Tagung: Wissen statt Glauben
http://www.wissen-statt-glauben.de/
Das Tagungsthema
Wer heute ein logisch konsistentes, mit empirischen Erkenntnissen
übereinstimmendes und auch emotional nachvollziehbares Menschen- und
Weltbild entwickeln möchte, muss notwendigerweise auf die Ergebnisse der
wissenschaftlichen Forschung zurückgreifen. Die traditionellen Religionen,
die bislang das menschliche Selbstverständnis prägten, können
diese
Funktion nicht mehr erfüllen. Sie sind nicht nur in vielerlei Hinsicht
theoretisch widerlegt, sie haben sich auch in ihrer Praxis als schlechte
Ratgeber für die Menschheit erwiesen, wie nicht zuletzt der islamische
Fundamentalismus oder die "Kriminalgeschichte des Christentums"
belegen.
Wer hoffte, dass der in Westeuropa feststellbare Bedeutungsverlust der
etablierten Religionen zwangsläufig zu einer Stärkung des
aufklärerischen
Denkens führen würde, wurde enttäuscht: An die Stelle der
traditionellen
Religionen sind in den letzten Jahren zunehmend Angebote der ¥Cafeteria
esoterica´ getreten. Dabei stellt die ¥sanfte
Verschwörung´ der
Geistheiler, Handleser, Astrologen, Ufologen, Reinkarnations-Therapeuten
etc. nicht nur eine Beleidigung für den kritischen Verstand dar, sie hat
auch verheerende politische Wirkungen.
Grund genug, den Zusammenhang von Wissenschaft, Religion und Esoterik
genauer zu untersuchen. Deshalb hat der IBKA beschlossen, im Anschluss an
seine diesjährige Mitgliederversammlung gemeinsam mit der GBS und in
Kooperation mit der GWUP eine offene Tagung zum Thema ¥Wissen statt
Glauben´ durchzuführen.
Tagungsort
Die Veranstaltungen (Tagung + Festakt) finden im JH-Tagungshaus,
Siegesstraße 5, Köln-Deutz statt.
Die Teilnahme am Programm ist kostenlos.
Anmeldung :
http://www.wissen-statt-glauben.de/anmeldung.htm
Programmübersicht
Samstag, 25. September 2004
Tagung: Wissen statt Glauben (I)
(Drei parallele Veranstaltungen in verschiedenen Räumen)
15.00 - 16.00 Uhr:
- Dr. Christoph Bördlein:
Das sockenfressende Monster in der Waschmaschine - Eine Einführung ins
skeptische Denken
- Dr. Colin Goldner:
Der esoterische Psychomarkt
- Dr. Michael Schmidt-Salomon:
Das Feuerbach-Syndrom: Warum Religionskritik in der Wissenschaft noch immer
ein Tabuthema ist
16.00 Uhr: Kaffeepause
16.30 - 17.30 Uhr:
Seminare mit den Referenten
17.45 - 18.30 Uhr:
Berichte aus den drei Seminaren im Gesamtplenum
Samstag, 25. September 2004, 20.00 Uhr:
Festakt zur Verleihung des Erwin-Fischer-Preises 2004 an James Randi (USA)
- Begründung der Preisvergabe durch Dr. Michael Schmidt-Salomon (Wiss.
Beirat des IBKA, Vorstandsmitglied der GBS)
- Laudatio: Dipl.-Ing. Amardeo Sarma (GWUP, Vorsitzender des European
Council of Skeptical Organisations)
- Preisverleihung
- James Randi: Dankesrede und Ent-Zauberungs-Lecture
Sonntag, 26. September 2004
Fortsetzung: Wissen statt Glauben (II)
(Drei parallele Veranstaltungen in verschiedenen Räumen)
9.30 - 11.30 Uhr
- Dipl.-Psych. Volker Dittmar: Skeptizismus und Moral - Euthyphrons
Dilemma.
- Dr. Gernot Lennert:
Gibt es im Islam Aufklärung und Religionskritik?
- Dr. Michael Niepel:
Versetzt er nicht nur Berge, sondern macht er auch gesund? Befunde zu
Glaube und Gesundheit.
11.30 - 11.45 Uhr:
Berichte aus den drei Veranstaltungen im Gesamtplenum
11.45 - 13.00 Uhr:
Forum: Funktionen der Aufklärung heute
James Randi (USA)
James "The Amazing" Randi gilt als einer der international
bekanntesten
Illusionisten, seine Tourneen führten ihn nach Peking ebenso wie ins
Weiße
Haus, die Bilder seiner legendären Entfesselungs-Performance über den
Niagarafällen gingen um die Welt. Seit vielen Jahren ist Randi jedoch
nicht
mehr als Illusionist und Zauberer tätig, sondern als Des-Illusionist und
Ent-Zauberer. Dabei deckte er so manche vermeintlich ¥paranormale
Aktivität´ auf, u.a. die Tricks des "magischen
Löffelverbiegers" Uri
Geller. Randi ist Mitbegründer der Brights sowie der Randi Foundation,
die 1 Million Dollar Preisgeld für ein paranormales Phänomen
ausgesetzt
hat, das Randi und sein Team nicht enttarnen können. In Anerkennung seiner
großen Leistungen zur ¥Förderung vernunftgeleiteten
Denkens´ erhält James
Randi nach Ursula und Johannes Neumann (2000), Karlheinz Deschner (2001)
und Taslima Nasrin (2002) den Erwin-Fischer-Preis 2004 des IBKA.
Randi-Foundation: www.randi.org
Dipl. Ing. Amardeo Sarma: Laudatio auf James Randi
Die Laudatio auf James Randi hält Armado Sarma. Der 1955 in Kassel
geborene
Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik studierte am Indian Institut of
Technology, Delhi, und an der Technischen Hochschule Darmstadt. Sein
beruficher Schwerpunkt liegt in der Telekommunikation, Internet
Mobility
und Software Engineering.
Amardeo Sarma ist Gründungsmitglied der GWUP (Gesellschaft zur
wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V., ) und dort
als Geschäftsführer tätig. Zu seinen Schwerpunkten in der GWUP
zählen:
Methodik bei Untersuchungen, Turiner Grabtuch, Erdstrahlen und
Wünschelruten, Homöopathie. Außerdem ist Sarma Mitglied des
Exekutivkomitees von CSICOP (Committee for the Scientific Investigation of
Claims of the Paranormal) und Vorsitzender von ECSO (European Council of
Skeptical Organisations, http://www.ecso.org/ )
Themen und Referenten
Dr. Christoph Bördlein
Das sockenfressende Monster in der Waschmaschine - Eine Einführung ins
skeptische Denken
Der Vortrag mit Workshopanteilen soll dabei helfen, Behauptungen und
Vermutungen besser kritisch prüfen zu können. Christoph Bördlein
geht dabei
auf die zahlreichen Möglichkeiten ein, wie man sich täuschen kann,
und
stellt skeptisches Denken als einen systematischen Prozess vor, der auch
Spaß macht. Die Teilnehmer werden dabei mit einigen ungewöhnlichen
Behauptungen konfrontiert, erfahren, wie man diese angemessen,
unvoreingenommen und fair prüft, und erhalten Hilfestellungen
für die
Diskussion mit Anhängern solcher Gedankengebäude.
Christoph Bördlein studierte in Bamberg Psychologie und Germanistik.
Er
promovierte über ein lernpsychologisches Thema und arbeitet heute in einem
Berufsförderungswerk für Blinde und Sehbehinderte. Neben seiner
Arbeit
widmet er sich der Popularisierung der Angewandten Verhaltensanalyse
(www.verhalten.org) und ist Ansprechpartner der
"Bamberger Skeptiker"
(www.bambergerskeptiker.de), einer Regionalgruppe der
Gesellschaft zur
wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) e.V.
Dr. Colin Goldner
Braune Aura: Der esoterische Psychomarkt
Esoterische Psychokulte weisen eine Vielzahl von Parallelen zu
faschistischen Denkmodellen und Organisationen auf: Führer- bzw. Gurukult,
Elitarismus, Aufklärungsfeindlichkeit und Irrationalität, aber auch
Rassismus und Antisemitismus. Wenig überraschend ist insofern, dass die
NSDAP aus einem esoterischen Geheimbund, der so genannten
"Thule-Gesellschaft", hervorging, deren Mitglieder von reinrassigen,
ariogermanischen Übermenschen halluzinierten.
Heutige Vertreter der esoterischen Psychoszene führen derlei Ideologie
ungebrochen fort: Der millionenfache Mord an den Juden und anderen
Verfolgten des "Dritten Reiches" etwa wird verklärt als
"karmischer
Ausgleich" für Verfehlungen, derer diese sich in früheren Leben
schuldig
gemacht hätten.
Colin Goldner ist klinischer Psychologe und Leiter des Forum Kritische
Psychologie e.V., einer Beratungsstelle für Therapie- und
Psychokultgeschädigte. Er ist Autor zahlreicher Fachartikel und
Bücher,
u.a. des Standardwerkes Die Psychoszene (Aschaffenburg 2000).
Dr. Michael Schmidt-Salomon
Das Feuerbach-Syndrom: Warum Religionskritik in der Wissenschaft noch immer
ein Tabuthema ist
"Religionskritik gefährdet Ihre wissenschaftliche
Karriere!" - Auch wenn
es unwahrscheinlich ist, dass die EU-Bildungsminister jemals beschließen
werden, religionskritische Bücher mit einem derartigen Warnhinweis zu
verzieren, so ist der Zusammenhang doch offensichtlich, wie nicht nur die
Lebensgeschichte Ludwig Feuerbachs eindrucksvoll belegt. Im
Vortrag/Workshop soll das Spannungsfeld von Wissenschaft, Religion und
Religionskritik untersucht werden. Der Referent wird dabei darlegen, dass
sich die Wissenschaft nur dadurch der religiösen Umklammerung entziehen
konnte, dass sie eine Art "Nichtangriffspakt" unterzeichnete,
was dazu
führte, dass Religionskritik in wissenschaftlichen Kreisen als zumindest
"unfein" galt. Nun haben sich die gesellschaftlichen
Rahmenbedingungen
jedoch in den letzten Jahrzehnten dramatisch verändert - mit der Folge,
dass die ideologische Abspaltung der Religionskritik von der Wissenschaft
nur noch schwerlich aufrecht zu erhalten ist. Schlussfolgerung des
Referenten: Ebenso wie seriöse Religionskritik heute nur noch auf
wissenschaftlicher Basis formuliert werden kann, so wird auch die
Wissenschaft zunehmend erkennen müssen, dass sie selbst offensiv
religionskritische Inhalte produzieren muss, um ihren eigenen Ansprüchen
gerecht zu werden.
Michael Schmidt-Salomon, Dr. phil., Dipl. Päd., ist verantwortlicher
Redakteur der Zeitschrift MIZ sowie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats
des IBKA. Zuletzt erschienen u.a.: "Stollbergs Inferno" (Roman,
2003),
"Bruder B.B. Re-Mix eines Nachgeborenen" (In: Gauch/Mahlow/ Zang
(Hrsg.):
"in naher ferne - Jahrbuch für Literatur 10", 2003), "Die
Verhältnisse zum
Tanzen bringen - Über Musik & und Politik" (In:
Chlada/Dembowski/Ünlü
(Hrsg.): "Alles Pop? Kapitalismus & Subversion", 2003), "Was
ist Wahrheit?
Das Wahrheitskonzept der Aufklärung im weltanschaulichen Widerstreit"
(Aufklärung und Kritik 2/03), "Amerika und das Böse" (MIZ
2/03). Weitere
Informationen zum Autor auf seiner Website:www.schmidt-salomon.de
Dipl.-Psych. Volker Dittmar
Skeptisches Denken in moralischen Fragen -
Euthyphrons Dilemma
Auch in Fragen der Moral sollte man sich nicht einfach blind dem Diktat der
Beredsamen beugen. Hier ist skeptisches Denken gefragt. Warum man in
moralischen Fragen überhaupt kritisch denken sollte und wie man es kann,
soll dieser Vortrag exemplarisch darlegen, anhand eines uralten moralischen
Dilemmas, welches von Sokrates stammt und ihm eine Anklage wegen
Verführung
der Jugend zum Atheismus einbrachte. Heutzutage aber muss sich niemand mehr
fürchten, kritisch zu denken, sondern wir müssen uns eher vor denen
fürchten, die es nicht tun.
Volker Dittmar, Diplom-Psychologe, beschäftigt sich mit Psychologie,
Glauben und Religion.
Website: www.dittmar-online.net
Dr. Gernot Lennert
Gibt es im Islam Aufklärung und Religionskritik?
Während die westliche Welt von der Aufklärung grundlegend
transformiert und
modernisiert wurde, ist ein ähnlicher Umbruch in der islamischen Welt
nicht
zu beobachten. Trotzdem soll der Frage nachgegangen werden, ob, wann und wo
aufklärerisches und religionskritisches Gedankengut vorhanden war oder
vorhanden ist und wie wirksam es war und ist. Dabei geht es sowohl um
aufklärerisches Denken im Rahmen der islamischen Religion und Philosophie
als auch um säkulares Denken in islamisch geprägten Ländern.
Welche
Konsequenzen ergeben sich daraus für die heutige Politik?
Dr. Gernot Lennert M.A ist Politologe und Historiker.
Dr. Michael Niepel
Versetzt er nicht nur Berge, sondern macht er auch gesund? Befunde zu
Glaube und Gesundheit
In den letzten Jahren mehren sich Berichte über die angeblich positive
Wirkung des Glaubens auf die psychische und körperliche Gesundheit.
In
seinem Vortrag gibt Michael Niepel zunächst einen Überblick über
die
solchen Berichten zugrunde liegende Forschung und ihre Befunde. Dabei
versucht er insbesondere, die Methodik der vorgestellten Untersuchungen
transparent zu machen, um sich dann im zweiten Teil der Frage zuzuwenden,
was sich aufgrund der vorliegenden Befunde - unter Berücksichtigung
methodischer Kritik - tatsächlich über den Zusammenhang von
Religiosität
und Gesundheit folgern lässt. Den Abschluss des Vortrags bilden eine
Betrachtung zur Rezeption der Befunde und eine Erörterung der Frage,
welche praktischen Konsequenzen sie haben könnten.
Der Diplom-Psychologe und Journalist Dr. Michael Niepel ist Vorsitzender
der Ortsgemeinschaft Bielefeld des Humanistischen Verbands NRW.
http://www.wissen-statt-glauben.de/
Medizin
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Tagung: Wissen statt Glauben
http://www.wissen-statt-glauben.de/
Das Tagungsthema
Wer heute ein logisch konsistentes, mit empirischen Erkenntnissen
übereinstimmendes und auch emotional nachvollziehbares Menschen- und
Weltbild entwickeln möchte, muss notwendigerweise auf die Ergebnisse der
wissenschaftlichen Forschung zurückgreifen. Die traditionellen Religionen,
die bislang das menschliche Selbstverständnis prägten, können
diese
Funktion nicht mehr erfüllen. Sie sind nicht nur in vielerlei Hinsicht
theoretisch widerlegt, sie haben sich auch in ihrer Praxis als schlechte
Ratgeber für die Menschheit erwiesen, wie nicht zuletzt der islamische
Fundamentalismus oder die "Kriminalgeschichte des Christentums"
belegen.
Wer hoffte, dass der in Westeuropa feststellbare Bedeutungsverlust der
etablierten Religionen zwangsläufig zu einer Stärkung des
aufklärerischen
Denkens führen würde, wurde enttäuscht: An die Stelle der
traditionellen
Religionen sind in den letzten Jahren zunehmend Angebote der ¥Cafeteria
esoterica´ getreten. Dabei stellt die ¥sanfte
Verschwörung´ der
Geistheiler, Handleser, Astrologen, Ufologen, Reinkarnations-Therapeuten
etc. nicht nur eine Beleidigung für den kritischen Verstand dar, sie hat
auch verheerende politische Wirkungen.
Grund genug, den Zusammenhang von Wissenschaft, Religion und Esoterik
genauer zu untersuchen. Deshalb hat der IBKA beschlossen, im Anschluss an
seine diesjährige Mitgliederversammlung gemeinsam mit der GBS und in
Kooperation mit der GWUP eine offene Tagung zum Thema ¥Wissen statt
Glauben´ durchzuführen.
Tagungsort
Die Veranstaltungen (Tagung + Festakt) finden im JH-Tagungshaus,
Siegesstraße 5, Köln-Deutz statt.
Die Teilnahme am Programm ist kostenlos.
Anmeldung :
http://www.wissen-statt-glauben.de/anmeldung.htm
Programmübersicht
Samstag, 25. September 2004
Tagung: Wissen statt Glauben (I)
(Drei parallele Veranstaltungen in verschiedenen Räumen)
15.00 - 16.00 Uhr:
- Dr. Christoph Bördlein:
Das sockenfressende Monster in der Waschmaschine - Eine Einführung ins
skeptische Denken
- Dr. Colin Goldner:
Der esoterische Psychomarkt
- Dr. Michael Schmidt-Salomon:
Das Feuerbach-Syndrom: Warum Religionskritik in der Wissenschaft noch immer
ein Tabuthema ist
16.00 Uhr: Kaffeepause
16.30 - 17.30 Uhr:
Seminare mit den Referenten
17.45 - 18.30 Uhr:
Berichte aus den drei Seminaren im Gesamtplenum
Samstag, 25. September 2004, 20.00 Uhr:
Festakt zur Verleihung des Erwin-Fischer-Preises 2004 an James Randi (USA)
- Begründung der Preisvergabe durch Dr. Michael Schmidt-Salomon (Wiss.
Beirat des IBKA, Vorstandsmitglied der GBS)
- Laudatio: Dipl.-Ing. Amardeo Sarma (GWUP, Vorsitzender des European
Council of Skeptical Organisations)
- Preisverleihung
- James Randi: Dankesrede und Ent-Zauberungs-Lecture
Sonntag, 26. September 2004
Fortsetzung: Wissen statt Glauben (II)
(Drei parallele Veranstaltungen in verschiedenen Räumen)
9.30 - 11.30 Uhr
- Dipl.-Psych. Volker Dittmar: Skeptizismus und Moral - Euthyphrons
Dilemma.
- Dr. Gernot Lennert:
Gibt es im Islam Aufklärung und Religionskritik?
- Dr. Michael Niepel:
Versetzt er nicht nur Berge, sondern macht er auch gesund? Befunde zu
Glaube und Gesundheit.
11.30 - 11.45 Uhr:
Berichte aus den drei Veranstaltungen im Gesamtplenum
11.45 - 13.00 Uhr:
Forum: Funktionen der Aufklärung heute
James Randi (USA)
James "The Amazing" Randi gilt als einer der international
bekanntesten
Illusionisten, seine Tourneen führten ihn nach Peking ebenso wie ins
Weiße
Haus, die Bilder seiner legendären Entfesselungs-Performance über den
Niagarafällen gingen um die Welt. Seit vielen Jahren ist Randi jedoch
nicht
mehr als Illusionist und Zauberer tätig, sondern als Des-Illusionist und
Ent-Zauberer. Dabei deckte er so manche vermeintlich ¥paranormale
Aktivität´ auf, u.a. die Tricks des "magischen
Löffelverbiegers" Uri
Geller. Randi ist Mitbegründer der Brights sowie der Randi Foundation,
die 1 Million Dollar Preisgeld für ein paranormales Phänomen
ausgesetzt
hat, das Randi und sein Team nicht enttarnen können. In Anerkennung seiner
großen Leistungen zur ¥Förderung vernunftgeleiteten
Denkens´ erhält James
Randi nach Ursula und Johannes Neumann (2000), Karlheinz Deschner (2001)
und Taslima Nasrin (2002) den Erwin-Fischer-Preis 2004 des IBKA.
Randi-Foundation: www.randi.org
Dipl. Ing. Amardeo Sarma: Laudatio auf James Randi
Die Laudatio auf James Randi hält Armado Sarma. Der 1955 in Kassel
geborene
Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik studierte am Indian Institut of
Technology, Delhi, und an der Technischen Hochschule Darmstadt. Sein
beruficher Schwerpunkt liegt in der Telekommunikation, Internet
Mobility
und Software Engineering.
Amardeo Sarma ist Gründungsmitglied der GWUP (Gesellschaft zur
wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V., ) und dort
als Geschäftsführer tätig. Zu seinen Schwerpunkten in der GWUP
zählen:
Methodik bei Untersuchungen, Turiner Grabtuch, Erdstrahlen und
Wünschelruten, Homöopathie. Außerdem ist Sarma Mitglied des
Exekutivkomitees von CSICOP (Committee for the Scientific Investigation of
Claims of the Paranormal) und Vorsitzender von ECSO (European Council of
Skeptical Organisations, http://www.ecso.org/ )
Themen und Referenten
Dr. Christoph Bördlein
Das sockenfressende Monster in der Waschmaschine - Eine Einführung ins
skeptische Denken
Der Vortrag mit Workshopanteilen soll dabei helfen, Behauptungen und
Vermutungen besser kritisch prüfen zu können. Christoph Bördlein
geht dabei
auf die zahlreichen Möglichkeiten ein, wie man sich täuschen kann,
und
stellt skeptisches Denken als einen systematischen Prozess vor, der auch
Spaß macht. Die Teilnehmer werden dabei mit einigen ungewöhnlichen
Behauptungen konfrontiert, erfahren, wie man diese angemessen,
unvoreingenommen und fair prüft, und erhalten Hilfestellungen
für die
Diskussion mit Anhängern solcher Gedankengebäude.
Christoph Bördlein studierte in Bamberg Psychologie und Germanistik.
Er
promovierte über ein lernpsychologisches Thema und arbeitet heute in einem
Berufsförderungswerk für Blinde und Sehbehinderte. Neben seiner
Arbeit
widmet er sich der Popularisierung der Angewandten Verhaltensanalyse
(www.verhalten.org) und ist Ansprechpartner der
"Bamberger Skeptiker"
(www.bambergerskeptiker.de), einer Regionalgruppe der
Gesellschaft zur
wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) e.V.
Dr. Colin Goldner
Braune Aura: Der esoterische Psychomarkt
Esoterische Psychokulte weisen eine Vielzahl von Parallelen zu
faschistischen Denkmodellen und Organisationen auf: Führer- bzw. Gurukult,
Elitarismus, Aufklärungsfeindlichkeit und Irrationalität, aber auch
Rassismus und Antisemitismus. Wenig überraschend ist insofern, dass die
NSDAP aus einem esoterischen Geheimbund, der so genannten
"Thule-Gesellschaft", hervorging, deren Mitglieder von reinrassigen,
ariogermanischen Übermenschen halluzinierten.
Heutige Vertreter der esoterischen Psychoszene führen derlei Ideologie
ungebrochen fort: Der millionenfache Mord an den Juden und anderen
Verfolgten des "Dritten Reiches" etwa wird verklärt als
"karmischer
Ausgleich" für Verfehlungen, derer diese sich in früheren Leben
schuldig
gemacht hätten.
Colin Goldner ist klinischer Psychologe und Leiter des Forum Kritische
Psychologie e.V., einer Beratungsstelle für Therapie- und
Psychokultgeschädigte. Er ist Autor zahlreicher Fachartikel und
Bücher,
u.a. des Standardwerkes Die Psychoszene (Aschaffenburg 2000).
Dr. Michael Schmidt-Salomon
Das Feuerbach-Syndrom: Warum Religionskritik in der Wissenschaft noch immer
ein Tabuthema ist
"Religionskritik gefährdet Ihre wissenschaftliche
Karriere!" - Auch wenn
es unwahrscheinlich ist, dass die EU-Bildungsminister jemals beschließen
werden, religionskritische Bücher mit einem derartigen Warnhinweis zu
verzieren, so ist der Zusammenhang doch offensichtlich, wie nicht nur die
Lebensgeschichte Ludwig Feuerbachs eindrucksvoll belegt. Im
Vortrag/Workshop soll das Spannungsfeld von Wissenschaft, Religion und
Religionskritik untersucht werden. Der Referent wird dabei darlegen, dass
sich die Wissenschaft nur dadurch der religiösen Umklammerung entziehen
konnte, dass sie eine Art "Nichtangriffspakt" unterzeichnete,
was dazu
führte, dass Religionskritik in wissenschaftlichen Kreisen als zumindest
"unfein" galt. Nun haben sich die gesellschaftlichen
Rahmenbedingungen
jedoch in den letzten Jahrzehnten dramatisch verändert - mit der Folge,
dass die ideologische Abspaltung der Religionskritik von der Wissenschaft
nur noch schwerlich aufrecht zu erhalten ist. Schlussfolgerung des
Referenten: Ebenso wie seriöse Religionskritik heute nur noch auf
wissenschaftlicher Basis formuliert werden kann, so wird auch die
Wissenschaft zunehmend erkennen müssen, dass sie selbst offensiv
religionskritische Inhalte produzieren muss, um ihren eigenen Ansprüchen
gerecht zu werden.
Michael Schmidt-Salomon, Dr. phil., Dipl. Päd., ist verantwortlicher
Redakteur der Zeitschrift MIZ sowie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats
des IBKA. Zuletzt erschienen u.a.: "Stollbergs Inferno" (Roman,
2003),
"Bruder B.B. Re-Mix eines Nachgeborenen" (In: Gauch/Mahlow/ Zang
(Hrsg.):
"in naher ferne - Jahrbuch für Literatur 10", 2003), "Die
Verhältnisse zum
Tanzen bringen - Über Musik & und Politik" (In:
Chlada/Dembowski/Ünlü
(Hrsg.): "Alles Pop? Kapitalismus & Subversion", 2003), "Was
ist Wahrheit?
Das Wahrheitskonzept der Aufklärung im weltanschaulichen Widerstreit"
(Aufklärung und Kritik 2/03), "Amerika und das Böse" (MIZ
2/03). Weitere
Informationen zum Autor auf seiner Website:www.schmidt-salomon.de
Dipl.-Psych. Volker Dittmar
Skeptisches Denken in moralischen Fragen -
Euthyphrons Dilemma
Auch in Fragen der Moral sollte man sich nicht einfach blind dem Diktat der
Beredsamen beugen. Hier ist skeptisches Denken gefragt. Warum man in
moralischen Fragen überhaupt kritisch denken sollte und wie man es kann,
soll dieser Vortrag exemplarisch darlegen, anhand eines uralten moralischen
Dilemmas, welches von Sokrates stammt und ihm eine Anklage wegen
Verführung
der Jugend zum Atheismus einbrachte. Heutzutage aber muss sich niemand mehr
fürchten, kritisch zu denken, sondern wir müssen uns eher vor denen
fürchten, die es nicht tun.
Volker Dittmar, Diplom-Psychologe, beschäftigt sich mit Psychologie,
Glauben und Religion.
Website: www.dittmar-online.net
Dr. Gernot Lennert
Gibt es im Islam Aufklärung und Religionskritik?
Während die westliche Welt von der Aufklärung grundlegend
transformiert und
modernisiert wurde, ist ein ähnlicher Umbruch in der islamischen Welt
nicht
zu beobachten. Trotzdem soll der Frage nachgegangen werden, ob, wann und wo
aufklärerisches und religionskritisches Gedankengut vorhanden war oder
vorhanden ist und wie wirksam es war und ist. Dabei geht es sowohl um
aufklärerisches Denken im Rahmen der islamischen Religion und Philosophie
als auch um säkulares Denken in islamisch geprägten Ländern.
Welche
Konsequenzen ergeben sich daraus für die heutige Politik?
Dr. Gernot Lennert M.A ist Politologe und Historiker.
Dr. Michael Niepel
Versetzt er nicht nur Berge, sondern macht er auch gesund? Befunde zu
Glaube und Gesundheit
In den letzten Jahren mehren sich Berichte über die angeblich positive
Wirkung des Glaubens auf die psychische und körperliche Gesundheit.
In
seinem Vortrag gibt Michael Niepel zunächst einen Überblick über
die
solchen Berichten zugrunde liegende Forschung und ihre Befunde. Dabei
versucht er insbesondere, die Methodik der vorgestellten Untersuchungen
transparent zu machen, um sich dann im zweiten Teil der Frage zuzuwenden,
was sich aufgrund der vorliegenden Befunde - unter Berücksichtigung
methodischer Kritik - tatsächlich über den Zusammenhang von
Religiosität
und Gesundheit folgern lässt. Den Abschluss des Vortrags bilden eine
Betrachtung zur Rezeption der Befunde und eine Erörterung der Frage,
welche praktischen Konsequenzen sie haben könnten.
Der Diplom-Psychologe und Journalist Dr. Michael Niepel ist Vorsitzender
der Ortsgemeinschaft Bielefeld des Humanistischen Verbands NRW.
http://www.wissen-statt-glauben.de/