Medizin

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Hallo,

ab und zu verspüre ich etwa 2-3 cm direkt (also mittig) oberhalb des
Bauchnabels einen kurzen aber heftigen stechenden Schmerz, der dann aber
genauso schnell wieder verschwindet wie er kam.
Es hängt wohl nicht mit dem Essen zusammen, zumindest kann ich keine
Gemeinsamkeiten zum Auftreten herstellen.

Was könnte das sein? Liegt da die Bauchspeicheldrüse? Magengeschwüre würden
wohl einen länger anhaltenden Schmerz erzeugen?
Ich hab auch immer wieder mal mit Durchfällen bzw Übelkeit zu kämpfen. Vor 3
Jahren wurde ich deshalb bereits umfassend in der Uni-Klinik und im
Tropeninstitut (Blut- und Stuhluntersuchung, wegen Verdacht auf Lamblien,
nach Afrika Aufenthalt) untersucht. Da nichts gefunden wurde, gabs die
Diagnose "Reizmagen/Reizdarm", insbesondere in Stress-Situationen.

Beim letzten Routinecheck beim Hausarzt wurden stark erhöhte Leberwerte fest
gestellt (Gamma-GT) 116 U/l (statt 7-49 norm), und das obwohl ich nur selten
mal etwas Alkohol trinke. Das soll jetzt demnächst nochmal überprüft werden.

Läßt das auf was schließen?




Heiko Blank schrieb:

> Was könnte das sein? Liegt da die Bauchspeicheldrüse? Magengeschwüre würden
> wohl einen länger anhaltenden Schmerz erzeugen?

Ja, dort liegt die Bauchspeicheldrüse, aber nicht nur. Auch der
Magenausgang, Zwölffingerdarm, evtl. Lymphknoten, Blutgefäße usw. Die
Zuordnung von Schmerzpunkten zu inneren Organen bzw. sonstigen
Strukturen ist fast immer unzuverlässig.

Auch der Schmerzcharakter ist bei ein und der gleichen Erkrankung sehr
unterschiedlich. Manche Menschen laufen mit einem Magengeschwür herum,
ohne etwas davon zu merken, andere haben wiederum Beschwerden, wie Du
sie beschreibst.

> Ich hab auch immer wieder mal mit Durchfällen bzw Übelkeit zu kämpfen. Vor 3
> Jahren wurde ich deshalb bereits umfassend in der Uni-Klinik und im
> Tropeninstitut (Blut- und Stuhluntersuchung, wegen Verdacht auf Lamblien,
> nach Afrika Aufenthalt) untersucht. Da nichts gefunden wurde, gabs die
> Diagnose "Reizmagen/Reizdarm", insbesondere in Stress-Situationen.

Gut, dass ist natürlich in gewisser Weise oft auch eine
Verlegenheitsdiagnose. Liegt momentan denn eine Stress-Situation vor?

> Beim letzten Routinecheck beim Hausarzt wurden stark erhöhte Leberwerte fest
> gestellt (Gamma-GT) 116 U/l (statt 7-49 norm), und das obwohl ich nur selten
> mal etwas Alkohol trinke. Das soll jetzt demnächst nochmal überprüft werden.
>
> Läßt das auf was schließen?

Der Wert allein sagt recht wenig, die Konstellation mit den übrigen
Leberwerten wäre interessant, außerdem natürlich der Verlauf (also
wieder kontrollieren lassen!). Eine isolierte Gamma-GT-Erhöhung ist kein
Grund zur Beunruhigung, im Zusammenhang mit Deinen Schmerzen aber unter
Umständen schon bedeutsam. Durch gelegentlichen geringen Alkoholkonsum
erhöht sich die Gamma-GT übrigens nicht auf 116! Medikamente wären aber
eine der zahlreichen weiteren Ursachen, daneben Gallenwegserkrankungen
und generell viele Leberkrankheiten.

Wir werden dieses Rätsel hier nicht lösen können, eine weitere ärztliche
Abklärung ist nötig, vorzugsweise bei einem Internisten oder sogar
Gastroenterologen.


"Niklas Thilo" schrieb
>>... , gabs die Diagnose "Reizmagen/Reizdarm", insbesondere in
>>Stress-Situationen...
> Gut, dass ist natürlich in gewisser Weise oft auch eine
> Verlegenheitsdiagnose. Liegt momentan denn eine Stress-Situation vor?

Naja, mal mehr mal weniger, das bringt mein Job leider so mit sich.
Hab auch damals Entspannungsübungen, Qi Gong usw. gelernt, aber schon lange
nicht mehr angewandt.
Bin zu faul dazu. Der Leidensdruck ist momentan nicht da oder eben nicht
hoch genug ;-)

>Eine isolierte Gamma-GT-Erhöhung ist kein Grund zur Beunruhigung, im
>Zusammenhang mit Deinen Schmerzen aber unter Umständen schon bedeutsam.

Welche weiteren Werte wären denn noch interesant, hab hier noch sehr viele
im Laborbericht stehen.

> Wir werden dieses Rätsel hier nicht lösen können, eine weitere ärztliche
> Abklärung ist nötig, vorzugsweise bei einem Internisten oder sogar
> Gastroenterologen.

Ja, hab vom Hausarzt eine Empfehlung für einen "Leberspezialisten" bekommen,
der hat außer dem "Dr. med." auch den Zusatz Gastroenterologe im Telefonbuch
stehen. Als Alternative könnte ich aber auch wieder unsere Uni-Klinik
aufsuchen, die haben auch eine Gastroenterologische Abteilung, die ich von
damals noch kenne.
Welche Untersuchungen sind denn da angebracht? Ich denke natürlich wieder
die Blut-Laborwerte, wohl auch Ultraschall. Sonstiges?


Heiko Blank schrieb:

> Welche weiteren Werte wären denn noch interesant, hab hier noch sehr viele
> im Laborbericht stehen.

AP, GOT (AST), GPT (ALT), Bilirubin, ChE, Lipase, CRP, MCV, Quick.

> Ja, hab vom Hausarzt eine Empfehlung für einen "Leberspezialisten" bekommen,
> der hat außer dem "Dr. med." auch den Zusatz Gastroenterologe im Telefonbuch
> stehen. Als Alternative könnte ich aber auch wieder unsere Uni-Klinik
> aufsuchen, die haben auch eine Gastroenterologische Abteilung, die ich von
> damals noch kenne.

Vorteil in der Uniklinik wäre natürlich, dass die Dich und Deine
Geschichte da schon kennen. Nachteil sind oft lange Wartezeiten und
möglicherweise Behandlung durch eine nicht so kompetente Person wie den
niedergelassenen Gastroenterologen.

> Welche Untersuchungen sind denn da angebracht? Ich denke natürlich wieder
> die Blut-Laborwerte, wohl auch Ultraschall. Sonstiges?

Ja, Ultraschall mindestens der Leber sicher. Labor je nach Vorwerten.
Evtl. Magenspiegelung, alles andere wird man sehen.


"Niklas Thilo" schrieb im
> AP, GOT (AST), GPT (ALT), Bilirubin, ChE, Lipase, CRP, MCV, Quick.

AP, GOT, GPT, Bilirubin, MCV, und Quick sind allesamt jeweils etwa in der
Mitte der Normskala.
ChE, CRP und Lipase wurden nicht bestimmt.

Leicht erhöht waren Alpha-2-Globulin, Beta-1-Globulin, Cholesterin, und
LDL-Cholesterin (HDL-Chol. dagegen normal)
Leicht erniedrigt Gamma-Globulin. Das ist es aber schon seit sehr vielen
Jahren, also chronisch. Ebenfalls leicht erniedrigt Kalium und Phospat.
Letzteres könnte mit den gelegentlichen Durchfällen zusammen hängen, oder?

> Evtl. Magenspiegelung, alles andere wird man sehen.

Was ich vorher noch vergessen hatte. Bei den umfangreichen Untersuchungen
damals wurde bei einer Magenspiegelung eine kleine Hiatus-Hernie mit Reflux
und leichten Anzeichen für beginnende Stenosierung festgestellt. Obwohl ich
eigentlich nur sehr selten Sodbrennen hatte. Höchstens wenn ich auf dem
Oktoberfest eine Maß und ein Hendl verdrückt hatte ;-)


Heiko Blank schrieb:

> "Niklas Thilo" schrieb im
>
>>AP, GOT (AST), GPT (ALT), Bilirubin, ChE, Lipase, CRP, MCV, Quick.
>
> AP, GOT, GPT, Bilirubin, MCV, und Quick sind allesamt jeweils etwa in der
> Mitte der Normskala.
> ChE, CRP und Lipase wurden nicht bestimmt.
>
> Leicht erhöht waren Alpha-2-Globulin, Beta-1-Globulin, Cholesterin, und
> LDL-Cholesterin (HDL-Chol. dagegen normal)
> Leicht erniedrigt Gamma-Globulin. Das ist es aber schon seit sehr vielen
> Jahren, also chronisch. Ebenfalls leicht erniedrigt Kalium und Phospat.
> Letzteres könnte mit den gelegentlichen Durchfällen zusammen hängen, oder?

Ja, könnte es, denn Durchfall führt zu Elektrolyt-Verlusten. Das mit dem
Gamma-Globulin kann in dem Zusammenhang auch eine Rolle spielen, denn
dahinter verbergen sich die Immunglobuline (Antikörper). Wurden die
Immunglobuline schon mal quantitativ bestimmt (IgG, IgM und IgA, evtl.
IgG-Subklassen)?

> Was ich vorher noch vergessen hatte. Bei den umfangreichen Untersuchungen
> damals wurde bei einer Magenspiegelung eine kleine Hiatus-Hernie mit Reflux
> und leichten Anzeichen für beginnende Stenosierung festgestellt. Obwohl ich
> eigentlich nur sehr selten Sodbrennen hatte. Höchstens wenn ich auf dem
> Oktoberfest eine Maß und ein Hendl verdrückt hatte ;-)

Die Hiatushernie selbst hat kaum Krankheitswert, aber eine
Refluxösophagitis sollte regelmäßig endoskopisch kontrolliert werden
wegen der Gefahr der Enstehung eines Barrett-Ösophagus und später
Speiseröhrenkrebs.


Hallo,

ab und zu verspüre ich etwa 2-3 cm direkt (also mittig) oberhalb des
Bauchnabels einen kurzen aber heftigen stechenden Schmerz, der dann aber
genauso schnell wieder verschwindet wie er kam.
Es hängt wohl nicht mit dem Essen zusammen, zumindest kann ich keine
Gemeinsamkeiten zum Auftreten herstellen.

Was könnte das sein? Liegt da die Bauchspeicheldrüse? Magengeschwüre würden
wohl einen länger anhaltenden Schmerz erzeugen?
Ich hab auch immer wieder mal mit Durchfällen bzw Übelkeit zu kämpfen. Vor 3
Jahren wurde ich deshalb bereits umfassend in der Uni-Klinik und im
Tropeninstitut (Blut- und Stuhluntersuchung, wegen Verdacht auf Lamblien,
nach Afrika Aufenthalt) untersucht. Da nichts gefunden wurde, gabs die
Diagnose "Reizmagen/Reizdarm", insbesondere in Stress-Situationen.

Beim letzten Routinecheck beim Hausarzt wurden stark erhöhte Leberwerte fest
gestellt (Gamma-GT) 116 U/l (statt 7-49 norm), und das obwohl ich nur selten
mal etwas Alkohol trinke. Das soll jetzt demnächst nochmal überprüft werden.

Läßt das auf was schließen?


Heiko Blank schrieb:

> Was könnte das sein? Liegt da die Bauchspeicheldrüse? Magengeschwüre würden
> wohl einen länger anhaltenden Schmerz erzeugen?

Ja, dort liegt die Bauchspeicheldrüse, aber nicht nur. Auch der
Magenausgang, Zwölffingerdarm, evtl. Lymphknoten, Blutgefäße usw. Die
Zuordnung von Schmerzpunkten zu inneren Organen bzw. sonstigen
Strukturen ist fast immer unzuverlässig.

Auch der Schmerzcharakter ist bei ein und der gleichen Erkrankung sehr
unterschiedlich. Manche Menschen laufen mit einem Magengeschwür herum,
ohne etwas davon zu merken, andere haben wiederum Beschwerden, wie Du
sie beschreibst.

> Ich hab auch immer wieder mal mit Durchfällen bzw Übelkeit zu kämpfen. Vor 3
> Jahren wurde ich deshalb bereits umfassend in der Uni-Klinik und im
> Tropeninstitut (Blut- und Stuhluntersuchung, wegen Verdacht auf Lamblien,
> nach Afrika Aufenthalt) untersucht. Da nichts gefunden wurde, gabs die
> Diagnose "Reizmagen/Reizdarm", insbesondere in Stress-Situationen.

Gut, dass ist natürlich in gewisser Weise oft auch eine
Verlegenheitsdiagnose. Liegt momentan denn eine Stress-Situation vor?

> Beim letzten Routinecheck beim Hausarzt wurden stark erhöhte Leberwerte fest
> gestellt (Gamma-GT) 116 U/l (statt 7-49 norm), und das obwohl ich nur selten
> mal etwas Alkohol trinke. Das soll jetzt demnächst nochmal überprüft werden.
>
> Läßt das auf was schließen?

Der Wert allein sagt recht wenig, die Konstellation mit den übrigen
Leberwerten wäre interessant, außerdem natürlich der Verlauf (also
wieder kontrollieren lassen!). Eine isolierte Gamma-GT-Erhöhung ist kein
Grund zur Beunruhigung, im Zusammenhang mit Deinen Schmerzen aber unter
Umständen schon bedeutsam. Durch gelegentlichen geringen Alkoholkonsum
erhöht sich die Gamma-GT übrigens nicht auf 116! Medikamente wären aber
eine der zahlreichen weiteren Ursachen, daneben Gallenwegserkrankungen
und generell viele Leberkrankheiten.

Wir werden dieses Rätsel hier nicht lösen können, eine weitere ärztliche
Abklärung ist nötig, vorzugsweise bei einem Internisten oder sogar
Gastroenterologen.