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Re: Wie wirkungsvoll sind Koblautabletten und Co ??

Author: woshefuqinma@aol.com (Woshefuqinma)

X-no-archive: yes

In article , "Reinhard Bauwe"
writes:

>Diese Haupttodesursache geht auf fehlerhafte Ernährungs- und Lebensweise
>zurück.

für KHK ist dies schlicht und ergreifend falsch.
http://www.fachaerzte.com/ziegler/fachinformationen/chlamydia pneumoniae.htm
In diesem Zusammenhang ist auch
http://www.jamesshuggins.com/h/ms 1/multiple sclerosis chlamydia pneumoniae.htm
von Bedeutung.

>Knoblauch allein beseitigt diese Ursachen nicht.

dies wäre auch schon deshalb unwahrscheinlich, weil Knoblauch
die intrazelluläre Keimbesiedelung nicht stoppen dürfte und schon
ebensowenig die Re-Infektion mit Chlamydien. Wie unten noch
angerissen wird, kann Knoblauch nicht einmal extrazelluläre
und medizinisch relevante Keime eliminieren.

>Beim Alkoholiker
>sind die Blutgefäße übrigens ebenfalls schön blank.

wie kommen Sie zu dieser Behauptung?

>Er hat aber ein mehrfach
>höheres Schlaganfallrisko...

er hat auch ein mehrfach erhöhtes KHK-Risiko. Aber viel bedeut-
samer sind dabei die Leberschäden, die vorher zu Problemen
führen.

>Widersprüchlich sind die neueren Studien vor allem dann, wenn
>*Knoblauchextrakte* verwendet und mit frischem oder getrockneten Knoblauch
>verglichen werden.

Isr Med Assoc J. 2003 Sep;5(9):637-40 zeigt eindeutig, dass die
Gabe von Knoblauch (gemessen in Alliin-Konzentrationen von 22,4 mg
pro Tag) versus Placebo über 16 Wochen keinerlei Einfluss auf die
Lipidwerte hat.

J Med Assoc Thai. 2003 Aug;86(8):750-7 zeigt, dass auch Knoblauch-
Extrakte keine entsprechende Lipidregulation bewirken.

Fazit: Man stinkt nur aus dem Mund, aber helfen tuts trotzdem nicht.

>Die Hemmung der Cholesterin-Synthese in der Leber durch Knoblauch ist
>nachgewiesen worden.

wirklich? In der Fachliteratur steht genau das Gegenteil. Das sollten
Sie eigentlich selbst wissen. Sie zeigen sich ein wenig erkenntnis-
resistent, finden Sie nicht?

>Möglicherweise wird auch die Bildung von oxidiertem
>LDL-Cholesterin gehemmt.

Oben letztgenannte Quelle schreibt:
RESULTS: There were no statistically significant
changes in serum total cholesterol, triglycerides, low-density lipoprotein
(LDL)
cholesterol and high-density lipoprotein (HDL) cholesterol after the 12-week
treatment as analyzed on repeated measures by analysis of variance.

Da müssen Sie das oxidierte LDL erst gar nicht bemühen....

>Außerdem werden die Serumkonzentrationen an Gesamtcholesterin und
>Triglyceride gesenkt, die fibribolytische Aktivität erhöht, die
>Thrombozytenaggregation verringert, die Gefäße erweitert und der Blutdruck
>normalisiert. (Kasper: Ernährungsmedizin und Diätetik, Urban&Fischer 2000,
>9.Auflage, Seite 314)

Da scheint der Herr Kasper mal wieder nicht auf dem neuesten Stand
der Dinge zu sein. Medline mag Ihnen weiterhelfen,Herr Heilpraktiker.

Ter Arkh. 2003;75(3):53-6 zeigt, dass akute respiratorische Erkrankungen
durch Knoblauch unbeeinflusst bleiben.
Die Übersichtsstudie von J Antimicrob Chemother. 2003 Feb;51(2):241-6
zeigt, dass Knoblauch keinen Einfluss auf den Erreger des Magenulkus,
Helicobacter pylori, hat. Helicobacter. 2001 Sep;6(3):249-53 zeigt, dass
auch Knoblauchöl keinen Effekt in dieser Frage hat.
Ter Arkh. 2002;74(3):76-8 zeigt, dass man schon 600 mg Allicor geben
muss, um eine leichte Blutdrucksenkung zu erreichen. Haben Sie
eine Ahnung, wieviel Allinin in Allicor ist und wieviel rohen Knoblauch
Sie verzehren müssten, um auf diese Dosis zu kommen, die selbst
dann nur geringe Effekte bewirkt? Da wäre wohl eher ein Beta-Blocker
oder ACE-Hemmer angezeigt.
Cochrane Database Syst Rev. 2000;(2):CD000095 zeigt, dass bei
Patienten mit Atheriosklerose, die eine Einschränkung der Gehstrecke
aufweisen, durch Knoblauch nicht profitieren. Die Gehstrecke verlän-
gert sich dadurch nicht. Nach 12 Wochen Placebo bzw. Knoblauch
war die Gehstrecke von 172 auf 203 m (Placebo) bzw. 161 to 207 m
(Knoblauch) verlängert. Wissen Sie, was an dieser Studie so interes-
sant ist? Dass sich in der Knoblauchgruppe 28% über den Knoblauch-
geschmack im Mund beschwerden, während es unter Placebo doch
immerhin noch 12% waren. So kräftig ist die Vorstellungskraft.... mög-
licherweise ist dies auch der Grund, warum in mittelalterlich-humoral-
pathologischen Kreisen auch heute noch die Behauptung verbreitet
wird, Knoblauch wirke, weil es wirke, weil es wirke....?

>Das geht auf gewisse Vitamine und essentiellen Fettsäuren (bzw. Fette)
>zurück, die im Lachsöl enthalten sind. Diese Stoffe kann man sich aber viel
>besser und billiger aus Nahrungspflanzen zuführen.

Lachsöle stammen primär aus Massentierproduktion aus Norwegen und
werden als Lebensmittel u.a. in Europa vermarktet. Dass der Fischöl-
konsum nicht in Relation mit der KHK-Sterblichkeit steht, zeigt der
Pro-Kopf-Konsum an Fisch in Grönland, wo er bei 140 kg/Kopf/Jahr
liegt (und damit doppelt so hoch wie in Japan) und trotzdem stirbt man
dort fast doppelt so häufig an KHK im Vergleich zu Europa und etwa
8mal häufiger als in Japan.....

>Man darf sich im übrigen nicht in die Wirkung von Einzelstoffen verbeißen.

richtig. Man sollte das auch nicht bei angeblichen oder tatsächlichen
Naturprodukten tun.

>Diese sind immer im Rahmen der gesamten Ernährung und Lebensweise zu
>diskutieren.

Dass Diäten keinen wirklich günstigen Einfluss auf die Lipide haben, zeigt
doch die Literatur zu Hauf. Sie senken weder selektiv das LDL noch erhö-
hen sie selektiv das HDL. Lesen Sie jene Studien nicht?




Re: Wie wirkungsvoll sind Koblautabletten und Co ??

Author: woshefuqinma@aol.com (Woshefuqinma)

X-no-archive: yes

In article , "Reinhard Bauwe"
writes:

>Diese Haupttodesursache geht auf fehlerhafte Ernährungs- und Lebensweise
>zurück.

für KHK ist dies schlicht und ergreifend falsch.
http://www.fachaerzte.com/ziegler/fachinformationen/chlamydia pneumoniae.htm
In diesem Zusammenhang ist auch
http://www.jamesshuggins.com/h/ms 1/multiple sclerosis chlamydia pneumoniae.htm
von Bedeutung.

>Knoblauch allein beseitigt diese Ursachen nicht.

dies wäre auch schon deshalb unwahrscheinlich, weil Knoblauch
die intrazelluläre Keimbesiedelung nicht stoppen dürfte und schon
ebensowenig die Re-Infektion mit Chlamydien. Wie unten noch
angerissen wird, kann Knoblauch nicht einmal extrazelluläre
und medizinisch relevante Keime eliminieren.

>Beim Alkoholiker
>sind die Blutgefäße übrigens ebenfalls schön blank.

wie kommen Sie zu dieser Behauptung?

>Er hat aber ein mehrfach
>höheres Schlaganfallrisko...

er hat auch ein mehrfach erhöhtes KHK-Risiko. Aber viel bedeut-
samer sind dabei die Leberschäden, die vorher zu Problemen
führen.

>Widersprüchlich sind die neueren Studien vor allem dann, wenn
>*Knoblauchextrakte* verwendet und mit frischem oder getrockneten Knoblauch
>verglichen werden.

Isr Med Assoc J. 2003 Sep;5(9):637-40 zeigt eindeutig, dass die
Gabe von Knoblauch (gemessen in Alliin-Konzentrationen von 22,4 mg
pro Tag) versus Placebo über 16 Wochen keinerlei Einfluss auf die
Lipidwerte hat.

J Med Assoc Thai. 2003 Aug;86(8):750-7 zeigt, dass auch Knoblauch-
Extrakte keine entsprechende Lipidregulation bewirken.

Fazit: Man stinkt nur aus dem Mund, aber helfen tuts trotzdem nicht.

>Die Hemmung der Cholesterin-Synthese in der Leber durch Knoblauch ist
>nachgewiesen worden.

wirklich? In der Fachliteratur steht genau das Gegenteil. Das sollten
Sie eigentlich selbst wissen. Sie zeigen sich ein wenig erkenntnis-
resistent, finden Sie nicht?

>Möglicherweise wird auch die Bildung von oxidiertem
>LDL-Cholesterin gehemmt.

Oben letztgenannte Quelle schreibt:
RESULTS: There were no statistically significant
changes in serum total cholesterol, triglycerides, low-density lipoprotein
(LDL)
cholesterol and high-density lipoprotein (HDL) cholesterol after the 12-week
treatment as analyzed on repeated measures by analysis of variance.

Da müssen Sie das oxidierte LDL erst gar nicht bemühen....

>Außerdem werden die Serumkonzentrationen an Gesamtcholesterin und
>Triglyceride gesenkt, die fibribolytische Aktivität erhöht, die
>Thrombozytenaggregation verringert, die Gefäße erweitert und der Blutdruck
>normalisiert. (Kasper: Ernährungsmedizin und Diätetik, Urban&Fischer 2000,
>9.Auflage, Seite 314)

Da scheint der Herr Kasper mal wieder nicht auf dem neuesten Stand
der Dinge zu sein. Medline mag Ihnen weiterhelfen,Herr Heilpraktiker.

Ter Arkh. 2003;75(3):53-6 zeigt, dass akute respiratorische Erkrankungen
durch Knoblauch unbeeinflusst bleiben.
Die Übersichtsstudie von J Antimicrob Chemother. 2003 Feb;51(2):241-6
zeigt, dass Knoblauch keinen Einfluss auf den Erreger des Magenulkus,
Helicobacter pylori, hat. Helicobacter. 2001 Sep;6(3):249-53 zeigt, dass
auch Knoblauchöl keinen Effekt in dieser Frage hat.
Ter Arkh. 2002;74(3):76-8 zeigt, dass man schon 600 mg Allicor geben
muss, um eine leichte Blutdrucksenkung zu erreichen. Haben Sie
eine Ahnung, wieviel Allinin in Allicor ist und wieviel rohen Knoblauch
Sie verzehren müssten, um auf diese Dosis zu kommen, die selbst
dann nur geringe Effekte bewirkt? Da wäre wohl eher ein Beta-Blocker
oder ACE-Hemmer angezeigt.
Cochrane Database Syst Rev. 2000;(2):CD000095 zeigt, dass bei
Patienten mit Atheriosklerose, die eine Einschränkung der Gehstrecke
aufweisen, durch Knoblauch nicht profitieren. Die Gehstrecke verlän-
gert sich dadurch nicht. Nach 12 Wochen Placebo bzw. Knoblauch
war die Gehstrecke von 172 auf 203 m (Placebo) bzw. 161 to 207 m
(Knoblauch) verlängert. Wissen Sie, was an dieser Studie so interes-
sant ist? Dass sich in der Knoblauchgruppe 28% über den Knoblauch-
geschmack im Mund beschwerden, während es unter Placebo doch
immerhin noch 12% waren. So kräftig ist die Vorstellungskraft.... mög-
licherweise ist dies auch der Grund, warum in mittelalterlich-humoral-
pathologischen Kreisen auch heute noch die Behauptung verbreitet
wird, Knoblauch wirke, weil es wirke, weil es wirke....?

>Das geht auf gewisse Vitamine und essentiellen Fettsäuren (bzw. Fette)
>zurück, die im Lachsöl enthalten sind. Diese Stoffe kann man sich aber viel
>besser und billiger aus Nahrungspflanzen zuführen.

Lachsöle stammen primär aus Massentierproduktion aus Norwegen und
werden als Lebensmittel u.a. in Europa vermarktet. Dass der Fischöl-
konsum nicht in Relation mit der KHK-Sterblichkeit steht, zeigt der
Pro-Kopf-Konsum an Fisch in Grönland, wo er bei 140 kg/Kopf/Jahr
liegt (und damit doppelt so hoch wie in Japan) und trotzdem stirbt man
dort fast doppelt so häufig an KHK im Vergleich zu Europa und etwa
8mal häufiger als in Japan.....

>Man darf sich im übrigen nicht in die Wirkung von Einzelstoffen verbeißen.

richtig. Man sollte das auch nicht bei angeblichen oder tatsächlichen
Naturprodukten tun.

>Diese sind immer im Rahmen der gesamten Ernährung und Lebensweise zu
>diskutieren.

Dass Diäten keinen wirklich günstigen Einfluss auf die Lipide haben, zeigt
doch die Literatur zu Hauf. Sie senken weder selektiv das LDL noch erhö-
hen sie selektiv das HDL. Lesen Sie jene Studien nicht?