Medizin

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Hallo NG,

ich war eben bei meiner Apotheke und bin mit der Apothekerin ein wenig
ins Gespräch gekommen.

Ich vergleiche vor dem Medikamentenkauf immer gerne die Preise der
verschiedenen Generika-Hersteller und setze sie in Bezug zur
Wirkstoffmenge und der Anzahl der enthaltenen Tabletten (homo
oeconomicus, ich weiß ;-).

Nun meinte die Apothekerin zu mir, dass man das so einfach nicht
vergleichen kann, dass man beispielsweise nicht sagen kann "Eine Aspirin
enthält 500 mg an Acetylsalicylsäure und ASS ratiopharm ebenfalls, also
sind die beiden gleichwertig und ich nehme das günstigere".

Ich war davon ausgegangen, dass die reinen Angaben des chemischen
Wirkstoffgehalts gleichzusetzen seien und man somit auch von ein und
derselben Wirkung ausgehen kann.

Sie meinte, das würde sie mir aber ein andermal erklären, da noch einige
andere Kunden warteten.

Ich verstehe das nich. Wenn ein Hersteller bei Monopräparaten die genaue
Menge des Wirkstoffes angibt, dann müsste ich doch davon ausgehen können,
dass diese Werte 1:1 vergleichbar mit einem vom Wirkstoffanteil gleichen
Monopräparat sind? Bei Präparaten mit Extrakten aus natürlichen
Bestandteilen (z.B. Mariendistel-Extrakt) könnte ich das noch verstehen,
aber bei rein chemischen Verbindungen...?

Wurde mir Mist erzählt? Oder kann mir jemand erklären, warum das nicht so
einfach vergleichbar ist?

Danke schonmal :)

Grüße,
Robert




"Robert Bickmann" schrieb im Newsbeitrag
news:bjkpja$jj182$1@ID-63105.news.uni-berlin.de...
> Sie meinte, das würde sie mir aber ein andermal erklären, da noch einige
> andere Kunden warteten.

Dir wurde Mist erzählt. Die Apotheker sind doch nur Handlanger der
chemischen Industrie.


Wirkstoff Mengenangaben auf Arzneimitteln

Author: "Anna-Maria Welz"

"Robert Bickmann" schrieb im Newsbeitrag
news:bjkpja$jj182$1@ID-63105.news.uni-berlin.de...

>
> Wurde mir Mist erzählt? Oder kann mir jemand erklären, warum das nicht so
> einfach vergleichbar ist?

Es ist möglich, dass einem Präparat neben dem reinen Wirkstoff Komponenten
beigegeben werden, die folgenden Zwecken dienen:

1. die Aufnahmebereitschaft des Körpers für den Wirkstoff zu steigern
2. den Transport des Wirkstoffes zum "Einsatzort" sicherzustellen
3. sicherzustellen, dass der Wirkstoff nach Einnahme solange lebt bis er am
Einsatzort sein Wirkung entfalten kann.

Ich beziehe mich bei diesen Punkten (es gibt weitere) ausdrücklich nicht auf
das Beispiel Aspirin, Acetylsalicylsäure und ASS ratiopharm.

hth
Anna-Maria


On 9 Sep 2003 14:54:35 GMT, Robert Bickmann wrote:

>Nun meinte die Apothekerin zu mir, dass man das so einfach nicht
>vergleichen kann, dass man beispielsweise nicht sagen kann "Eine Aspirin
>enthält 500 mg an Acetylsalicylsäure und ASS ratiopharm ebenfalls, also
>sind die beiden gleichwertig und ich nehme das günstigere".

Und was hat sie Dir dann für einen Quatsch erzählt - oder hielt sie eine
Begründung dieser wüsten behauptung gar für unnötig.

Du hast natürlich Recht - und als Sparfuch gibt es noch den Tipp, die
höchste Dosis zu kaufen und die Tabletten zu teilen (wenn sie eine
Bruchmarke haben).


cu, Martin
--
Ubi bene ibi Colonia!
PS: please use REPLY-TO address for email


> Du hast natürlich Recht - und als Sparfuch gibt es noch den Tipp, die
> höchste Dosis zu kaufen und die Tabletten zu teilen (wenn sie eine
> Bruchmarke haben).
Das billgste wäre bei Acetylsalizylsäure wohl der Chemikalienhandel, da gibt
es z.B. 500g für 16,36 Euro, ist aber als Xn gekennzeichnet, also
mindergiftig und da weiß ich nicht genau, wie es mit dem Versand an privat
aussieht.

Sabine


Robert Bickmann schrieb:

...
> Nun meinte die Apothekerin zu mir, dass man das so einfach nicht
> vergleichen kann, dass man beispielsweise nicht sagen kann "Eine Aspirin
> enthält 500 mg an Acetylsalicylsäure und ASS ratiopharm ebenfalls, also
> sind die beiden gleichwertig und ich nehme das günstigere".
>
> Ich war davon ausgegangen, dass die reinen Angaben des chemischen
> Wirkstoffgehalts gleichzusetzen seien und man somit auch von ein und
> derselben Wirkung ausgehen kann.
...

Nicht zwingend. So kann z. B. die Wirkstofffreisetzung durchaus
unterschiedlich sein, bei Präparat A mögen nach einer halben Stunde 99 %
freigesetzt sein, bei Präparat B nur 70 %. Auch die Reinheit des
Wirkstoffs kann unterschiedlich sein, Präparat A erfüllt die
Anforderungen des Arzneibuchs vielleicht gerade eben, während Präparat B
deutlich reiner ist.

Bei Aspirin dürfte das alles keine sehr große Rolle spielen. Es ist
schon ein paar Jahre her, dass ich eine vergleichende Untersuchung
verschiedener ASS-Präparate gelesen habe, aber damals schnitten
ASS-ratiopharm und Aspirin etwa gleichgut ab.

Bei den Brausetabletten (ASS + C vs. Aspirin plus C), die allerdings
ohnehin nicht gleich dosiert sind, kann es schon ein wenig anders
aussehen. Hier spielt die Verpackung auch eine gewisse Rolle, es kann
dir bei nicht ganz dichtem Verschluss der Plastikröhren von ASS + C
leicht passieren, dass diese unter dem Einfluss der Luftfeuchtigkeit
verderben, sie riechen dann nach Essig, sehen nicht mehr besonders gut
aus und können durch die gebildete freie Salicylsäure auch den Magen
stärker reizen als die unverdorbene Arznei. Diese Gefahr ist bei Aspirin
+ C geringer, da diese einzeln in Metallfolie verpackt sind.


Tschüs, Jürgen


"Sabine Wolf" schrieb:

>Wenn Generika eine etwas andere Wirkung haben können als das Original,

Die Wirkung ist dieselbe! Nur z.B. der Zeitpunkt des Wirkungseintritts
kann ein anderer sein, je nachdem welche Zusatzstoffe enthalten sind.

>muß
>für die Zulassung eines Generikums derselbe Aufwand getrieben werden wie zur
>Zulassung des Originals, also ne Menge Tests und so, oder gibt es für
>Generika eine vereinfachte Zulassung?

Es werden da auch Test betrieben, denn es muß ja z.B. im klinischen
Versuch nachgwiesen werden, daß die Kombination von Wirkstoff A ud
Hilfsmittel B keine schädlichen Auswirkungen auf den Oragnismus hat.

Aber die Wirkung der Substanz selber muß nicht mehr nachgewiesen
werden, also schon eine andere Form der Prüfung.

mfg
Jörg

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Robert Bickmann schrieb:
>
> Nun meinte die Apothekerin zu mir, dass man das so einfach nicht
> vergleichen kann, dass man beispielsweise nicht sagen kann "Eine Aspirin
> enthält 500 mg an Acetylsalicylsäure und ASS ratiopharm ebenfalls, also
> sind die beiden gleichwertig und ich nehme das günstigere".

Hallo,

es gibt auch den Begriff der biologischen Verfügbarkeit, das bedeutet
wieviel von dem Wirkstoff auch tatsächlich aufgenommen wird. Je nach
nach der Zubereitung und dem Wirkstoff kann da durchaus ein Unterschied
bestehen. Wirkstoff der den Darm passiert und ausgeschieden wird ohne
resorbiert zu werden und nicht in den Blutkreislauf und das Gewebe
gelangt kann auch nicht helfen. (Mit der Ausnahme einer Wurmkur etc.)

Bye