On Wed, 24 Oct 2007 15:04:19 -0700, Petra wrote:
>Leute, ich wäre dankbar für den einen oder anderen guten Rat und
>vielen Dank schon mal für jeden der schreibt.
Das was Du beschreibst ist ohne Frage zu viel Alkohol. Ich würde es als
Alkohoismus bezeichnen.
Wende Dich an einen Selbsthilfegruppe/Angehörigenselbsthilfegruppe.
Dummerweise kannst Du ohne Einsicht des Betroffenen nichts ausrichten.
Leider muß in vielen Fällen erst der Fall kommen bevor Einsicht
einsetzt.
Paß auf Dich auf!
cu, Martin
--
Ubi bene ibi Colonia!
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Medizin
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Petra schrieb:
> On 25 Okt., 13:26, Alkmene wrote:
>
>>Goggolori schrieb:
>>
>>
>>>"Heidi Heller" schrieb im
Newsbeitrag
>>>news:471fc78d$0$13114$9b4e6d93@newsspool2.arcor-online.net...
>>
>>>>Es wäre am besten, wenn er den Wunsch entwickelt
wesentlich weniger
>>>>zu trinken und dazu bewährte Hilfe in Anspruch zu nehmen
(falls
>>>>erforderlich, wie meist), und z.B. einfach mal eine
Selbsthilfegruppe
>>>>o.ä. besucht (gibts massenhaft, im web suchen).
>>
>>>...mit weniger trinken klappt nicht und zieht die Sache nur hinaus.
Ich
>>>empfehle (das ist eine Stück eigener Erfahrung) die
Selbsthilfegruppen der
>>>Anonymen Alkoholiker.
>>
>>Dem würde ich mich anschließen. Die AA oder eine
Selbsthilfegruppe nach
>>Wahl. Dazu muß er natürlich erst Krankheitseinsicht zeigen
und sich
>>dahinbegeben. Tut er das?
>
>
>
> Nein, denn dann wäre vieles leichter.Das Problem wird eher negiert,
> bzw. "ausgesessen"....
Das ist typisch. Aber ohne Krankheitseinsicht geht es nicht. Evtl. käme
eine Trennung für dich in Frage.
On Thu, 25 Oct 2007 07:49:50 -0700, Petra wrote:
>> > Die entscheidende Frage ist, wie Dein Freund sich Dir
gegenüber
>> > verhält. Alkohol macht manche Menschen aggressiv andere
nicht.
>> > Lasse es auf keinen Fall zu, dass er Dir gegenüber aggressiv
wird.
>
>Das gabs schon. meistens ist es eher nervig und eher so, dass es öfter
>auch unerwartet kommt. Wahrscheinlich nervt es mich deswegen so.
>Z.B. freue ich mich auf meinen Partner, wir haben Nachmittags noch
>nett miteinander gesprochen und uns gesagt, dass wir uns freuen, uns
>wieder zu sehen. Komme ich dann spätabends heim, kann ich mit ihm
>absolut nichts mehr bereden, weil ich merke, dass es wieder mal "so
>weit" ist. Das frustet mich sehr.
Denk an Dich! Du kannst ihn nicht gehen seinen Willen "retten".
>> > Versuche lieber Freunde zu aktivieren, die Euch lautlos helfen.
>
>Dann müsste ich sein Problem vor Freunden offen legen? Mache ich
>nicht, ich will ihn doch auch nicht lächerlich machen?!!
Du brauchst Rückenstärkung - und es ist nur wahrlich kein exotisches
Problem.
cu, Martin
--
Ubi bene ibi Colonia!
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On Thu, 25 Oct 2007 07:24:44 -0700, Petra wrote:
>Das Problem ist, dass es eigentlich kontinuierlich so bleibt. Und ich
>nehm an,
>dass er damit dauerhaft seine betroffenen Organe schädigt, gerade weil
>das schon seit Jahren so geht. Er trinkt kaum "harte" sachen,
eben
>überw. Bier... und er kriegt, was mich eher nervt, am nächsten
tag
>keinen "Kater". Was ja doch darauf hin deutet, dass er seinen
"Pegel"
>trinkt, der ihm hernach auch nichts ausmacht :-(
Wie man den Pegel bekommt ist egal - er ist alkohokrank!
>> Wenn du mit ihm darüber sprechen kannst, dann kannst du auch
sanft
>> auf Hilfe von außen drängen, denn du selbst würdest in
diesem Konflikt
>> wahrscheinlich "sinnlos verheizt" werden.
>
>Das ist wohl das Problem. Ich denke, auf Dauer kämpfe ich gegen
>Windmühlen.
>Und drängen kann ich erst, wenn ihm wirklich richtig besusst ist, dass
>das kein gesellschaftliches Mini-Delikt, sondern aktive Zerstörung
>ist.
Du oder der Alkohol - so einfach ist es.
>> > Mir macht das ganze zunehmend mehr Mühe, ich mag abends
schon nicht
>> > mehr aus dem haus gehen, weil ich annehme, dass er zu viel hat,
wenn
>> > ich zurück komme.
Es greift also schon massiv in Dein Leben ein.
>> Es wäre am besten, wenn er den Wunsch entwickelt wesentlich
weniger
>
>Ja, das wär schön. Aber wie krieg ich ihn denn dazu??
s.o.
>> > Meine Idee war, dass ich eine Therapie beginne,
>>
>> Wie denn? Das ist richtig teuer, dir fehlt doch nichts.
>
>es gibt kirchliche Stellen... Doch, mir fehlt etwas.
>Bis ich hier schrieb hab ich mit niemandem sprechen können!
>Meine inneren Konflikte sind immens.
Du brauchst auch Hilfe - ob es gleich eine Therapie ist oder die
Freunde/Familie noch reichen weiß niemand.
>> Klar feststellen, daß eine Säuferkarriere sich
unausweichlich
>> einstellen wird, wenn das Problem nicht JETZT langsam mal AKTIV
>> angegangen wird. Vorsätze allein reichen nicht, es muß
"konkret"
>> Verzicht geübt werden, der aber mit einer deutlichen
Änderung
>> des Alltags verbunden ist, es muß ja ein "Ersatz" her,
Ziele!,
>> und hierbei kannst du außerordentlich helfen.
>
>Das hab ich natürlich in Ansätzen alles schon versucht... Ich
habe
>halt nichts dagegen zu setzen, kein Druckmittel.
>Ich finde es ja schon entsetzlich, dass man das in Erwägung ziehen
>muss!!!
Der Alkohol oder Du - was soll sonst das Druckmittel sein? (abgesehen
von Rauswurf - auf wen läuft die Wohnung? Bzw. Dein Auszug. Auch Dinge
wie gemeinsame Konten/Verträge würde ich schonmal (geistig)
kündigen und
gegen seinen Unfug auf Deine Kosten sichern)
cu, Martin
--
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Heidi Heller schrieb:
> Gottfried Stutz:
> > klingt jetzt vielleicht ungewohnt, aber Fisch
Martin Gerken:
> Dummerweise kannst Du ohne Einsicht des Betroffenen nichts ausrichten.
manchmal kann es helfen, wenn dem Alkoholkranken die Einsicht vermittelt
werden kann, daß es sich tatsächlich um eine Krankheit handelt und
nicht
um eine Charakterschwäche. Aus persönlichem Erfahren kann ich
bestätigen, daß mir erst diese Einsicht letztendlich dazu verhalf,
seit
nunmehr 23 Jahren trocken zu bleiben.
Zudem ist die größte Hürde zunächst ein "nie mehr
Alkohol". Wenn das zu
einem "heute keinen Alkohol" reduziert werden kann, gesteigert dann
zum
"morgen keinen Alkohol", dann ist ein erster wichtiger Schritt schon
einmal getan.
Ich wünsche Petra jedenfalls, daß sie kompetente Unterstützung
findet.
Diedrich
Hi,
Petra tippste am 25 Okt 2007 :
> Auch Verstecke hab ich bisher noch nbicht entdeckt, und ich habe noch
> keinen Alkohol verschwinden lassen, das finde ich komisch.
Nicht unbedingt. Im Endergebnis können auch wir hier nur Vermutungen
anstellen, auch Coabhängigkeit etc. sind nur Deutungsmuster, denen
man im Zweifelsfall die Realität anpassen kann, äh. Und mit etwas
Phantasie kann man die harmonischte Beziehung als mittlere
Kuba-Krise interpretieren. Kurz und gut, du mußt selbst überlegen,
wie weit du gehen willst, und im Zweifelsfall auf jedem Fall
Grenzen setzen, nur solltest du auch überlegen, daß er seine
wahren will. Viel Glück.
Wenn sich der Konsum auf die Freizeit beschränkt, sollte er
vielleicht überlegen, ob er Probleme hat in solchen Situationen
abzuschalten. Dann könntet ihr euch überlegen, welche Techniken
er verwenden könnte, dies ohne Alkohol zu erreichen, im extremen
Notfall könnte er eventuell überlegen, dies kurzfristig
pharmakologisch
z.B. über SSRI zu erreichen. Aber hierbei müsste man, ebenso wie bei
jeder Therapie, einen auf Suchterkrankungen spezialisierten Arzt
zur Rate ziehen. Jetzt mal ganz abgesehen von der Suchtproblematik,
aber wenn ihr zusammen eine Beziehung anfangen wollt, sollte
ihm daran gelegen sein, die Zeit mit dir zu genießen und sie
nicht dank des Rausches nur halb mitzukriegen.
Nur mal so ein paar Überlegungen eines Nichtmediziners mit
gelegentlichen Workaholictendenzen... ;)
ciao,
Andreas
--
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Andreas Sielczak:
> Und mit etwas
> Phantasie kann man die harmonischte Beziehung als mittlere
> Kuba-Krise interpretieren.
LOL, ja.
Gut, mal wieder etwas "normal menschliches" gelesen zu haben.
--
Experten sind nunmehr zur Auffassung gekommen,
daß die Welt notwändig ist.