Hallo all,
Ich mache mal ausnahmsweise Humangateway; interessant für
diese Gruppe, da doch dieser Begriff immer und immer wieder auftaucht,
und immer und immer wieder zur Diffamierung gebraucht wird.
Original hier:
http://home.arcor.de/paralex/content/schulmedizin.htm
[ZIT]
Schulmedizin
Im Bereich der Alternativmedizin und der fragwürdigen Diagnosemethoden
wird die an den Universitäten gelehrte, wissenschaftlich orientierte
Medizin gern verächtlich als Schulmedizin bezeichnet. Dieser Begriff
trennt die Naturheilkunde bzw. Alternativmedizin von der seriösen
Medizin ab. Er wird im allgemeinen Sprachgebrauch als Synonym für
Hochschulmedizin benutzt, es wird dabei die Zellularpathologie
gemeint.
Jeder benutzt das Wort Schulmedizin oder Schulmediziner, weil sich
u.a. auch Ärzte selbst so nennen oder nennen lassen. Dabei bemerkt man
nicht, dass diese Wortschöpfung aus der Quacksalberei im 19. Jahrhundert
kam und in Wirklichkeit ein Schmähbegriff der nach Hahnemanns Tod
zeitweise in die absolute Bedeutungslosigkeit versunkenen
Homöopathenszene war. Durch beständige Wiederholung dieser
verleumderischen Phrase wurde sie über 150 Jahre letztlich unbemerkt zum
sprachlichen Allgemeingut. Dies illustriert die propagandistische
Durchschlagskraft der in Europa mit Abstand größten
Quacksalberszene,
nämlich derjenigen der Homöopathen.
Das Wort Schulmedizin wurde vom homöopathischen Arzt Franz Fischer aus
Weingarten geprägt, der es erstmals 1876 in einem Brief an die Redaktion
der Homöopathischen Monatsblätter (einer seit 1868 erscheinenden
Mitgliedszeitschrift der Laienorganisation Hahnemannia) diesen
Kampfbegriff prägte (Jütte 1996). Fischers Äußerung fusst
wohl auch auf
einer Mitteilung Hahnemanns, die dieser am 3. November 1832 im Leipziger
Tagblatt veröffentlicht hatte und die gegen humoralpathologische
Therapieansätze von nicht ausschließlich
klassisch-homöopathisch
arbeitenden Ärzten gerichtet war: Blutlassen aus der Ader, Blutigel
setzen, Auflagen von spanischen Fliegen, Fontanelle und Haarseife,
Senfpflaster, Kräutersäckchen, Einreibung von Salben und
gewürzhaften
Spiritussen, Brechmittel, Laxanzen, Ordnen von mancherlei warmen Bädern,
verderbliche Gaben von Calomel (Anm: = Quecksilberchlorid), Chinin,
Opium, Moschus sind unter anderem die Quacksalbereien, an deren
Beigebrauch zu hömöopathischen Verordnungen man den sich beliebt
machen
wollenden Krypto-Homöopathiker erkennt, wie den Löwen an den Klauen
(Eppenich 1998).
Zu betonen ist, dass die damaligen schulmedizinischen
Behandlungsansätze nichts mit der heutigen Hochschulmedizin gemein
haben. Sie bezogen sich ausschließlich auf die sog. allopathische
Medizin, die im 19. Jahrhundert auf der Basis der Galenschen Säftelehre
oder auf der Basis iatrochemischer Nachfolgersysteme beruhte.
Bezeichnet man heute einen Arzt als Schulmediziner oder Allopathen,
so bedeutet dies, dass man ihm unterstellt, er würde noch nach den
längst ad absurdum geführten, antiken und mittelalterlichen
Medizinsystemen arbeiten. Das ist der Grund, warum viele Mediziner auf
diesen Begriff abweisend reagieren und dies zeigt auch, dass viele
Kritiker aus dem Quacksalberbereich über keinerlei medizinhistorisches
Basiswissen verfügen, sondern lediglich Schlagwörter verwenden, deren
innere Bedeutung sie selbst nie begriffen haben. Der korrekte Begriff
für eine schwarz-weiß-Diskussion gegenüber einem seriösen
Arzt wäre
vielmehr Hochschulmediziner oder zumindest Zellularpathologe.
[/ZIT]
Medizin
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"Peter Wittwer" schrieb im
Newsbeitrag
news:eg432n$211$00$1@news.t-online.com...
> Hallo all,
>
> Ich mache mal ausnahmsweise Humangateway; interessant für
> diese Gruppe, da doch dieser Begriff immer und immer wieder auftaucht,
> und immer und immer wieder zur Diffamierung gebraucht wird.
>
> Original hier:
> http://home.arcor.de/paralex/content/schulmedizin.htm
>
>
> [ZIT]
> Schulmedizin
> Im Bereich der Alternativmedizin und der fragwürdigen
Diagnosemethoden
> wird die an den Universitäten gelehrte, wissenschaftlich orientierte
> Medizin gern verächtlich als Schulmedizin bezeichnet. Dieser Begriff
> trennt die Naturheilkunde bzw. Alternativmedizin von der seriösen
> Medizin ab. Er wird im allgemeinen Sprachgebrauch als Synonym für
> Hochschulmedizin benutzt, es wird dabei die Zellularpathologie
> gemeint.
>
> Jeder benutzt das Wort Schulmedizin oder Schulmediziner, weil sich
> u.a. auch Ärzte selbst so nennen oder nennen lassen. Dabei bemerkt
man
> nicht, dass diese Wortschöpfung aus der Quacksalberei im 19.
Jahrhundert
> kam und in Wirklichkeit ein Schmähbegriff der nach Hahnemanns Tod
> zeitweise in die absolute Bedeutungslosigkeit versunkenen
> Homöopathenszene war. Durch beständige Wiederholung dieser
> verleumderischen Phrase wurde sie über 150 Jahre letztlich unbemerkt
zum
> sprachlichen Allgemeingut. Dies illustriert die propagandistische
> Durchschlagskraft der in Europa mit Abstand größten
Quacksalberszene,
> nämlich derjenigen der Homöopathen.
>
> Das Wort Schulmedizin wurde vom homöopathischen Arzt Franz Fischer
aus
> Weingarten geprägt, der es erstmals 1876 in einem Brief an die
Redaktion
> der Homöopathischen Monatsblätter (einer seit 1868 erscheinenden
> Mitgliedszeitschrift der Laienorganisation Hahnemannia) diesen
> Kampfbegriff prägte (Jütte 1996). Fischers Äußerung
fusst wohl auch auf
> einer Mitteilung Hahnemanns, die dieser am 3. November 1832 im Leipziger
> Tagblatt veröffentlicht hatte und die gegen humoralpathologische
> Therapieansätze von nicht ausschließlich
klassisch-homöopathisch
> arbeitenden Ärzten gerichtet war: Blutlassen aus der Ader, Blutigel
> setzen, Auflagen von spanischen Fliegen, Fontanelle und Haarseife,
> Senfpflaster, Kräutersäckchen, Einreibung von Salben und
gewürzhaften
> Spiritussen, Brechmittel, Laxanzen, Ordnen von mancherlei warmen
Bädern,
> verderbliche Gaben von Calomel (Anm: = Quecksilberchlorid), Chinin,
> Opium, Moschus sind unter anderem die Quacksalbereien, an deren
> Beigebrauch zu hömöopathischen Verordnungen man den sich beliebt
machen
> wollenden Krypto-Homöopathiker erkennt, wie den Löwen an den
Klauen
> (Eppenich 1998).
>
> Zu betonen ist, dass die damaligen schulmedizinischen
> Behandlungsansätze nichts mit der heutigen Hochschulmedizin gemein
> haben. Sie bezogen sich ausschließlich auf die sog. allopathische
> Medizin, die im 19. Jahrhundert auf der Basis der Galenschen
Säftelehre
> oder auf der Basis iatrochemischer Nachfolgersysteme beruhte.
>
> Bezeichnet man heute einen Arzt als Schulmediziner oder Allopathen,
> so bedeutet dies, dass man ihm unterstellt, er würde noch nach den
> längst ad absurdum geführten, antiken und mittelalterlichen
> Medizinsystemen arbeiten. Das ist der Grund, warum viele Mediziner auf
> diesen Begriff abweisend reagieren und dies zeigt auch, dass viele
> Kritiker aus dem Quacksalberbereich über keinerlei
medizinhistorisches
> Basiswissen verfügen, sondern lediglich Schlagwörter verwenden,
deren
> innere Bedeutung sie selbst nie begriffen haben. Der korrekte Begriff
> für eine schwarz-weiß-Diskussion gegenüber einem
seriösen Arzt wäre
> vielmehr Hochschulmediziner oder zumindest Zellularpathologe.
>
> [/ZIT]
>
Wer das alles ohne Scheuklappen verfolgt, wird bald feststellen, dass viele
der Grundsätze der verschiedenen Lager übereinstimmen. Und so haben
sie alle
auch ihre Existenzberechtigung. Keiner kann behaupten, nur er hätte mit
seinen Einsichten alleine recht. Fatal wird die Geschichte nur, wenn jemand
seine Grenzen nicht kennt und erkennt.
Alle, die in Heilberufen tätig sind, sollten immer nur eines im Auge
haben:
Was nützt meinem Patienten am besten? Sobald man also merkt, mit seiner
Ansicht nicht weiterzukommen, sollte man eine Alternative aufzeigen. Nur
leider wird genau das zu selten - und wenn, oft zu spät - getan. Viele
Allgemeinmediziner warten z.B. mit der Überweisung eines Patienten zu
einem
spezialisierten Kollegen viel zu lange. Andere mögen nicht erkennen, dass
ein Heilpraktiker deshalb die bessere Alternative wäre, weil dieser
zumeist
mehr Zeit für seine Patienten hat. Bei vielen Menschen ist die
persönliche
Hinwendung nun einemal viel wirkungsvoller, als jegliches Medikament.
Wirklich gut geschulten Heilern jeder Seite sollte es nicht schwerfallen, zu
erkennen, was jeweils der bessere Weg für den Patienten ist.
In sofern ist der künstlich aufrecht erhaltene Streit zwischen den Lagern,
der oft mit den schlimmsten Beleidigungen und Verdächtigungen einher geht,
unsinnig. Vermutlich dienst er einigen Leuten nur dazu, eine Befriedigung zu
erlangen, die sie im "normalen Berufsleben" nicht erlangen
können. Diese
entdecken die Foren als Spielwiese; hier leben sie ihre Frustrationen und
manischen Vorstellungen aus. Oftmals artet das in einer Art Kleinkrieg
zwischen zwei Personen aus, die kindischer nicht sein kann.
Welch eine Welt!
Hermann
-wegzeiger-
--
"wegzeiger" ist nicht nur ein nick - siehe:
www.die-wegbeschreibung.net
Peter Wittwer schrieb:
> verderbliche Gaben von Calomel (Anm: =3D Quecksilberchlorid), Chinin,
> Opium, Moschus sind unter anderem die Quacksalbereien, an deren
> Beigebrauch zu h
Hallo Gottfried
Gottfried Stutz schrieb:
> > Zu betonen ist, dass die damaligen schulmedizinischen
> > Behandlungsans
Hallo Gottfried,
Gottfried Stutz schrieb:
> dididada schrieb:
> > Das Kalomel war ein
dididada schrieb:
> Statt dessen trauern wir lieber den Toten nach!!
Denen durch Quecksilber vor allem...