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Peter Heckert wrote:

> Matthias Voss wrote:
>
>>Peter Heckert wrote:
>>
>>
>>>Ich frage mich nun, ob man dies besser mit (progressiven) Federn,
>>>Schaumstoff oder besser mit Massenträgheit erreicht.
>>>Man muss dazu schliesslich nicht ein reales Klavier nachbilden, im
>>>Gegenteil, eine optimale elektronische Klaviatur /könnte/ Eigenschaften
>>>haben, die im traditionellen Klavier überghaupt nicht machbar sind.
>>
>>Angenommen, die Muskelfrage wäre beantwortet... Wie sieht es denn mit
>>deinen elektronischen Kenntnissen aus?
>>Ich mein ja nur... Anschlagdynamische Tasten für digital pianos gibt es
>>ja...
>
>
> Eben. Die funktionieren mit 2 Kontakten. Aus dem Zeitabstand, mit dem
> die Kontakte schalten, kann man die Geschwindigkeit der Taste ermitteln
> und daraus die Lautstärke. Andere Verfahren wären denbar, allerdings
> erfordern die eine Kalibration jeder einzelnen Taste und viel teurere
> Hardware. Bei der o.g. Methode kommt man mit 2 Kontakten und 2 Dioden
> pro Taste aus und benötigt ca. sqrt(2*88) = 14 bidirektionale IO Ports.
>
> Die Frage ist nun die: Angenommen, man macht ein paar grausame
> Laborexperimente. Sowas seid Ihr ja gewöhnt. Man präpariert einen Muskel
> eines begabten Pianisten einseitig heraus und nagelt ihn so an die Taste
> an, dass er die Taste nach unten ziehen kann.

Hier liegt m.E der Gedankenfehler. Es ist ja nicht nur der
Muskel, der die Bewegung in beabsichtigter Tastenrichtung
macht, interessant, sondern genauso sein Gegenspieler, der
diese Bewegung hemmt. Ihr Zusammenspiel bedingt die
Anschlaggeschwindigkeit.


>
> Welche Art von Muskelanspannung wäre notwendig, damit der Pianist jede
> beliebige Lautstärke möglichst vorhersagbar erzeugen kann:

Jede, die zu dem gewünschten Lautheitseindruck führt. Im
System Agonist/Antagonist solle man vielleicht lieber nach
dem Erregungsniveau beider Muskeln fragen


>
> A: Isotonisch. Falls ja, müsste man die Taste mit einer Feder vorspannen
> also eine nichtprogressive Feder verwenden.
> So ist es bei meinem halbgewichteten Keyboard gemacht, zusätzlich ist
> aber noch ein kleines Gewicht eingeklebt. Das funktioniert jedoch nur
> unbefriedigend in einem engeschränkten Dynamikbereich.
>
> B: Isometrisch. Falls Ja, sollte die Taste eine möglichst grosse Masse
> haben, damit man bei kurzen Tastenhub aus der Kraft eine Geschwindigkeit
> erzeugen kann.
> Alternativ könnte man ein Schaumgummikissen zusammendrücken, das bei
> hoher Geschwindigkeit mehr Widerstand erzeugt.
>
> C: Auxotonisch: Dann benötigt man ein Gemisch aus beiden Methoden.
> Oder vielleicht befragt man doch besser den Pianisten, der dürfte eine
> klarere Auskunft geben können, als die Spezialisten hier.

Frag mal einen Tennisspieler, mit welcher Technik er
Topsspin- Asse schlägt ;-)


Wenn ich dich richtig verstehe, möchtest du mit einem
Messwert die Anschlagsdynamik bei einem elektronischen Piano
erschlagen.

Wie soll das gehen? Du brauchst doch die Relation
"Tastendruck- Tastenweg- Tonerzeugung oder nicht.

Von Obertönen ganz zu schweigen.
Die Original-Taste des akustischen Klaviers hat als Bremse
die Massenträgheit der nachgeordneten klangerzeugenden Mechanik.
Eine modellhafte Nachbildung der Bewegung kann unter
Beachtung der Modelparameter eventuell durch viskose
Verdrängung stattfinden.

Allerdings muss die dadurch bewirkte Veränderung des
Geschwindigkeit- Weg-Profils durch eine abbildende
Elektronik begleitet werden.

Grüße,
Matthias