Hallo allerseits!
Kortision ist mir als Notfallmedikament (z.B. als SDH) nicht unbekannt.
Man hört ja immer von "Kortision als Teufelszeug".
Besonders interessieren mich momentan 2 Dinge von denen ich hörte,
ob das
so sein kann und ähnliches.
Fall 1:
Probleme mit der schulter [näheres nicht bekannt] wo der Patient
dann
"da ne spritze reinbekommen" hat.
Am tag danach kam es zu deutlich stärkeren Schmerzen die 2 Tage
andauerten.
Das soll, auch nach Angabe des Arztes, eine Nebenwirkung des gespritzen
Kortisions gewesen sein.
Fall 2:
seit 1 Woche weitgehend Ãśberstandener grippaler Infekt mit starkem
Husten.
etwa 18 Tage nach Beginn des Infektes immer noch trockener Husten ohne
Schleim o.ä. Eigentherapie wurde bei Beginn des Infektes mit
Schleimlöser
(hier Acetylstein) durchgeführt.
Hier wurde von seiten des Arztes eine 1-2 wöchige Therapie mit
inhalativen
Kortikoiden vorgeschlagen.
Der Grund war in etwa wie folgt: "Infekt mit Schleim -> Husten bis
"Lunge
fast raus kommt" -> Reizung der Bronichien mit leichter
Entzündung ->
wieder Husten -> mehr reizung" und diesen Kreislauf
gälte es mit einem
Entzündungshemmenden Mittel zu durchbrechen.
Könnt ihr mir diese Varianten erläutern bzw.
bestätigen oder wiederlegen?
GrÃ¼Ãźe
Manuel
Medizin
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Hallo Manuel.
> Fall 1:
> Probleme mit der schulter [näheres nicht bekannt] wo der
Patient dann
> "da ne spritze reinbekommen" hat.
> Am tag danach kam es zu deutlich stärkeren Schmerzen die 2
Tage
> andauerten.
> Das soll, auch nach Angabe des Arztes, eine Nebenwirkung des gespritzen
> Kortisions gewesen sein.
Hmm ... ob das nun direkt am Kortison selbst liegt, bin ich mir jetzt
mangels Erfahrung sehr unsicher. Ich sehe das so, dass die Prozedur an
sich schon eine zusätzliche Reizung darstellen und entsprechend
auch
noch danach schmerzhaft sein kann; das Einbringen einer Substanz in ein
Gelenk ebenfalls. Zwei Tage scheinen mir jedoch etwas lange.
Bei den paar wenigen Gelenksinfiltrationen, wo ich mit anwesend war,
wurde dem Steroid zu diagnostsichen Zwecken IIRC *immer* ein
Lokalanästhetikum beigemischt, insofern gab es da von Seiten der
Patienten unmittelbar nach Punktion eigentlich nur positive Berichte.
> Fall 2:
> [...]
> Der Grund war in etwa wie folgt: "Infekt mit Schleim -> Husten bis
"Lunge
> fast raus kommt" -> Reizung der Bronichien mit leichter
Entzündung ->
> wieder Husten -> mehr reizung" und diesen Kreislauf
gälte es mit einem
> Entzündungshemmenden Mittel zu durchbrechen.
Bei stark entzündeten Atemwegen kann das Atmen einen brennenden
Schmerz
verursachen, worauf fast auf jeden Atemzug ein Hustenreiz folgt; lokal
applizierte Steroide können in dem Patienten in solchen
Fällen rasche
Erleichterung verschaffen. Das von dir Geschilderte macht so also schon
Sinn; problematisch ist die immunsupprimierende Wirkung der Steroide,
was die Ausbreitung einer Infektion begünstigen
könnte, weshalb es gilt,
die Risiken gegeneinander abzuwägen resp. bei einer
Verschlechterung des
Zustandes die Therapie zu ändern. Weitere
"gefürchtete Nebenwirkungen"
sind angesichts der kurzen Dauer sowie der bei Inhalationen
üblichen,
tiefen Dosierungen, nicht zu erwarten.
Alternativ könnte statdessen ev. auch ein den Hustenreiz
unterdrückendes
Medikament angewendet werden, wobei man dabei jedoch in Kauf nimmt, das
Sekret nicht mehr in der gewünschten Menge abzuhusten, weshalb
sich dies
eher bei trockenem (Reiz-)Husten empfiehlt. Eine totz kontroverser
Diskussion auch immer wieder gesehene Variante dazu sind
Hustenmedikamente, welche zusätzlich schleimlösende
Wirkstoffe enthalten.
Im Vergleich zu Hustenmedikamenten haben Steroide auch den klaren
Vorteil, dass nicht nur das Husten vermindert, sondern auch das den
Patienten störende Gefühl der
Entzündung (Brennen beim Atmen) genommen wird.
HTH, Benjamin