Medizin

www.medizin-deutschland.info

« zurück zur Hauptseite...


Hallo Christian

>ich in einigen Sport Foren lese ich immer wieder ueber eine negative Kalorien Bilanz im
Zusammenhang mit einer Gewichtsreduktion. Das man "abnimmt" wenn man
ueber einen
laengeren Zeitraum weniger Kalorien zu sich nimmt als der Koerper
verbraucht klingt ja auch erstmal logisch.

So ist es. Es gibt (von gewissen Krankheiten und Veranlagungen
abgesehen) mehrere
Moeglichkeiten zu erreichen, dass man weniger Nahrungsenergie aufnimmt,
als man
verbraucht:
a) Vegetarische Ernaehrung
b) Trennkost
c) Kohlenhdratarme Ernaehrung
d) Sport, koeerperliche Arbeit.
e) FDH oder Essich-Methode ("Friss die Haelfte" bzw. "Ess ich oder ess
ich nicht")

Hungern oder Fasten sollte man zur Gewichtsreduktion nicht, denn dann
registriert der Organismus, dass im Leben der betreffenden Person
Hungersnoete vorkommen und legt bei Gelegenheit Reserven an
(JoJo-Effekt). Wenn man laengere Zeit hungert, nimmt man natuerlich
auch ab, z.B. in Kriegs- und Nachkriegszeiten. Man fastet aus
religioesen Gruenden oder zur Entgiftung - zur Gewichtsreduktion ist
Fasten nicht gut geeignet.

>Doch wie ist es wenn man mehr Kalorien zu sich nimmt als der Koerper verbraucht?
nimmt man dann staendig zu oder regelt der Koerper eigene Stoffwechsel
das in einem bestimmten Rahmen selbstaendig aus? Da ja fast kein Mensch
seine Nahrung nach einem genauen Kalorien Plan zusammenstellt muesste
das Koerpergewicht ja staendigen Schwankungen unterliegen.

So ist es auch. Die Schwankungen werden deutlicher, wenn man sich
regelmaessig auf die Waage stellt, oder man merkt es an der Kleidung,
die mal mehr oder mal weniger gut passt. Der Schwergewichtige braucht
mehr Energie, um sich zu bewegen, als das Leichtgewicht.

>Oder warum koennen manche Menschen alles essen und nehmen nie zu?

"alles essen koennen" reicht nicht aus zur Erklaerung diesen Phaenomes.
Man muesste die Lebens- und Ernaehrungsgewohnheiten genauer
untersuchen. Was, wann, wieviel wird gegessen und getrunken, welche
Zusammensetzung haben die Mahlzeiten.... Ausserdem spielen Krankheiten
(z.B. Schilddruesenerkrankungen) und erbliche Veranlagung (z.B.
Darmlaenge, Hormone) eine Rolle. Was trinkt der Betreffende und wieviel
arbeitet er koerperlich?

>Ein Sport Kollege von mir ist der Meinung das der Koerper jede positive Kalorien Bilanz am Tag sofort in Koerperfett umwandeln wuerde. Ist das richtig?

Im Prinzip ja, aber... Diese Vorstellungen ueber die Energiebilanz sind
ein einfaches, allgemein verstaendliches Modell. Die volle Wahrheit ist
viel komplizierter. (siehe oben)

Gruss
Otto
--
"Eine gute wissenschaftliche Theorie sollte einer Bardame erklaerbar
sein". (Ernest Rutherford)




Otto schrieb:
>
> So ist es. Es gibt (von gewissen Krankheiten und Veranlagungen
> abgesehen) mehrere
> Moeglichkeiten zu erreichen, dass man weniger Nahrungsenergie aufnimmt,=

> als man
> verbraucht:
> a) Vegetarische Ernaehrung
> b) Trennkost
> c) Kohlenhdratarme Ernaehrung
> d) Sport, koeerperliche Arbeit.
> e) FDH oder Essich-Methode ("Friss die Haelfte" bzw. "Ess ich oder ess=

> ich nicht")
>
Hallo,

bei a) bis d) mu


Christian Schlemmbach schrieb:
Hallo,

> Doch wie ist es wenn man mehr Kalorien zu sich nimmt als der Körper
> verbraucht? Nimmt man dann ständig zu oder regelt der Körper eigene
> Stoffwechsel das in einem bestimmten Rahmen selbständig aus?
> Vielen Danke für ein paar fachkundige Worte.

Ab einem gewissen Alter wird die bis dato negative Kalorienbilanz
automatisch positiv, weil die Muskelmasse abnimmt,
dadurch nehmen die Menschen kontinuierlich zu,
weil sie nicht mehr so viel Muskelmasse zu versorgen haben.
Das kann erfolgen wenn sich die Hormone umstellen,
eine schlechtere Proteinverwertung erfolgt.
Wenn man dann nix tut gibts einen Ranzen, ;-))
weil nicht mehr so viel Muskelmasse mit Energie versorgt werden muss.

Dem kann man aber durch sportliche Aktivität entgegenwirken,
indem man sein "Muskelstabilitätspackt hält", stabiliesiert. ;-))

Hab auch mal ein Antiranzensportpaket dazugepackt.

Kalorienverbrauchsrechner für Sport:

http://www.gesundheitpro.de/A050805ANOND018876

Gruß

Susi


"susi rotenberger" schrieb:

> Ab einem gewissen Alter wird die bis dato negative Kalorienbilanz

Dann dürfte man bis dahin nicht mehr leben.

> automatisch positiv, weil die Muskelmasse abnimmt,

Die größten Energieverbraucher im Körper sind
durchschnittlich Hirn und Darm.

> dadurch nehmen die Menschen kontinuierlich zu,
> weil sie nicht mehr so viel Muskelmasse zu versorgen haben.

Vielleicht ein verwegener Gedanke: Aber mir ist schon mal aufgefallen,
dass ich nach einem anstrengenden Tag abends mehr Hunger hatte als
sonst.

> Das kann erfolgen wenn sich die Hormone umstellen,
> eine schlechtere Proteinverwertung erfolgt.

Warum nimmt man durch eine schlechtere Proteinverwertung zu?

> Wenn man dann nix tut gibts einen Ranzen, ;-))
> weil nicht mehr so viel Muskelmasse mit Energie versorgt werden muss.

Dafür muss man mit mit mehr Energie die größere Gesamtmasse bewegen.

> Dem kann man aber durch sportliche Aktivität entgegenwirken,
> indem man sein "Muskelstabilitätspackt hält", stabiliesiert. ;-))

> Hab auch mal ein Antiranzensportpaket dazugepackt.

> Kalorienverbrauchsrechner für Sport:

Das ist ja löblich und schön für den, der es tut. Es mag für Dich
unvorstellbar sein, aber es gibt auch noch eine Gruppe Menschen, die,
statt Sport zu treiben lieber Bücher lesen, Musik spielen oder einfach
nur aus dem Fenster schauen möchte. Und in dieser Gruppe gibt es von den
Dürren bis zu den Fetten alle bekannten Phänotypen. Komisch, oder?

Gruß,
Peter


Hallo Gaby,
"Gaby Hornik" schrieb:

> > Der Körper kann innerhalb eines begrenzten Rahmens durchaus
> > regulieren.

> Dazu müßte man sich aber vernünftig ernähren, auf Sättigung
> achten und auf Süß- und Knabberkram verzichten.

Ich weiss, Du bist sehr fachkundig, aber die Aussage würde ich als
*generelle* bezweifeln. Es gibt ja immerhin genug Menschen, die nicht
auf Süß- und Knabberkram verzichten und trotzdem kein Gewichtsproblem
haben.

> Mit Geschmackverstärkeren, Aromastoffen, Zucker usw, wird
> die natürliche Regelung "umgangen".

Mit dieser Aussage habe ich auch Probleme, und zwar deswegen: Die
gesamte Kochkunst hat sich seit Jahrhunderten zu einem großen Teil auf
"Geschmacksverstärkung" fixiert. Wenn ich mir heute einen klassischen
Fond zubereite, ist das langwierige Ergebnis chemisch betrachtet
eigentlich nichts weiter, als eine Brühe mit starkem Glutamatgehalt.
Offenbar wollen wir das. Unser spezieller Rezeptor für Glutamat deutet
darauf hin. Die Nahrungsmittelindustrie macht halt nichts anderes, als
diesem Bedürfnis zu entsprechen. Will sagen: Die ganzen sogenannten
Zusatzstoffe sind nicht ursächlich, sondern höchstens verstärkend in
einem Regelkreis, der uns zu Übergewicht führt oder auch nicht.

Die Konsequenz wäre ja, nur noch Dinge zu essen, die uns weniger
schmecken, als andere. Das kanns doch nicht sein, oder?

Gruß,
Peter


Peter Wittwer schrieb:
> "susi rotenberger" schrieb:
Hallo Peter,

>>Ab einem gewissen Alter wird die bis dato negative Kalorienbilanz

> Dann dürfte man bis dahin nicht mehr leben.

Wieso?
Ich meine damit, wenn bei gleicher Kalorien-, oder auch Joulezufuhr man
Normalgewicht hat, die selbige Energiemenge weiterhin zuführt,
die Muskelmasse aber ab einem gewissen Alter etwas abnimmt.
Nun nimmt man dann automatisch langsam zu,
weil nicht mehr so viel Energie benötigt wird.
Die überschüssige Energiezufuhr geht dann in die Speicherform,
Depotfett über, sofern man die überschüssige Energie nicht in höheren
Arbeitsumsatz sprich Sport, auch Bildung von Muskelmasse umwandelt.

> Die größten Energieverbraucher im Körper sind
> durchschnittlich Hirn und Darm.

Das wird sich ab einem Gewissen Alter auch verändern oder?

>>dadurch nehmen die Menschen kontinuierlich zu,
>>weil sie nicht mehr so viel Muskelmasse zu versorgen haben.

aber keine Angst, da bleibt schon noch genug Muskelmasse am Knochen.

Was ich immer amüsant finde wenn die Leute ins Fitnessstudio gehen um
Ihr Gewicht runterzubekommen,
das Blöde ist das dass Gewicht bleibt,
weil die Muskelmasse zunimmt. ;-))
So habe ich es bei einer Arbeitskollegin erlebt,
das hatte Ihr in punkto Abnehmen nichts gebracht.

> Vielleicht ein verwegener Gedanke: Aber mir ist schon mal aufgefallen,
> dass ich nach einem anstrengenden Tag abends mehr Hunger hatte als
> sonst.

Besonders wenn man zur Ruhe kommt merkt man seinen Hunger,
bei Stress findet er nicht so Beachtung.
Zentralgesteuert vom Hypothalamus (Zwischenhirn) entstehen alle Hunger-
und Sättigungssignale.
Verschiedene Botenstoffe wie das Leptin aus den Fettzellen und
das Hormon Insulin informieren über die Höhe des
Energiespeichers und die langfristige Sättigung.
Sinken die Spiegel von Insulin und Leptin, wird Hungergefühl ausgelöst.
Leptin gehört zu den Steuerhormonen des Essens,
der Nahrungsverarbeitung und des Immunsystems.

>>Das kann erfolgen wenn sich die Hormone umstellen,
>>eine schlechtere Proteinverwertung erfolgt.

> Warum nimmt man durch eine schlechtere Proteinverwertung zu?

Anstatt das es zum Zellaufbau verwendet wird,
kann es auch zur Energiegewinnung Verwendung finden, COH (-NS)

>>Wenn man dann nix tut gibts einen Ranzen, ;-))
>>weil nicht mehr so viel Muskelmasse mit Energie versorgt werden muss.

> Dafür muss man mit mit mehr Energie die größere Gesamtmasse bewegen.

Ja aber alles etwas schwerfälliger, anstrengender. ;-))

>>Dem kann man aber durch sportliche Aktivität entgegenwirken,
>>indem man sein "Muskelstabilitätspackt hält", stabiliesiert. ;-))

>>Hab auch mal ein Antiranzensportpaket dazugepackt.
>
>
>>Kalorienverbrauchsrechner für Sport:

Ist hier aber ausradiert wo ist er denn ;-))

> Das ist ja löblich und schön für den, der es tut. Es mag für Dich
> unvorstellbar sein, aber es gibt auch noch eine Gruppe Menschen, die,
> statt Sport zu treiben lieber Bücher lesen, Musik spielen oder einfach
> nur aus dem Fenster schauen möchte. Und in dieser Gruppe gibt es von den
> Dürren bis zu den Fetten alle bekannten Phänotypen. Komisch, oder?

Ja natürlich, das kann man auch noch dazu machen und
kann sich z.B. einen Hund anschaffen,
dann siehts nicht so nach Sport aus und man bewegt sich trotzdem,
macht jedenfalls mehr Spaß als das Massenwatscheln an Stöcken.
An so einen Hausgenossen gewöhnt man sich tierisch leicht
und lässt das Andere vielleicht ganz bleiben. ;-))

>
> Gruß,
> Peter
>
>
Dito

Susi


Hallo Uwe,

>bei a) bis d) mu


Susi Rotenberger schrub[tm]:
> Was ich immer amüsant finde wenn die Leute ins Fitnessstudio gehen um
> Ihr Gewicht runterzubekommen,
> das Blöde ist das dass Gewicht bleibt,
> weil die Muskelmasse zunimmt. ;-))
> So habe ich es bei einer Arbeitskollegin erlebt,
> das hatte Ihr in punkto Abnehmen nichts gebracht.

Sehr unwahrscheinliche Geschichte: Lass Dir mal von einem Bodybuilder
erklären, wie quälend langsam der Zuwachs an Muskelmasse auch bei
intensiven Training verläuft, wenn man nicht Masthilfen einnimmt.

Gruß - Wolfgang

--
*** Eine der verbreitetsten Krankheiten ***
*** ist die Diagnose. Karl Kraus ***
*** Tue, 28 Feb 2006 08:16 +0100 ***