Medizin

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"Manuel Wehrmann" schrieb im Newsbeitrag
news:46a6f3bb$0$5712$9b4e6d93@newsspool2.arcor-online.net...
> NACH
>
>> Diese Art des langsamen Erstickens wünsche ich nicht meinem
>> schlimmsten Feind!
>> Es klingt zynisch, aber dagegen ist ein "schneller Lungenkrebs" fast
>> schon eine Gnade.
>>
>
>
> NACHTRAG
>
> Wie gesagt, die COPD hält Rang 4 in der Todesursachenstatistik.
> In D werden 1/3 aller Erwerbsunfähigkeiten durch
> Lungenerkrankungnen verursacht, die Hälfte davon durch COPD.
>
> Würde ich in eine Schule gehen und die rauchenden Kids
> fragen nach den Gefahren des Rauchens:
> Alle würden sie was vom Lu.krebs murmeln.
> Keiner würde auch nur ahnen, dass eine chronische Zerstörung der
> Lungenfunktion, ganz ohne Krebs(!), möglich und so häufig ist.
> Und im Endstadium grausamer als ein Krebs.
>
> Weil das Wissen über solche Langzeitfolgen des Rauchens in Dtschland
> so gering ist,
> und auch gute Bio-Lehrer kaum je von Krankheiten wie COPD gehört
> haben,
> auch deswegen verachte ich das deutsche Schulsystem.
>

Der Begriff COPD ist ja auch irgendwie neu, früher hiesen die Symptome
Raucherhusten und den hat keiner gleich mit einer tödlichen Erkrankung
gleichgesetzt. Und die ganzen Raucher muss man nicht dem Schulsystem
ankreiden, da sind ganz andere Einrichtungen in die Pflicht zu nehmen.




Roland Schneider wrote:

> Der Begriff COPD ist ja auch irgendwie neu, früher hiesen die Symptome
> Raucherhusten und den hat keiner gleich mit einer tödlichen Erkrankung
> gleichgesetzt. Und die ganzen Raucher muss man nicht dem Schulsystem
> ankreiden, da sind ganz andere Einrichtungen in die Pflicht zu nehmen.



1) Raucherhusten ist Raucherhusten ist Raucherhusten ...
Deswegen wird niemand erwerbsunfähig geschrieben
(s. meinen Nachtrag),
und am Raucherhusten erstickt auch keiner.

2) Auch mit der eingedeutschten Bezeichnung
"chronisch obstruktive Lungenkrankheit" (statt COPD)
kann nach meiner Erfahrung kaum ein deutscher
Raucher oder dt. Bio-Lehrer was anfangen.

Manuel


Manuel Wehrmann schrieb:
>
> Weil das Wissen über solche Langzeitfolgen des Rauchens in Dtschland so
> gering ist,
> und auch gute Bio-Lehrer kaum je von Krankheiten wie COPD gehört haben,
> auch deswegen verachte ich das deutsche Schulsystem.

Du verachtest eine ganze Menge. Dafür mag es ja Gründe geben, aber:
findest Du die Verachtung an sich eine adäquate Reaktion, wie auch immer
Deine Motivation aussehen mag?
MfG
Max

--
When you are a Bear of Very Little Brain, and you Think of Things,
you sometimes find that a Thing which seemed very Thingish inside
you is quite different when it gets out into the open and has other
people looking at it. (Winnie the Pooh)


Am 25.07.2007 8:40 Uhr schrieb "Manuel Wehrmann"

> Es klingt zynisch, aber dagegen ist ein "schneller Lungenkrebs" fast
> schon eine Gnade.

Metastasen eines Bronchial Karzinoms können einem aber "Leben auf die letzen
Tage" noch zusätzlich unangenehm machen.

MCz


Max Puille wrote:
> Manuel Wehrmann schrieb:
>>
>> Weil das Wissen über solche Langzeitfolgen des Rauchens in Dtschland
>> so gering ist,
>> und auch gute Bio-Lehrer kaum je von Krankheiten wie COPD gehört
>> haben, auch deswegen verachte ich das deutsche Schulsystem.
>
> Du verachtest eine ganze Menge. Dafür mag es ja Gründe geben, aber:
> findest Du die Verachtung an sich eine adäquate Reaktion, wie auch
> immer Deine Motivation aussehen mag?
> MfG
> Max


Nun gut, Deutsch ist nicht meine Muttersprache.
Daher stelle ich klar:
Für mich bedeutet "achten" soviel wie respektieren, wertschätzen,
vielleicht sogar bewundern.

"Verachten" bedeutet für mich das Gegenteil von obigem.

Wenn dir das lieber ist: Ich "nicht-wertschätze" also das dt.
Schulsystem.

Weil in D ein groteskes Missverhältnis besteht zwischen dem finanziellen
Aufwand pro Schüler (z.B hat D mit die weltweit höchsten
Lehrergehälter) und dem Wissen und den Fertigkeiten der Schüler, wenn
sie die Schulen verlassen. (50% der dt. Hauptschulabgänger können zB
nicht prozentrechnen, verstehen auch einfache technische oder
geisteswissenschaftliche Texte nicht inhaltlich. Das nennt man
funktionelle Analphabeten).
Andererseits glaube ich nicht, dass deutsche Schüler per se dümmer sind
als finnische oder kanadische.

Und nun zurück zur Medizin:
In skandinavischen Ländern gehört es zum schulischen Grundstoff, die
wichtigsten Krankheiten und möglichen Todesursachen zu lernen - auch im
höchst eigennützigen Interesse der Schüler.
Denn bekanntlich hängt der Mensch an nichts mehr als an seinem Leben.

Das setzt entsprechende Lehrpläne voraus, und kundige Lehrer.
Menschliche Krankheiten sind ein Thema aus der Biologie.
Daher mein Hinweis (im COPD-Thread) auf die dt. Biologielehrer.
Die beschäftigen sich in der Mittelstufe lieber mit dem
Kreislauf des Knochenfisches als dem des Menschen.

In anderen Bildungsbereichen, zB Literatur und Geschichte,
sieht es bei dt. Schülern nicht besser aus.
(Die Schwimmerin von Almsick, eine gebürtige Ostdeutsche,
konnte unlängst bei einem TV-Quiz mit dem Namen "Fontane" nichts
anfangen).

Verstehst du jetzt, warum ich das dt. schulische Bildungssystem
verachte?

Manuel


Manuel Wehrmann wrote:

>
> sie die Schulen verlassen. (50% der dt. Hauptschulabgänger können zB
> nicht prozentrechnen, verstehen auch einfache technische oder
>

Zum Prozentrechnen erzählte mir ein Bekannter,
er ist für Personaleinstellungen in einem Kaufhaus verantwortlich:

Realschulabgängern stellt er regelmäßig diese Aufgabe:
Der Preis für drei Hosentypen zu 24, zu 34 und zu 64 Euro,
soll als Sonderangebot neu ausgezeichnet werden.
Der Preis soll jeweils um 30 Prozent runtergesetzt werden.
Wieviel kosten die Hosen nach der Preissenkung?

Nach seiner Erfahrung kann ein Drittel der Realschul(!)absolventen
die Preise nicht (mit Papier und Stift) ausrechnen.

Der Mann schätzt weiter, und ich stimme ihm zu,
das etwa die Hälfte aller Passanten einer deutschen Fußgängerzone
dazu nicht in der Lage sind.

MW


Manuel Wehrmann schrieb:
> Max Puille wrote:
>>
>> Du verachtest eine ganze Menge. Dafür mag es ja Gründe geben, aber:
>> findest Du die Verachtung an sich eine adäquate Reaktion, wie auch
>> immer Deine Motivation aussehen mag?
> snip <
>
> Andererseits glaube ich nicht, dass deutsche Schüler per se dümmer sind
> als finnische oder kanadische.

Ist wohl unwahrscheinlich. Allerdings glaube ich (ohne die genannten
Länder persönlich kennengelernt zu haben), dass es in D eine zunehmende
gesellschaftliche Heterogenität gibt, die die Probleme mit bedingt. Will
sagen: das ist nicht nur ein Problem des Schulsystems, obwohl das mit
Sicherheit beteiligt ist.
Übelstes der üblen Beispiele: die hessische "Unterrichtsgarantie plus".

> Und nun zurück zur Medizin:
> In skandinavischen Ländern gehört es zum schulischen Grundstoff, die
> wichtigsten Krankheiten und möglichen Todesursachen zu lernen - auch im
> höchst eigennützigen Interesse der Schüler.
> Denn bekanntlich hängt der Mensch an nichts mehr als an seinem Leben.

Naja, wenn Information da helfen würde, sollten eigentlich deutlich
weniger Ärzte und Krankenschwestern rauchen.

> Das setzt entsprechende Lehrpläne voraus, und kundige Lehrer.
> Menschliche Krankheiten sind ein Thema aus der Biologie.
> Daher mein Hinweis (im COPD-Thread) auf die dt. Biologielehrer.
> Die beschäftigen sich in der Mittelstufe lieber mit dem
> Kreislauf des Knochenfisches als dem des Menschen.

Das ist allerdings ein durchaus bedeutsamer Punkt. Ich habe auch nie
ganz verstanden, wieso die Ethologie der Goldammer so wichtig sein soll.

> In anderen Bildungsbereichen, zB Literatur und Geschichte,
> sieht es bei dt. Schülern nicht besser aus.
> (Die Schwimmerin von Almsick, eine gebürtige Ostdeutsche,
> konnte unlängst bei einem TV-Quiz mit dem Namen "Fontane" nichts anfangen).

Die ist nun nicht unbedingt als Referenz geeignet. Deren Lebensaufgaben
waren Schwimmen und Gutaussehen - hat sie beides besser hinbekommen als
der durchschnittliche Germanistikprofessor, insofern würde ich auf dem
Gebiet dann auch Abstriche in Kauf nehmen.

> Verstehst du jetzt, warum ich das dt. schulische Bildungssystem verachte?

Sicher. Nur finde ich "verachten" dafür einen suboptimalen Ausdruck, das
legt da einen moralischen Unterton rein, der einer Organisationsstruktur
gegenüber leicht fehl am Platz ist.
MfG
Max

--
When you are a Bear of Very Little Brain, and you Think of Things,
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you is quite different when it gets out into the open and has other
people looking at it. (Winnie the Pooh)


Manuel Wehrmann schrieb:
> Die (COPD) Pat. sitzen