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Zahnersatz im Oberkiefer

Author: "Norbert Beckmann"

"Andrea Müller" schrieb im Newsbeitrag
news:1128551656.724835.197650@g44g2000cwa.googlegroups.com...
Hi,

Ich habe vor etwa 15 Jahren die beiden Schneidezähne im Oberkiefer
durch einen Unfall verloren. Damals waren die echten Zähne zunächst
implantiert worden, sie mussten aber nach 1-2 Jahren gezogen werden, da
sie ständig entzündet waren.
Da noch eine kieferorthopädische Behandlung anstand, bekam ich diverse
Provisorieren, die auf meine jeweilige Zahnspange angepasst wurden.
Später war es dann ein "normales" Provisorium, das ich seitdem trage.

Mittlerweile komme ich damit gar nicht mehr zurecht (es sitzt nicht
mehr gut und meine Zähne sind dunkler geworden, die künstlichen aber
nicht) und suche nach einem Ersatz.

Als erste Lösung kommen einem da natürlich Implantate in den Sinn.
Ich habe mir von einem Implantologen einen Kostenvoranschlag anfertigen
lassen, der auch meinen Kiefer geröntgt hat. Nach seiner Aufstellung
belaufen sich die Kosten komplett auf etwa 5000 EUR. Meine Versicherung
zahlt davon 450 EUR pro Zahn, d.h. 900 EUR.
Gleichzeitig besteht das Risiko, dass die Implantate nicht angenommen
werden oder später entfernt werden müssen.

Eine Alternative ist daher eine Brücke. Dazu müssten aber die
Nachbarzähne, die im Prinzip gesund sind, beschliffen werden. Davon
raten alle Zahnärzte, die mich bisher beraten haben, aber es ist in
meinen Augen die sicherste Alternative.

Habt ihr Empfehlungen? Abwägungen, Einschätzungen?

Danke.
Ich gehe davon aus,dass Du die beiden mittleren
Schneidezähne verloren hast. Eine Versorgung
durch eine Brücke ist im Prinzip schon eine gute
Lösung. Wenn man hier allerdings nur die beiden
seitlichen Schneidezähne als Anker benutzen
würde, wäre die Stabilität auf Dauer nicht gegeben,
denn diese sind, unter anderem, Wurzelmäßig eher schwach und die Situation
statisch ungünstig.
Um mit einer Brücke zurecht zu kommen, müssten
auch die Eckzähne als Anker mit einbezogen werden.
Es ergäbe sich also eine 6 - gliedrige Brücke.
Trotzdem, langfristig gesehen, wahrscheinlich
das Günstigste..




Zahnersatz im Oberkiefer

Author: Lutz Illigen

"Norbert Beckmann" wrote:

[schreckliches Gequote]

Bitte informiere dich:
http://einklich.net/usenet/zitier.htm

Lutz
--
E-Mail an Adresse im FROM wird ungelesen gelöscht


Zahnersatz im Oberkiefer

Author: Marion Starzacher

Hallo,
ich weiss, der Kostenfaktor spielt eine grosse Rolle, aber am besten
sind doch immer die eigenen Zaehne! Das sollte man sich gut ueberlegen,
bevor man andenkt, gesunde Zaehne zu beschleifen - wenn nicht
wurzelbehandelte Zaehne beschliffen werden, besteht die Gefahr, dass der
Zahn unter der Krone abstirbt. Zudem koennte sich noch ein Problem mit
Zahnfleischrueckgang im Bereich der Kronen ergeben, dies sieht nicht
sehr schoen aus. Es ist ausserdem kein angenehmes Gefuehl, da ja alle
Zaehne miteinander verbunden sind - ist beim Putzen auch nicht sehr fein!

Ich wuerd mir ein paar Meinungen einholen, also nicht nur bei einem
Implantologen nachfragen, vielleicht auch bei einer Uniklinik
nachfragen, da mir 5000Euro schon als sehr heftig erscheinen (oder sind
da schon knochenaufbauende Massnahmen miteinkalkuliert?)

Wie haelt eigentlich das Provisorium, das Du traegst? Koennte man dieses
nicht wieder in einer anderen Farbe einsetzen?

LG Marion

--
Wer nicht eine Million Leser erwartet, sollte keine Zeile schreiben.
Johann Wolfgang von Goethe


Zahnersatz im Oberkiefer

Author: Josef Berger

Andrea Müller schrieb:

> Eine Alternative ist daher eine Brücke. Dazu müssten aber die
> Nachbarzähne, die im Prinzip gesund sind, beschliffen werden. Davon
> raten alle Zahnärzte, die mich bisher beraten haben, aber es ist in
> meinen Augen die sicherste Alternative.

Ich habe als ich ca. 10 Jahre alt war durch einen blöden Unfall einen
Schneidezahn verloren. Eine Brücke kam damals wegen dem Wachstum
nicht in Frage, nur so ein Ding mit Drähten die die Zähne ruinieren.
Vor ca. 23 Jahren habe ich mir dann eine Brücke gegönnt.
Bisher perfekt, absolut problemlos.
Natürlich wurden 2 gesunde Zähne, und die waren wirklich gesund,
als Brückenpfeiler zu Stiften zusammengeschliffen, und das hat mich
damals bekümmert. Aber ich würde es wieder machen lassen.

> Habt ihr Empfehlungen? Abwägungen, Einschätzungen?

Als ebenso Betroffener aber Nichtmediziner kann ich dir nur mit meiner
Erfahrung dienen.

Gruß
bj


Zahnersatz im Oberkiefer

Author: "Norbert Beckmann"

"Marion Starzacher" schrieb im Newsbeitrag
news:434554e3$0$11200$79720d31@newsreader.inode.at...
> Hallo,
> bevor man andenkt, gesunde Zaehne zu beschleifen - wenn nicht
> wurzelbehandelte Zaehne beschliffen werden, besteht die Gefahr, dass der
> Zahn unter der Krone abstirbt. Zudem koennte sich noch ein Problem mit
> Zahnfleischrueckgang im Bereich der Kronen ergeben, dies sieht nicht
> sehr schoen aus. Es ist ausserdem kein angenehmes Gefuehl, da ja alle
> Zaehne miteinander verbunden sind - ist beim Putzen auch nicht sehr fein!
>
>
> Wie haelt eigentlich das Provisorium, das Du traegst? Koennte man dieses
> nicht wieder in einer anderen Farbe einsetzen?
>
> LG Marion
>
Hallo,

was Marion schreibt, ist zumindest teilweise richtig.
Eine Pulpa stirbt meist nur dann ab, wenn der Zahnarzt
zu resolut schleift.
Gelegentlich muss ein Zahn auch während der Behandlung devitalisiert werden,
wenn die Pupa z.B. zu groß ist.
Der Zahnfleischrückgang entwickelt sich nur sehr
langsam.
Trotzdem ist es schon bedauerlich, wenn man gesunde
Zähne bechleifen muss.
Alternativ würde sich ein herausnehmbarer Eratz
anbieten: Zierliche Metallplattenkonstruktion mit den
beiden Zähnen daran. Befestigung mit Klammen.
Ergebnis: Kosmetisch durchaus ansprechend, kostengünstig, Sitz normalerweise
gut.
Die Implantation, so einleuchtend sie ist, hat neben den
Kosten auch einige Tücken.
Grüße
Norbert


Zahnersatz im Oberkiefer

Author: Marion Starzacher

Norbert Beckmann wrote:

> Hallo,
>
> was Marion schreibt, ist zumindest teilweise richtig.
> Eine Pulpa stirbt meist nur dann ab, wenn der Zahnarzt
> zu resolut schleift.

hmm, muss ich Dir leider widersprechen, lt. zahnaerztlicher Meinung kann
es zu einem "langsamen" Absterben des Zahnes kommen (kann Jahre dauern,
aber es kann passieren) - aber Du hast eh "meist" hinzugefuegt - ;)


Es gibt so seine fuer und wider`s, es ist sicherlich keine leichte
Entscheidung, fuer die sollte man sich Zeit nehmen!

LG Marion



--
Wer nicht eine Million Leser erwartet, sollte keine Zeile schreiben.
Johann Wolfgang von Goethe


Zahnersatz im Oberkiefer

Author: Josef Berger

Norbert Beckmann schrieb:

> Die Implantation, so einleuchtend sie ist, hat neben den
> Kosten auch einige Tücken.

Könntest du bitte die Tücken ausführlich
beschreiben? Ich interessiere mich nämlich für
Implantate. Bisher haben mich nur die enormen
Kosten abgehalten. Negatives habe ich bisher
weder gehört noch gelesen.

Danke und Gruß
bj


Zahnersatz im Oberkiefer

Author: "Norbert Beckmann"

"Josef Berger" schrieb im Newsbeitrag
news:9be7e$4346775e$506d8a18$4079@news.chello.at...
> Norbert Beckmann schrieb:
>
> > Die Implantation, so einleuchtend sie ist, hat neben den
> > Kosten auch einige Tücken.
>
> Könntest du bitte die Tücken ausführlich
> beschreiben? Ich interessiere mich nämlich für
> Implantate. Bisher haben mich nur die enormen
> Kosten abgehalten. Negatives habe ich bisher
> weder gehört noch gelesen.
>
> Danke und Gruß
> bj

Hallo Josef

Das Zahnimplantat birgt von allen Maßnamen das
relativ größte Risiko, dass die Behandlung nicht
zufriedenstellend verläuft.
Der Erfolg eines belastbaren Implantates steht und fällt
mit der vorhandenen Knochendichte. Diese ist bei
jungen Menschen am höchsten und bei älteren, vor
allem wenn sie ihre Zähne vorwiegend durch
Parodontitis verloren haben, am geringsten. Demgemäß
ist das Ergebnis. Um die Knochendichte auch bei
älteren Patienten ausreichend zu erhöhen, werden
Knocheneigentransplantate, z.B. aus dem Beckenkamm,
vorgenommen.
Vergleicht man die Lebensdauer und vor allem die
Anschlussbehandlung, wenn etwas erneuert werden
muss, so sieht das bei einer Brücke, die 10 Jahre
sitzt, was leicht erreicht wird, wie folgt aus:
Die Kronen werden entfernt und die Ankerzähne
etwas nachpräpariert. Dann erfolgen die Abdrücke
und die neue Brücke wird eingegliedert. Eine für
den Patienten mäßig belastende Angelegenheit.
Es gibt auch Brücken, die sehr viel länger halten.

Bei der Implantaterneuerung, eine 10-jährige
Lebendauer wäre ein gutes Ergebnis, sieht
die Sache naturgemäß schwieriger aus. Das
entfernte Implantat hinterlässt im Knochen ein
Loch, das zusätzlich geschlossen werden muss.
Die Belastung für den Patienten wird eher größer,
als beim Erstimplantat.

Ich möchte hier allerdings niemanden von einer
Implantatversorgung abhalten. Man sollte allerdings
Bescheid wissen.

gn