht nur ein Partnerschaftliches ist,
> fange ich mal hier an.
Da liegst du falsch, liebe Petra. Der Alkoholkonsum ist prinzipiell keine
Krankheit, sondern Merkmal eines Lebensstils. Je nach Trinkmenge, vor
allem aber in Abhängigkeit von den Gründen und Folgen des Konsums
kann
es sich dabei um einen riskanten Lebensstil handeln. Die Folgen sind dann
u. U. körperliche Krankheiten oder Unfälle. Der Konsum an sich aber
ist
kein medizinisches, sondern möglicherweise u. a. ein psychologisches und
wirtschaftliches Problem.
> Mein Freund trinkt meiner Ansicht nach zu viel. Ich trinke gar nicht
> und bin durch familiäre Erlebnisse mit Alkohol leider vorbelastet.
Ich
> zweifle daher ein wenig daran, dass ich dies objektiv beurteilen kann.
Ob jemand zu viel Alkohol trinkt, kann man grundsätzlich nicht objektiv
beurteilen. Es handelt sich schließlich um ein riskantes Verhalten. Der
eine akzeptiert größere Risiken als der andere.
> Daher frage ich hier.
> Mir ist klar, dass Alkohol zu trinken fast ein gesellschaftlich
> anerkanntes Ereignis ist.
Alkoholkonsum ist nicht nur fast, sondern vollständig gesellschaftlich
anerkannt. Bei bestimmten Gelegenheiten wird sogar der Vollrausch
akzeptiert. Unsere Gesellschaft ist eine repressive Arbeitsgesellschaft
und sie braucht den Alkoholexzess als Ventil.
> Und doch mag ich es nicht, wie mein Freund
> sich verändert, wenn er getrunken hat.
Und doch? Wenn du etwas nicht magst, musst du dich dafür doch nicht
rechtfertigen. Man kann doch ohnehin niemanden dazu verpflichten, etwas zu
mögen oder nicht zu mögen.
> Und wie oft. Um mal konkret zu
> werden: Bis zu 5 Weizenbiere durchschnittlich pro Tag ist
"üblich".
> Wenn kein Bier da ist, 1 Flasche Wein über den Abend. Seine
Größe ist
> 1,90 bei etwa 110 Kilo, 50 Jahre alt.(Kann man damit was anfangen??)
Wenig hinsichtlich der Frage, ob das objektiv "zu viel" ist.
Allenfalls
könnte man sagen, dass diese Menge zu viel ist zum Autofahren.
>
> Ca. 1 mal die Woche ist es so, dass ich sagen kann, dass er be trunken
> ist, sprich verwaschene Sprechweise, unkoordiniert beim Laufen, findet
> nachts den Lichtschalter nicht und "poltert" dann durch die
Gegend
> (klingt vielleicht lustig, ist es aber nicht, wenn man schlafen will).
> Kann man hier bereits von Alkoholismus sprechen?
Alkoholismus wird nicht über die Trinkmenge definiert. Wenn jemand seinen
Alltag ohne Alkohol nicht mehr bewältigen kann, wenn er öfters die
Kontrolle über die Trinkmenge verliert und wenn er immer mehr braucht, um
dieselbe Wirkung zu erzielen, dann könnte man ihn wohl als süchtig
bezeichnen. Aber Sucht und Alkoholismus sind antiquierte, wenig hilfreiche
Konzepte. Interessanter wäre die Frage, welchen Risiken sich dein Freund
infolge seines Trinkens aussetzt.
> Hat
> jemand einen Tipp, wie ich das Thema angehen kann, dass er nicht
> abblockt?
Vorwürfe und Drohungen helfen ebenso wenig wie Bitten und Versprechungen.
Das Problem kann allenfalls auf gleicher Augenhöhe gelöst werden, in
einer Verhandlung zwischen Erwachsenen - nicht nach dem Mutter-Kind- oder
dem Kind-Vater-Schema. Du sagst, was du willst und was du dafür zu geben
bereit bist. Er akzeptiert das dann oder macht ein Gegenangebot. Irgend
wann, so hoffe ich, werdet ihr handelseinig.
> Er sieht sein Problem nicht, wenn ich es anspreche, obwohl
> ich denke, dass er eigentlich weiß, dass er zu viel trinkt...
Er sieht vielleicht "sein" Problem nicht. Aber er wird schon
begreifen,
wenn du ihm sagst, dass sein Alkoholkonsum ein Problem für /dich/ ist.
Deine Reaktion ist vielleicht eines der Risiken, die mit seinem Verhalten
verbunden sind.
> Mir macht das ganze zunehmend mehr Mühe, ich mag abends schon nicht
> mehr aus dem haus gehen, weil ich annehme, dass er zu viel hat, wenn
> ich zurück komme.
Es gibt hier zweierlei Maß. Dein Maß, was zu viel ist - und sein
Maß,
was zu viel ist. Vielleicht könnt ihr ja in der von mir vorgeschlagenen
Verhandlung eure Maße einander annähern.
> Meine Idee war, dass ich eine Therapie beginne, er würde
natürlich nie
> mitgehen. Aber dann sieht er, wie ernst es mir ist und geht irgendwann
> vielleicht doch mit. Gute oder doofe Idee?
"Therapien" helfen nur, wenn der "Patient" bereit und in
der Lage ist,
sich selbst zu ändern. Die Hilfe ist entweder Hilfe zur Selbsthilfe oder
für die Katz.
Ein Wort noch zur sog. Ko-Abhängigkeit, die hier auch schon zur Sprache
gebracht wurde. Auch dies ist ein veraltetes, wenig hilreiches Konzept. Es
beschreibt ein Verhalten, dass keineswegs auf einer Abhängigkeit des sog.
Ko-Abhängigen beruht. Es ist vielmehr so, dass der
"Ko-Abhängige" seinen
Umgang mit dem "Abhängigen" auf Grundlage des
Eltern-Kind-Schemas
inszeniert, also entweder den Trinker tadelnd, drohend und strafend in ein
Kind verwandelt oder ihn bittend, versprechend und schmeichelnd wie den
Vater behandelt. Dies geschieht unbewusst und so kommt es auch zu keiner
Lösung, sondern zu einer beständigen Wiederholung derartiger
Inszenierungen. Diese nämlich sind psychologisch unangemessen und
verhindern eine Lösung, weil sie die Erwachsenenebene vermeiden. Sie
führen vielmehr in Teufelskreise. Selbstverständlich können auch
Verhandlungen auf der Erwachsenenebene scheitern. Wenn es sich um Themen
handelt, die für beide Partner sehr wichtig sind, ist vielfach die
Trennung die einzige erwachsene Lösung.
Gruß
Ulrich
- -
PS: Das Lösen von Partnerschaftsproblemen auf der Erwachsenenebene
müssen die meisten Menschen erst lernen, weil wir (mehr oder
weniger) unbewusst Partnerschaften nach dem Eltern-Kind-Schema leben.
http://www.herz-hirn-und-hand.de
wegzeiger:
> aus dieser vernichtenden Mühle
Du Kretin gehst überall den Leuten auf den Zeiger, verpiß dich.
Andreas Sielczak:
>>> Was Folgeschäden betrifft, ergibt die Art der Getränke
allerdings
>>> schon einen erheblichen Unterschied.
>>
>> Klar, jeden morgen eine Flasche Wodka ex in den Magen rein
>> tut diesem auf die Dauer nicht gut...
>
> Ein guter Teil der Folgeschäden hat eher wenig mit dem Alkohol,
> sondern eher mit dem Vitaminmangel zu tun, wenn ein großer Teil
> des Energiebedarfs durch gewisse Alkoholika gedeckt wird.
> Siehe Korsakoff.
Mag ja alles sein, dennoch ist der Grad des Besoffenseins eine
(quasiproportionale) Folge des Blut-Äthanolgehalts und der wird
durch die über den Magen-Darm-Trakt aufgenommene Äthanolmenge
bestimmt, es ist dafür egal, ob man eine Flasche Schnapps ex
oder als Bacardi-Cola wegsäuft.
Man kann auch kochendes Wasser trinken und sich schädigen,
aber dann ist man nicht besoffen, und das war gemeint.
Beim Schnapps-Saufen ist auch das Anflutungserlebnis durch
Einnahme von hohen Konzentrationen nicht besonders maßgeblich
(wie z.B. Bong-Rauchen vs. Shit-Kekse essen)...
M. A. Specka tippste am 26
Okt 2007 :
> U-oh, lass das mal nicht diesen Marketingfritzen für
Fischöl et. al.
> hören,
Naja, ich hatte mir überlegt, ob ich damit nicht einerseits den
Epigonen der Orthomolekularen eine Vorlage liefere, aber AFAIK
ist ja imemr noch nicht so sicher, was jetzt toxische Alkohol-
wirkung, was Thiaminmangel ist.
> der entdeckt gleich wieder eine neue Zielgruppe...
So wie ich unseren Verdächtigen einschätze, wird er sich
eher darüber beschweren, daß man im veganen Laden um die
Ecke kein Fleisch kaufen kann, und dies auf eine Verschwörung
der Pharmafia schieben, die das einfach verboten hat. Und
soll er sich etwas zu Hause ein Schwein halten? ;)
SCNRE,
Andreas
--
[ICQ: 327-890469]
A child of five could understand this! Fetch me a child of five.
Hallo Petra,
Bei 5 Bier jeden Tag muß man nicht mehr nachfragen. Dein Freund *ist*
Alkoholiker. Ich sehe einen ähnlichen Fall seit Jahren in unserer
Nachbarschaft.
Kennst Du den Begriff "Koalkoholiker"? Das bist Du, solange Du ihm
hilfst,
das Problem unter den Tisch zu kehren. Ein Koalkoholiker ruft z.B. beim
Arbeitgeber an und meldet den Partner krank, organisiert Hilfe, die der
Alkoholiker nicht annimmt usw.
Du schreibst "Meine Idee war, dass ich eine Therapie beginne, er
würde
natürlich nie mitgehen". Was bitte soll denn *das*? Dein Freund hat
doch
Probleme ohne Alkohol und nicht Du!
Ein brutaler Tip: Drohe mit Trennung und mach das auch wahr, wenn sich
nichts ändert! Sonst wirst Du Dein Leblang nicht mehr glücklich.
Gruß
Klaus, alle 2 Wochen mal 1/2 und fühlt sich nach 2 Bieren schon elend :-)
Klaus Wagner:
> Klaus, alle 2 Wochen mal 1/2 und fühlt sich nach 2 Bieren schon elend
:-)
Ein Held bist du!
Wenn alle so wie du wären und auch noch regelmäßig die
Zähne putzen, dann
hat es hienieden das Paradies auf Erden und der Himmel kann (wieder ;) weg.