Medizin

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Hallo zusammen,

leider muesste ich auch bei den Romantikern vorsprechen, da es aber
auch ein medizinisches Problem, nicht nur ein Partnerschaftliches ist,
fange ich mal hier an.
Mein Freund trinkt meiner Ansicht nach zu viel. Ich trinke gar nicht
und bin durch famili




Alkoholabhängig...ja oder nein?

Author: Heidi Heller

Petra schrieb:

> Und wie oft. Um mal konkret zu
> werden: Bis zu 5 Weizenbiere durchschnittlich pro Tag ist "üblich".
> Wenn kein Bier da ist, 1 Flasche Wein über den Abend. Seine Größe ist
> 1,90 bei etwa 110 Kilo, 50 Jahre alt.(Kann man damit was anfangen??)

Wie die meisten Franzosen: hart an der Grenze ;)

> Ca. 1 mal die Woche ist es so, dass ich sagen kann, dass er
> be trunken ist, sprich verwaschene Sprechweise, unkoordiniert beim
> Laufen, findet nachts den Lichtschalter nicht und "poltert" dann durch
> die Gegend (klingt vielleicht lustig, ist es aber nicht, wenn man
> schlafen will). Kann man hier bereits von Alkoholismus sprechen?

Eigentlich schon, denn es wird nicht lange beim einmal jede Woche bleiben.

> Hat jemand einen Tipp, wie ich das Thema angehen kann, dass er nicht
> abblockt?

Das hängt von der "Qualität" eurer Beziehung ab. Wahrscheinlich
würde es fast in jedem Fall zu einem (offenen Dauer-) Konflikt kommen.

> Er sieht sein Problem nicht, wenn ich es anspreche,

Ach so! Du sprichst das an? Das ist doch schon mal positiv, daß das geht.

> obwohl ich denke, dass er eigentlich weiß, dass er zu viel trinkt...

Wenn du mit ihm darüber sprechen kannst, dann kannst du auch sanft
auf Hilfe von außen drängen, denn du selbst würdest in diesem Konflikt
wahrscheinlich "sinnlos verheizt" werden.

> Mir macht das ganze zunehmend mehr Mühe, ich mag abends schon nicht
> mehr aus dem haus gehen, weil ich annehme, dass er zu viel hat, wenn
> ich zurück komme.

Es wäre am besten, wenn er den Wunsch entwickelt wesentlich weniger
zu trinken und dazu bewährte Hilfe in Anspruch zu nehmen (falls
erforderlich, wie meist), und z.B. einfach mal eine Selbsthilfegruppe
o.ä. besucht (gibts massenhaft, im web suchen).

> Meine Idee war, dass ich eine Therapie beginne,

Wie denn? Das ist richtig teuer, dir fehlt doch nichts.

> er würde natürlich nie mitgehen.

Eine Familien- bzw. Partnertherapie... hmm, das kostet die Kasse
was und du brauchst eine Zahlungszusage.

> Aber dann sieht er, wie ernst es mir ist und geht irgendwann
> vielleicht doch mit. Gute oder doofe Idee?

Kommt drauf an, aber die Chancen auf Erfolg von "Erpressung"
stehen (schon wegen des damit verbundenen "Gesichtsverlustes")
immer eher schlecht.

> Leute, ich wäre dankbar für den einen oder anderen guten Rat und
> vielen Dank schon mal für jeden der schreibt.

Am besten normal darüber reden, ohne jede Dramatisierung,
Aufzeigen, daß er mit 50 noch ein langes Leben vor sich und genug
Zeit für die Ausbildung einer weit manifesteren Säuferkarriere hat,
die weit weniger attraktiv ist, als ein suchtfreies Dasein,
Herausarbeiten, daß das Kind NOCH NICHT in den Brunnen gefallen
ist und man dieses Glück hat, daß man JETZT NOCH ohne viel Mühe
die Reißleine ziehen kann, und dann entweder aufhören mit dem
Suff oder/und sukzessive immer professionellere Hilfe in
Anspruch nehmen, solange das Problem nicht beseitigt ist.

Deutsch reden, nicht dramatisieren, weder in eine noch in die
andere Richtung, aber klar feststellen, daß eine Säuferkarriere
sich unausweichlich einstellen wird, wenn das Problem nicht
JETZT mal langsam und AKTIV angegangen wird. Vorsätze allein
reichen nicht, es muß "konkret" Verzicht geübt werden, der aber
mit einer deutlichen Änderung des Alltags verbunden ist, und
hierbei kannst du außerordentlich helfen...

Gruß


Alkoholabhängig...ja oder nein?

Author: Heidi Heller

Petra schrieb:

> Und wie oft. Um mal konkret zu
> werden: Bis zu 5 Weizenbiere durchschnittlich pro Tag ist "üblich".
> Wenn kein Bier da ist, 1 Flasche Wein über den Abend. Seine Größe ist
> 1,90 bei etwa 110 Kilo, 50 Jahre alt.(Kann man damit was anfangen??)

Wie die meisten Franzosen: hart an der Grenze ;)

Fünf halbe Liter Weizenbier bedeuten ca. 1,5 Promille Alk
im Blut, Abbauzeit 10 Stunden (und ca. 1000 kcal).

> Ca. 1 mal die Woche ist es so, dass ich sagen kann, dass er
> be trunken ist, sprich verwaschene Sprechweise, unkoordiniert beim
> Laufen, findet nachts den Lichtschalter nicht und "poltert" dann durch
> die Gegend (klingt vielleicht lustig, ist es aber nicht, wenn man
> schlafen will). Kann man hier bereits von Alkoholismus sprechen?

Eigentlich schon, denn es wird nicht lange beim einmal jede Woche bleiben.

> Hat jemand einen Tipp, wie ich das Thema angehen kann, dass er nicht
> abblockt?

Das hängt von der "Qualität" eurer Beziehung ab. Wahrscheinlich
würde es fast in jedem Fall zu einem (offenen Dauer-) Konflikt kommen.

> Er sieht sein Problem nicht, wenn ich es anspreche,

Ach so! Du sprichst das an? Das ist doch schon mal positiv, daß das geht.

> obwohl ich denke, dass er eigentlich weiß, dass er zu viel trinkt...

Wenn du mit ihm darüber sprechen kannst, dann kannst du auch sanft
auf Hilfe von außen drängen, denn du selbst würdest in diesem Konflikt
wahrscheinlich "sinnlos verheizt" werden.

> Mir macht das ganze zunehmend mehr Mühe, ich mag abends schon nicht
> mehr aus dem haus gehen, weil ich annehme, dass er zu viel hat, wenn
> ich zurück komme.

Es wäre am besten, wenn er den Wunsch entwickelt wesentlich weniger
zu trinken und dazu bewährte Hilfe in Anspruch zu nehmen (falls
erforderlich, wie meist), und z.B. einfach mal eine Selbsthilfegruppe
o.ä. besucht (gibts massenhaft, im web suchen).

> Meine Idee war, dass ich eine Therapie beginne,

Wie denn? Das ist richtig teuer, dir fehlt doch nichts.

> er würde natürlich nie mitgehen.

Eine Familien- bzw. Partnertherapie... hmm, das kostet die
Kasse einiges und du brauchst eine Kostenübernahmezusage.

> Aber dann sieht er, wie ernst es mir ist und geht irgendwann
> vielleicht doch mit. Gute oder doofe Idee?

Kommt drauf an, aber die Chancen auf Erfolg von "Erpressung"
stehen (schon wegen des damit verbundenen "Gesichtsverlustes")
immer eher schlecht.

> Leute, ich wäre dankbar für den einen oder anderen guten Rat und
> vielen Dank schon mal für jeden der schreibt.

Am besten normal deutsch darüber reden, ohne jede Dramatisierung,
Aufzeigen, daß er mit 50 noch ein langes Leben vor sich und genug
Zeit für die Ausbildung einer weit manifesteren Säuferkarriere hat,
die weit weniger attraktiv ist, als ein suchtfreies Dasein,
Herausarbeiten, daß das Kind NOCH NICHT in den Brunnen gefallen
ist und man dieses Glück hat, daß man JETZT NOCH ohne viel Mühe
die Reißleine ziehen kann, und dann entweder aufhören mit dem
Suff oder/und sukzessive immer professionellere Hilfe in
Anspruch nehmen, solange das Problem nicht beseitigt ist.

Klar feststellen, daß eine Säuferkarriere sich unausweichlich
einstellen wird, wenn das Problem nicht JETZT langsam mal AKTIV
angegangen wird. Vorsätze allein reichen nicht, es muß "konkret"
Verzicht geübt werden, der aber mit einer deutlichen Änderung
des Alltags verbunden ist, es muß ja ein "Ersatz" her, Ziele!,
und hierbei kannst du außerordentlich helfen.

Ohne Einzelheiten kann man natürlich wenig sagen, alles hängt
natürlich alles davon ab, welche Art Mensch er ist, wie eure
Beziehung ist und wie die Lebensumstände sind, es gibt da die
ganze Bandbreite...

Gruß


Alkoholabhängig...ja oder nein?

Author: "Goggolori"

"Heidi Heller" schrieb im Newsbeitrag
news:471fc78d$0$13114$9b4e6d93@newsspool2.arcor-online.net...

>
> Es wäre am besten, wenn er den Wunsch entwickelt wesentlich weniger
> zu trinken und dazu bewährte Hilfe in Anspruch zu nehmen (falls
> erforderlich, wie meist), und z.B. einfach mal eine Selbsthilfegruppe
> o.ä. besucht (gibts massenhaft, im web suchen).
>

...mit weniger trinken klappt nicht und zieht die Sache nur hinaus. Ich
empfehle (das ist eine Stück eigener Erfahrung) die Selbsthilfegruppen der
Anonymen Alkoholiker.

M;fG Goggolori
***
Über Gott wissen die Theologen letztendlich auch nicht
mehr als jeder einzelne von uns. (Nikolaus Silesius)


On 25 Okt., 03:46, "Goggolori" wrote:
<snip>
Dazu gibt es ein beruehmtes Selbst-Diagnoseverfahren:
http://www.loleh.de/html/jellinek-schema.html

> Ueber Gott wissen die Theologen letztendlich auch nicht
> mehr als jeder einzelne von uns. (Nikolaus Silesius)

Deshalb glauben sie ja auch.
Otto
--
Mein Volk ist dahin, weil es ohne Erkenntnis ist. (Hosea 4.6.)


Alkoholabhängig...ja oder nein?

Author: "Pascal Meister"

"Petra" schrieb im Newsbeitrag
news:1193263459.722531.261290@z24g2000prh.googlegroups.com...

> Bis zu 5 Weizenbiere durchschnittlich pro Tag ist "üblich".
> Wenn kein Bier da ist, 1 Flasche Wein über den Abend. Seine Größe ist
> 1,90 bei etwa 110 Kilo, 50 Jahre alt.(Kann man damit was anfangen??)

Ja, das ist Alkoholismus.

Wenn Du schreibst, dass Du familiär in Sachen Alkoholabhängigkeit
vorbelastet bist, dann solltest Du Dich mal um Deine (geistige) Gesundheit
kümmern. Es gibt den Begriff der "Co-Abhängigkeit".

Solange Dein Thema nicht gelöst ist, kannst Du einerseits Deinem jetzigen
Partner nicht wirklich helfen - und würdest bei einem nächsten Partner mit
hoher Wahrscheinlichkeit dasselbe erleben.

Ein Link unter vielen:
http://alkohol-hilfe.de/Co/co.htm

Gruss Pascal


Petra schrieb:
> Hallo zusammen,
>
> leider muesste ich auch bei den Romantikern vorsprechen, da es aber
> auch ein medizinisches Problem, nicht nur ein Partnerschaftliches ist,
> fange ich mal hier an.
> Mein Freund trinkt meiner Ansicht nach zu viel. Ich trinke gar nicht
> und bin durch famili


Alkoholabhängig...ja oder nein?

Author: Karina Schmidt

Hallo Petra,

> Kann man hier bereits von Alkoholismus sprechen?

Es gibt keine eindeutige Definition von Alkoholismus, d.h. aber einer
bestimmten konsumierten Menge ist man abh