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On Tue, 18 Oct 2005 14:22:31 +0200, "Joachim Pimiskern"
wrote:

>"Franz Steinhaeusler" schrieb:
>> On Tue, 18 Oct 2005 12:47:27 +0200, "Peter M. Petersen"
>> wrote:
>>> Vom Mond aus kannst du mit bloßem Auge die
>>> chinesische Mauer erkennen.
>>
>> Dass sich so ein Gerücht jahrelang hält, ist schon
>> verwunderlich. ts.
>
>http://news.bbc.co.uk/1/hi/world/asia-pacific/4459311.stm
>
>Grüße,
>Joachim

Hallo Joachim:

Auszug:
"""
A photograph taken from space appears to confirm that Chinas Great Wall
can be seen with the naked eye after all.
"""

Ja vom Weltall (aus der Umlaufbahn), aber nicht vom Mond;
um das ging es ja.

Da kann man die Umrisse der Kontinente noch erkennen,
die Farben der Vegetation, viel mehr aber auch nicht.

http://www.lrt.mw.tum.de/de/interessierte/raumfahrt fuer dummies.phtml
http://th04acc0178.swisswebaward.ch/chinesischemauer.html

--
Franz Steinhaeusler




hornig-andreas@t-online.de schrieb:

> Auflösungsvermögen des menschlischen Auges (Helligkeiten und Farben)?

Die Sehleistung eines Menschen wird meist mit so genannten Visustests
beurteilt, bei denen das kleinste für den Menschen erkennbare Detail
ermittelt wird, indem er schwarze Buchstaben oder Zeichen auf weißem
Untergrund liest.

Dies stellt jedoch nur einen kleinen Teilbereich des tatsächlichen
Sehens dar, da unsere Umwelt nicht nur aus schwarz und weiß, sondern aus
einer Fülle von Kontrasten und unterschiedlichen Größen besteht. Um eine
breitere Bestimmung der Sehfähigkeit vor diesem Hintergrund zu
ermöglichen wurden eigentlich erst in den letzten Jahren komplexere
Diagnosegeräte entwickelt.

Ein Beispiel hierfür ist die so genannte Ginsburg-Box
(http://www.contrastsensitivity.net/products/cst1800d.html, benannt nach
dem amerikanischen Augenarzt Dr. Arthur P. Ginsburg). Der Patient
betrachtet in der Box helle und dunkle Streifen, die in Kreisen
unterschiedlich angeordnet sind und deren Ausrichtung er beurteilt.
Teilweise wird dabei bewusst "störendes" Gegenlicht eingesetzt, ähnlich
wie beim nächtlichen Autofahren.

Meistens dürfte es sinnvoll sein, nicht nur den optimal sehenden
Computernutzer oder Fernsehzuschauer zu betrachen, sondern eine
möglichst große Bandbreite von Personen mit allen möglichen
Seh-Zipperlein auch nicht von der Benutzung auszuschließen.

Mit Horror erinnere ich mich noch daran, als ich einmal eine sehr
komplexe Vorher-Nachher-Betrachtung in drei Tagen Arbeit farblich
übersichtlicher gestalten wollte und deshalb in einer Grafik den
Vorher-Zustand in rot und den Nachher-Zustand in grün dargestellt habe.
Der Kunde, Betreiber einer Augenklinik, saß vor mir wie der Ochs vorm
Berg und erklärte mir, dass er auf der Grafik gar nichts erkennen könne,
weil er unter Rotgrünblindheit leide.

Jens


"Franz Steinhaeusler" schrieb:
> Ja vom Weltall (aus der Umlaufbahn), aber nicht
> vom Mond; um das ging es ja.

Danke für die Aufklärung.

Grüße,
Joachim


Hallo,

schrieb:

> Ich habe gelesen, dass das menschliche Auge in der Lage ist eine
> Winkelminute aufzulösen, also 1mm auf knapp 3,4 Meter.
> Dabei war diese Angabe aber immer auf einen schwarzen Punkt bezogen.
> So wurde gesagt, dass zwei schwarze punkte immer noch als getrennt
> erscheinen, wenn der Abstand zwischen den Punkten nicht weniger als
> eine Winkelminute beträgt.

[...]

> Leider habe ich Biologie in der Schule nach der 11. Klasse abwählen
> müssen, aber ich meine mich zu erinnern, dass es mehr Rezeptoren für
> Helligkeiten im Auge gibt als für Farben.
> Wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht heisst das doch, dass man
> Helligkeiten besser auf Entfernung sehen kann als Fabrne auf gleicher
> Entfernung.


Dann mache ich da mal ein paar Anmerkungen zu Deinem gesamten Posting.

Also das Auge, dass eine Winkelminute auflösen kann, hat einen Visus von
1,0. Das ist aber nicht bei allen Augen so. Es gibt auch Menschen, da ist
der Abstand der Rezeptoren so eng, dass auch kleinere Abstände noch
aufgelöst werden können, dann erreicht der Proband/Mensch auch einen Visus
von 1,2 oder mehr. (Mail mich ruhig an, wenn Du Formeln zur Visusberechnung,
Sehzeichengröße, etc. haben möchtest, ich such die dann raus.) Fehlsichtige
erreichen ohne Korrektur zum Teil deutlich schlechtere Werte, mehr möchte
ich dazu nicht ausführen, da das sicher nicht Dein Interessengebiet ist.

Aber zur Verteilung der Rezeptoren auf der Netzhaut: es gibt Zapfen und
Stäbchen. Zapfen sind fürs Farbensehen zuständig und befinden sich in
größter Dichte in der Netzhautgrube. Dort ist auch der Punkt des schärfsten
Sehens. Nach außen nimmt die Zapfendichte ab und ist zum Schluss gleich
null. Die Stäbchen sind fürs Schwarz-Weiß-Sehen zuständig. Sie sind auf der
gesamten Netzhaut zu finden, außer in der Netzhautgrube und im blinden Fleck
(dort treffen alle Nerven aufeinander und es ist kein Platz mehr für
Rezeptoren). Du hast also völlig recht mit der Erinnerung, dass es mehr
Stäbchen als Zapfen gibt.

Vergiss nur beim Schlussfolgern nicht, dass das Auge ständig in Bewegung ist
und dass das Gehirn zum Teil auch Farben nach seinem Wissen ergänzt - oder
hast Du nachts schon jemals das Gefühl gehabt, nur SW zu sehen?

So, das habe ich jetzt einfach mal aus dem Kopf ausgebuddelt. Gerne
beantworte ich weitere Fragen, nur es könnte sein, dass ich dazu auch
erstmal nachschlagen muss.

Gruß Sonja


Peter M. Petersen wrote:

> Zum Auflösungsvermögen des menschl. Auges
> eine Beobachtung (wir waren ja alle schon mal oben):
>
> Vom Mond aus kannst du mit bloßem Auge die chinesische Mauer erkennen.


Ja, aber wieviel Pixel hat die denn?

Grüße
Matthias


Hi Jens,

danke für die Antwort, aber wie kann ich denn sowas zu meinen
Berechnungen einbauen? Ich wüsste nicht genau, wie ich das
berücksichtigen kann. Ich kann schlecht eine statistische Erhebung durch
Tests machen.

Da ich ja kein Experte bin muss ich mir das Alles erst einmal anschauen.

Aber ich würde dennoch gerne erst das was ich selber herausgefunden habe
bestätigt haben, vor allem ob die Sehschärfe für Schwarz-Weiß Kontrasten
genau so gilt wie für Farben.
Wenn ich das klar habe, werd ich dann mir Bewegtbilder vornehmen, da ich
gelesen habe, dass das Auge noch schärfer auf Bildänderungen als auf
Standbilder reagiert.
Und erst danach würd ich mich dann an deinen Sonderformen versuchen.

Grüße und Danke,


Andreas


Jens Arne Maennig schrieb:
> hornig-andreas@t-online.de schrieb:
>
>
>>Auflösungsvermögen des menschlischen Auges (Helligkeiten und Farben)?
>
>
> Die Sehleistung eines Menschen wird meist mit so genannten Visustests
> beurteilt, bei denen das kleinste für den Menschen erkennbare Detail
> ermittelt wird, indem er schwarze Buchstaben oder Zeichen auf weißem
> Untergrund liest.
>
> Dies stellt jedoch nur einen kleinen Teilbereich des tatsächlichen
> Sehens dar, da unsere Umwelt nicht nur aus schwarz und weiß, sondern aus
> einer Fülle von Kontrasten und unterschiedlichen Größen besteht. Um eine
> breitere Bestimmung der Sehfähigkeit vor diesem Hintergrund zu
> ermöglichen wurden eigentlich erst in den letzten Jahren komplexere
> Diagnosegeräte entwickelt.
>
> Ein Beispiel hierfür ist die so genannte Ginsburg-Box
> (http://www.contrastsensitivity.net/products/cst1800d.html, benannt nach
> dem amerikanischen Augenarzt Dr. Arthur P. Ginsburg). Der Patient
> betrachtet in der Box helle und dunkle Streifen, die in Kreisen
> unterschiedlich angeordnet sind und deren Ausrichtung er beurteilt.
> Teilweise wird dabei bewusst "störendes" Gegenlicht eingesetzt, ähnlich
> wie beim nächtlichen Autofahren.
>
> Meistens dürfte es sinnvoll sein, nicht nur den optimal sehenden
> Computernutzer oder Fernsehzuschauer zu betrachen, sondern eine
> möglichst große Bandbreite von Personen mit allen möglichen
> Seh-Zipperlein auch nicht von der Benutzung auszuschließen.
>
> Mit Horror erinnere ich mich noch daran, als ich einmal eine sehr
> komplexe Vorher-Nachher-Betrachtung in drei Tagen Arbeit farblich
> übersichtlicher gestalten wollte und deshalb in einer Grafik den
> Vorher-Zustand in rot und den Nachher-Zustand in grün dargestellt habe.
> Der Kunde, Betreiber einer Augenklinik, saß vor mir wie der Ochs vorm
> Berg und erklärte mir, dass er auf der Grafik gar nichts erkennen könne,
> weil er unter Rotgrünblindheit leide.
>
> Jens