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Hallo an alle,

ich habe mal eine Faustregel ehört die besagt: "Wegen Strahlenbelastung
nicht öfter als 1mal pro Jahr Röntgen".
Ist die Regel gut und empfehlenswert?

Wie ist das mit CT?
Öfter? Weniger oft?

Danke!




Karli Otto wrote:

> Wie ist das mit CT?
>


"Karli Otto" wrote:

>ich habe mal eine Faustregel ehört die besagt: "Wegen Strahlenbelastung
>nicht öfter als 1mal pro Jahr Röntgen".
>Ist die Regel gut und empfehlenswert?

Sie ist undifferenzierter Blödsinn. :-) Bei Google gibt es reichlich
Lesestoff zu dem Thema, z.B.:

http://www.dgzmk.de/patinfo/pat18.htm
http://didaktik.physik.uni-wuerzburg.de/~pkrahmer/home/aktker04.html
http://www.radiologie-klinikum-augsburg.de/patienten/roentgeninfo.html

>Wie ist das mit CT?
>Öfter? Weniger oft?

Beim CT ist die Strahlenbelastung i.d.R. höher als bei einer
konventionellen Aufnahme. Man erhält jedoch, abhängig von der
jeweiligen Untersuchung, wesentlich mehr Informationen.

Michael


"Karli Otto" schrieb:

>Hallo an alle,
>
>ich habe mal eine Faustregel ehört die besagt: "Wegen Strahlenbelastung
>nicht öfter als 1mal pro Jahr Röntgen".
>Ist die Regel gut und empfehlenswert?

Noch besser ist die Regel: Nicht jedes Jahr ein Bein (Arm, Rippe,
sonstwas) brechen und nur alle fünf Jahre eine Lungenentzündung
einfangen.
Dann kommt das Röntgen ungefähr zeitgleich mit den Erkrankungen.

servus
robby

Welches der beiden Verfahren für die jeweilige Erkrankung das
aussagefähigere ist, bestimmt (noch immer) der Arzt.


--
Eine einfache Tatsache kann ein wirklich gutes Argument zerstören.


Karli Otto wrote:
> ich habe mal eine Faustregel ehört die besagt: "Wegen Strahlenbelastung
> nicht öfter als 1mal pro Jahr Röntgen".
> Ist die Regel gut und empfehlenswert?

Nein, denn man macht Roentgenaufnahmen ja nicht zum Spass. Eine
sinnvollere Regel ist "So wenig wie moeglich". Wenn ich keine
gesundheitlichen Probleme habe, brauche ich auch so gut wie nie eine
Roentgenaufnahme, breche ich mir aber das Bein, dann werden ettliche
noetig sein und dann habe ich auch kein Problm damit, wenn es erheblich
mehr sind, als eine pro Jahr - der Nutzen ueberwiegt das Risiko bei
weitem.

Ich moechte in diesem Zusammenhang auch darauf hinweisen, dass die
Strahlenbelstung fuer die meisten Patienten *erheblich* geringer
ausfaellt, als die, die ein Radiologie so einsteckt. Waehrend der
Patient die Belastung seiner paar Aufnahmen abbekommt steht der
Radiologe taeglich z.B. bei Durchleuchtungen in der Strahlung - ja er
traegt dabei eine Bleiweste, aber das summiert sich ueber die Zeit
erheblich und grosse Teile des Koerpers sind nicht abgeschirmt. Dennoch
sterben Radiologen nicht wie die Fliegen.

Kurz: Roentgenstrahlen sind schaedlich, aber Panik ist nicht angebracht.
Und nur so zum Vergleich: Fuer Raucher stellt sich die Frage sowieso
nicht, da das zusaetzliche Risiko durch die Strahlung gegenueber dem
durch das Rauchen vernachlaessigbar ist.

cu
Philipp

--
Dr. Philipp Pagel Tel. +49-89-3187-3675
Institute for Bioinformatics / MIPS Fax. +49-89-3187-3585
GSF - German National Research Center for Environment and Health
http://mips.gsf.de/staff/pagel


On 17 Nov 2004 08:07:19 GMT, Philipp Pagel wrote:

>Ich moechte in diesem Zusammenhang auch darauf hinweisen, dass die
>Strahlenbelstung fuer die meisten Patienten *erheblich* geringer
>ausfaellt, als die, die ein Radiologie so einsteckt. Waehrend der
>Patient die Belastung seiner paar Aufnahmen abbekommt steht der
>Radiologe taeglich z.B. bei Durchleuchtungen in der Strahlung - ja er
>traegt dabei eine Bleiweste, aber das summiert sich ueber die Zeit
>erheblich und grosse Teile des Koerpers sind nicht abgeschirmt. Dennoch
>sterben Radiologen nicht wie die Fliegen.

Radiologen bekommen vergleichsweise wenig ab.
Der Albtraum des SAtrahlenschützers sind dagegen mobile Röntgengeräte
mit denen die Chirurgen alleine im OP rumhantieren dürfen und natürlich
die Herzkatheter.


cu, Martin
--
Ubi bene ibi Colonia!
ROT13 for email: znegva.trexra@jro.qr


Hallo Philipp, hallo NG

Philipp Pagel schrieb:

> Nein, denn man macht Roentgenaufnahmen ja nicht zum Spass. Eine
> sinnvollere Regel ist "So wenig wie moeglich".

Da ich das auch bei der MTRA-Ausbildung immer wieder berichtigen muss,
kann ich halt auch hier um eine kleine Korrektur nicht umhin:

So wenig wie möglich ist IMO nicht angebracht, denn es ist eigentlich
immer möglich , auf eine Röntgenuntersuchung zu verzichten. Ob das dann
auch vernünftig oder sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt.
Nicht ganz umsonst sieht die Strahlenschutzverordnung das
ALARA-Prinzip (As Low As Reasonable Achieveable) vor, und das
reasonable ist dabei ein zentraler Begriff, also sollte es dt. heissen:
So wenig Strahlung wie vernünftigerweise möglich.
Ich nehme zwar an, dass Du das ohnehin so gemeint hattest, aber ohne die
Ergänzung fände ich das doch etwas unzureichend.

> Kurz: Roentgenstrahlen sind schaedlich, aber Panik ist nicht angebracht.
> Und nur so zum Vergleich: Fuer Raucher stellt sich die Frage sowieso
> nicht, da das zusaetzliche Risiko durch die Strahlung gegenueber dem
> durch das Rauchen vernachlaessigbar ist.

Full Ack!

Gruss
Achim


Achim Roessler wrote:
> Hallo Philipp, hallo NG

> Philipp Pagel schrieb:

> > Nein, denn man macht Roentgenaufnahmen ja nicht zum Spass. Eine
> > sinnvollere Regel ist "So wenig wie moeglich".

> Nicht ganz umsonst sieht die Strahlenschutzverordnung das
> ALARA-Prinzip (As Low As Reasonable Achieveable) vor, und das
> reasonable ist dabei ein zentraler Begriff, also sollte es dt. heissen:
> So wenig Strahlung wie vernünftigerweise möglich.

Genau das meinte ich.

cu
Philipp

--
Dr. Philipp Pagel Tel. +49-89-3187-3675
Institute for Bioinformatics / MIPS Fax. +49-89-3187-3585
GSF - German National Research Center for Environment and Health
http://mips.gsf.de/staff/pagel