Medizin

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Hallo ihrs!

Ich habe dieses Jahr 2006 als das drittschlimmste Jahr meines bisherigen
Lebens erlebt.
Ende Dezember 2005 bin ich zum Entzug von Tabletten, genauer gesagt dem
Benzo Lorazepam, bekannt als Tavor oder Attivan, ins Krankenhaus gegangen.
Es war ein Horror, die Leute da zu erleben, wie sie, 99% vom Alkohol
abhängig, und mehr tot als lebendig durch die Gänge krochen, jammerten,
stanken oder wehklagten. Wer noch fit war, dazu zählte auch ich, versuchte
viel spazieren zu gehen. Aber dann gingen die gerade gewonnenen Bekannten
wieder. Der Entzug war entweder vorüber oder die Krankenkassen zahlten den
Aufenthalt nicht mehr. Ich schluckte zu dieser Zeit 7 mg Tavor. 1 mg reicht
einem normalen Menschen aus, um ihn von einer Panikattacke zu erlösen oder
kurzzeitig zu beruhigen. Verhehrend dabei ist aber die Euforie die man dabei
empfindet. Da könnt ne Atombombe fallen, ich ginge trotzdem mit strahlendem
Gesicht auf die Straße!!! :-))
Durch die wirklich ernsthaft kaputten Alkis und zitternden Mediabhängigen
ging ich auch kaputt. Der Entzug war nicht so schlimm wie die seelischen
nebenwirkungen meines Aufenthaltes in Ochsenzoll. Ein fürchterliches
Klinikum weit ab von der Hamburger Zivilisation wenn man sich nicht auskennt
so wie ich.
Am 22.01. kam ich nach Hause. Aber in meine eigene Wohnung traute ich mich
nicht. Die Angst war immer noch da. Und hiermit sei gesagt, daß man im KNO
nur chemisch entgiftet, man den Patienten aber so wenig wie möglich auf
therapeutischem Wege begleitet. Die Folge war, daß ich Tavor auch weiterhin
nahm, allerdings jetzt 2,5 mg am Tag. Das änderte aber nichts daran, daß ich
mich nicht in meine Wohnung traute, Post liegen ließ, mich nicht mehr bei
Freunden und bei meiner Mutter meldete. Ich verkroch mich bei einer
Bekannten und blieb mehrere Monate tagsüber im Bett, vernachlässigte aber
nicht meine Körperpflege. Mein Scheißgeburtstag rückte immer näher. der 9.
Mai 2006 kam. Vier Monate nur gegammelt, geheult, durch ein Neurolepticum
geplagt, mit starken Rückenschmerzen. Es kam mir vor, als währen diese vier
Monate wie drei Tage vergangen. Unwichtig, wertlos, beschissen so wie ich
nun mal bin!!!
Eine liebe Freundin aus Marburg kam aber dennoch zu Besuch um mich
persönlich an meinem Geburtstag sehen zu können. Das freute mich etwas, aber
irgendwie hatte ich gerade keinen Speichersatz verfügbar, um nach ihrer
Abfahrt von meiner Freude über sie zähren zu können.
Drei Wochen später, am 31.05.2006, beging ich einen Selbstmordversuch. Mein
erster. Er mißglückte, weil mein Körper auf diese unzähligen Tabletten und
Chemikalien gepaart mit großen Mengen Alkohol goldrichtig reagiert hatte.
ich kotzte in unendlichen Schwallen alles wieder aus, landete von
vorbeikommenden Soldaten in ein Auto verfrachtet im Hamburger
Bundeswehrkrankenhaus, wurde von dort nach Ochsenzoll weitergeschoben und 8
Stunden später entlassen. Der Blutdruck sei zu hoch aber die Blutwerte vom
Alkohol abgesehen ok. Die Vergiftung war also fehlgeschlagen.
Geshockt von dem was ich da angerichtet hatte, gab ich meinen Freunden
Bericht. ich muß nicht erzählen wie sie reagiert hatten. :-(
Dann kam die WM. Abgesehen vonkurzen extatischen Phasen eine echte
Horrrorzeit für mich. ich konnte mich auf nichts anderes konzentrieren, als
Tabletten zu bekommen. Die horrorphasen setzten ein.
Eine Vorstellung brennt sich in mein Gehirn ein, und ich weiß nicht wie ich
sie wieder loswerden kann.
und auch Ekel und Brechreize in mir auslöst.
Stinkendes altes Fett fließt durch ein Netz aus halbrunden
Kanalisationsgeflechten. Man kann hineingreifen und diese zähflüssige
eiterige Pampe fühlen. Man riecht sie ohne daß man hinriechen muß. Salzig,
alt, brechreizerregend! Organisch kurz vor dem Verfall. Es schmattert sich
zähflüssig durch die halboffenen Rohre überall hin, und es trägt Verderb,
Tod, ja wenn nicht sogar den Teufel persönlich durch alle Gassen meiner
inneren Welt.
Leute kommen. Nein, sie sind schon da! Sie liegen in einem Netz aus Straßen
und Gassen, Sie sind teils schon tot aber niemand kümmert sich um ihre
Leichen. Andere sind totkrank, haben gebrochene Arme oder Beine, keine Zähne
mehr. Sie können nicht mehr sprechen, nur noch schreien. Andere von ihnen
können zwar sprechen aber kaum noch athmen und natürlich nicht aufstehen.
neben ihnen, neben den armen Menschen und Tieren, die einen einzigen Teppich
aus Armut, Höllenqualen und Elend darstellen, schmaddert die eitrige
Fettpampe durch die Straßen und die halboffenen Rohre. Die Luft ist erfüllt
von Schreien, Man hört sie weinen, bitterlich und
herzzerreißend,wehklagen,betteln und flehen, Im Rauschen des ewigen
schwerfälligen Fluß des eitrigen Fettes. Und als wenn es nicht schon schlimm
genug wäre, bahnen sich widerliche Käfer den Weg durch den Dreck.
Küchenschaben, Mistkäfer, Ameisen und alles Mögliche an widerlichem
Krabbelzeug. Es ist überall. Man braucht nicht sehen zu können. Immerhin
konnte ichs ja auch nie. Trotzdem weiß ich, daß jeder Quadratmeter von
hunderten dieser ekelhaften Bestien befallen sind. Und wenn man genau
hinhört, dann sind vereinzelnd auch einige Worte zu vernehmen: "Holt mich
hier raus. Mach endlich ein Ende, Herr!". Oder "Warum mußte es nur soweit
kommen. Warum ist die Hölle nun doch über alle Bereiche des Universums
hereingebrochen?"


Jetzt haben wir den 02.11.2006. Heute lerne ich einen neuen neurologen
kennen und habe die auch die ambulante Behandlung in Ochsenzoll endgültig
beendet. Für das nächste Jahr wünsche ich mir:
1. Eine Ausbildung oder Schulung zu beenden und endlich etwas wert zu sein.
Beispielsweise im BFW Würzburg, das mir ganz gut gefallen hat, weil es sich
nicht hinter Mauern verbirgt sondern der Realität ins Auge sieht. Das wird
mir einmal wieder eine Tagesstruktur bringen und zum Anderen mein Können
fördern.
2. Endlich eine süße schnuckelige Partnerin finden, die ich lieben, ehren
und achten kann und der ich zeigen werde, daß ich viel mehr bin als ein
tablettensüchtiges Arschloch. Das wird auch mein Leben wieder lebenswert
machen, für jemanden da zu sein.
3. Meinen Schuldenberg abzubauen.
4. Spätestens nach erfolgter Ausbildung aus Hamburg wegzuziehen.

Gruß Christian
Gib mir einen Kuß!
http://www.onlyfriends.de/Christian 366203.htm


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Der Büffel wrote:

Beeindruckend.

Die untige Vorstellung gibt es übrigens auch als Lied. Kann
man gut zur Gitarre, sind ca. 3 Akkorde. Der Text.. naja,
ist nicht ganz. p.c. Google mal nach "Negeraufstand ist in
Cuba".

Gute Besserung!
Matthias

> Eine Vorstellung brennt sich in mein Gehirn ein, und ich weiß nicht wie ich
> sie wieder loswerden kann.
> und auch Ekel und Brechreize in mir auslöst.
> Stinkendes altes Fett fließt durch ein Netz aus halbrunden
> Kanalisationsgeflechten. Man kann hineingreifen und diese zähflüssige
> eiterige Pampe fühlen. Man riecht sie ohne daß man hinriechen muß. Salzig,
> alt, brechreizerregend! Organisch kurz vor dem Verfall. Es schmattert sich
> zähflüssig durch die halboffenen Rohre überall hin, und es trägt Verderb,
> Tod, ja wenn nicht sogar den Teufel persönlich durch alle Gassen meiner
> inneren Welt.
> Leute kommen. Nein, sie sind schon da! Sie liegen in einem Netz aus Straßen
> und Gassen, Sie sind teils schon tot aber niemand kümmert sich um ihre
> Leichen. Andere sind totkrank, haben gebrochene Arme oder Beine, keine Zähne
> mehr. Sie können nicht mehr sprechen, nur noch schreien. Andere von ihnen
> können zwar sprechen aber kaum noch athmen und natürlich nicht aufstehen.
> neben ihnen, neben den armen Menschen und Tieren, die einen einzigen Teppich
> aus Armut, Höllenqualen und Elend darstellen, schmaddert die eitrige
> Fettpampe durch die Straßen und die halboffenen Rohre. Die Luft ist erfüllt
> von Schreien, Man hört sie weinen, bitterlich und
> herzzerreißend,wehklagen,betteln und flehen, Im Rauschen des ewigen
> schwerfälligen Fluß des eitrigen Fettes. Und als wenn es nicht schon schlimm
> genug wäre, bahnen sich widerliche Käfer den Weg durch den Dreck.
> Küchenschaben, Mistkäfer, Ameisen und alles Mögliche an widerlichem
> Krabbelzeug. Es ist überall. Man braucht nicht sehen zu können. Immerhin
> konnte ichs ja auch nie. Trotzdem weiß ich, daß jeder Quadratmeter von
> hunderten dieser ekelhaften Bestien befallen sind. Und wenn man genau
> hinhört, dann sind vereinzelnd auch einige Worte zu vernehmen: "Holt mich
> hier raus. Mach endlich ein Ende, Herr!". Oder "Warum mußte es nur soweit
> kommen. Warum ist die Hölle nun doch über alle Bereiche des Universums
> hereingebrochen?"
>
>
> Jetzt haben wir den 02.11.2006. Heute lerne ich einen neuen neurologen
> kennen und habe die auch die ambulante Behandlung in Ochsenzoll endgültig
> beendet. Für das nächste Jahr wünsche ich mir:
> 1. Eine Ausbildung oder Schulung zu beenden und endlich etwas wert zu sein.
> Beispielsweise im BFW Würzburg, das mir ganz gut gefallen hat, weil es sich
> nicht hinter Mauern verbirgt sondern der Realität ins Auge sieht. Das wird
> mir einmal wieder eine Tagesstruktur bringen und zum Anderen mein Können
> fördern.
> 2. Endlich eine süße schnuckelige Partnerin finden, die ich lieben, ehren
> und achten kann und der ich zeigen werde, daß ich viel mehr bin als ein
> tablettensüchtiges Arschloch. Das wird auch mein Leben wieder lebenswert
> machen, für jemanden da zu sein.
> 3. Meinen Schuldenberg abzubauen.
> 4. Spätestens nach erfolgter Ausbildung aus Hamburg wegzuziehen.
>
> Gruß Christian
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