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Mahlzeit ;-)

Aus gegebenen Anlass möchte ich hier mal nachfragen, ob es irgendwelche
gesicherten Erkenntnise über den Zusammenhang von extremer
Schwangerschaftsübelkeit und einer Helicobacter pylori-Infektion gibt?

Ich bin über einen Bericht von Herrn Frigo gestoßen, der einen
Zusammenhang erkennt und auf einige Berichte, die diesen referenzieren.
Weitere Forschungsergebnisse hab ich leider im Netz noch nicht
ausgraben können, außer ähnlichen Tests mit ähnlichen Ergebnissen wie
Herr Frigo. Hyperemesis gravidarum-Patienten haben zu ~90%
Helicobacter-Infektion, Schwangere ohne Hypermesis haben zu ~50%
Helicobacter-Infektionen... Jeweils mit einer Personenanzahl von 50-100
Patienten und einer entsprechenden Referenzgruppe.

Ich suche jetzt eine "handfeste" schulmedizinisch anerkannte Studie, um
diese der Frauenärztin meiner Freundin vorzulegen, die das ganze als
"Unbewiesenen Quatsch" abtut und das Ganze gar nicht weiter in Betracht
zieht und stattdessen lieber die klassische Behandlung von HG mit
Infusionen und Vomex verordnet.

Gruß
Uli




Ulrich Gehauf schrieb:

>"Unbewiesenen Quatsch" abtut und das Ganze gar nicht weiter in Betracht
>zieht und stattdessen lieber die klassische Behandlung von HG mit
>Infusionen und Vomex verordnet.

Es geht um Deine Freundin, nicht um Studien.
Sie kann den C13 Atemgastest mit markiertem Harnstoff machen oder
neuerdings auch eine Stuhlprobe auf Helicobacter Pylori testen lassen.
Beides geht ohne Gastroskopie und ohne Beeinträchtigung der
Schwangerschaft.

servus
robby


--
Manche Leute würden eher sterben als nachdenken. Und sie tun das auch. (Bertrand Russel)


Robert Kunz schrieb

> Es geht um Deine Freundin, nicht um Studien.
> Sie kann den C13 Atemgastest mit markiertem Harnstoff machen oder
> neuerdings auch eine Stuhlprobe auf Helicobacter Pylori testen lassen.
> Beides geht ohne Gastroskopie und ohne Beeinträchtigung der
> Schwangerschaft.

In jeder Apotheke gibt es daneben auch noch einen
Schnelltest mit einem Tropfen Blut aus dem Finger.
--


Robert Kunz schrieb am 30 Mrz 2005:

> Ulrich Gehauf schrieb:
>
>>"Unbewiesenen Quatsch" abtut und das Ganze gar nicht weiter in
>>Betracht zieht und stattdessen lieber die klassische Behandlung
>>von HG mit Infusionen und Vomex verordnet.
>
> Es geht um Deine Freundin, nicht um Studien.

Dachte ich eigentlich auch...

> Sie kann den C13 Atemgastest mit markiertem Harnstoff machen oder
> neuerdings auch eine Stuhlprobe auf Helicobacter Pylori testen
> lassen. Beides geht ohne Gastroskopie und ohne Beeinträchtigung
> der Schwangerschaft.

Is mir schon klar... nur will das die FA eben nicht machen, mit der
Begründung, das wäre eh sinnlos, weil HP dafür nicht verantwortlich
sein kann . Dafür will sie keine Krankenkassengelder verschwenden
und überhaupt könne man dann eh nichts machen, weil die Antibiotika
gegen HP in der Schwangerschaft verboten wären.

Gruß
Uli


Ulrich Gehauf schrieb:

> Is mir schon klar... nur will das die FA eben nicht machen, mit der
> Begründung, das wäre eh sinnlos, weil HP dafür nicht verantwortlich
> sein kann . Dafür will sie keine Krankenkassengelder verschwenden
> und überhaupt könne man dann eh nichts machen, weil die Antibiotika
> gegen HP in der Schwangerschaft verboten wären.

Über den Zusammenhang zwischen H.p.-Infektion und Hyperemesis gravidarum
kann ich leider nichts sagen (die Fragestellung ist auch wirklich sehr
speziell, daher finde ich es durchaus eine gute Idee, Originalarbeiten
z. B. mit Hilfe von PubMed durchzuforsten). Ich bin mir auch nicht
wirklich sicher, ob jede niedergelassene Frauenärztin auf diesem Gebiet
so gut informiert ist, dass sie dazu eine seriöse Aussage treffen kann.

Die Aussage mit den Antibiotika kann man aber so nicht stehen lassen.
Eine Therapie einem Protonenpumpeninhibitor, Clarithromycin und
Amoxicillin wäre nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung auch in der
Schwangerschaft möglich. Lediglich mit Metronidazol muss man extrem
vorsichtig sein, man kann aber (wie oben erwähnt) auch ganz darauf
verzichten und eine Tripeltherapie mit PPI, Clarithromycin und
Amoxicillin durchführen. Diese ist zwar nicht ganz so gängig wie die
"klassischen" french und italian triple, aber dennoch durchaus
etabliert. Vielleicht weiß die Frauenärztin dies nicht?


> Die Aussage mit den Antibiotika kann man aber so nicht stehen lassen.
> Eine Therapie einem Protonenpumpeninhibitor, Clarithromycin und
> Amoxicillin wäre nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung auch in der
> Schwangerschaft möglich. Lediglich mit Metronidazol muss man extrem
> vorsichtig sein, man kann aber (wie oben erwähnt) auch ganz darauf
> verzichten und eine Tripeltherapie mit PPI, Clarithromycin und
> Amoxicillin durchführen. Diese ist zwar nicht ganz so gängig wie die
> "klassischen" french und italian triple, aber dennoch durchaus
> etabliert. Vielleicht weiß die Frauenärztin dies nicht?

Entschuldigung, habe gerade Quatsch geschrieben. PPI + Clarithromycin +
Amoxicillin *ist* die french triple Therapie und somit gleichzeitig das
wirksamste und für die Schwangerschaft am besten geeignete
Eradikationsschema.


Niklas Thilo schrieb am 31 Mrz 2005:

> Ich bin mir auch nicht wirklich sicher, ob jede niedergelassene
> Frauenärztin auf diesem Gebiet so gut informiert ist, dass sie
> dazu eine seriöse Aussage treffen kann.

Zumindest hat sie sich das angemaßt ;-)

"Nein, HP hat mit der Übelkeit in der Schwangerschaft nix zu tun, HP
greift nur den Magen an"

Ich will ja nix gegen die FA sagen, zumal sich meine Freundin dort gut
aufgehoben fühlt, aber irgendwie drängt sich mir der Eindruck eines
"Halbgottes ind Weiß" auf und der dumme Patient hat eh keine Ahnung.

Aber wie gesagt, meine Freundin fühlt sich dort gut aufgehoben und
gerade bei Gynäkologen ist ja eine gewisse Vertrauensstellung nötig,
deshalb werden wir auch nicht so einfach wechseln.

Nun hätte ich halt deswegen gerne fundierte Erkenntnisse, mit denen ich
die FA zu einer eventuellen Therapie überreden könnte.

Gruß
Uli


Ulrich Gehauf schrieb:

> "Nein, HP hat mit der Übelkeit in der Schwangerschaft nix zu tun, HP
> greift nur den Magen an"

Hmm, diese Aussage zeugt nicht gerade von tiefschürfendem Wissen über H.p.

> Aber wie gesagt, meine Freundin fühlt sich dort gut aufgehoben und
> gerade bei Gynäkologen ist ja eine gewisse Vertrauensstellung nötig,
> deshalb werden wir auch nicht so einfach wechseln.

Das wollte ich auch nicht bezwecken. Natürlich ist es wichtig, dass sie
sich gut aufgehoben fühlt. Die Gynäkologin muss ja auch nicht schlecht
sein, wenn sie in einem speziellen Punkt evtl. Unrecht hat.

> Nun hätte ich halt deswegen gerne fundierte Erkenntnisse, mit denen ich
> die FA zu einer eventuellen Therapie überreden könnte.

Das ist eine gute Einstellung - der "mündige Patient" eben.

Habe mal kurz PubMed angeworfen. Der Zusammenhang scheint etwas
kontrovers diskutiert zu werden, aber neuere Arbeiten sprechen zumindest
von einer Korrelation zwischen H.p.-Infektion und Hyperemesis. Hier das
"Futter" (Du kannst doch Englisch, oder?):
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=pubmed&dopt=Abstract&list uids=15009618
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=pubmed&dopt=Abstract&list uids=12887118
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=pubmed&dopt=Abstract&list uids=11183452