Hallo,
ich bin 32 und wiege mittlerweile 80kg, insgesamt recht sportlich.
Um mein Gewicht von 85kg auf 80kg zu senken, habe ich einfach mal
Kalorien gezählt. Ich bin von einem Grundbedarf von 2400 kcal bei
sitzender Tätigkeit ausgegangen, nahm aber nur 2000 kcal täglich
zu mir.
Dazu fahre ich jeden Tag mind. 20km Rad (zur Arbeit+ oft noch
anderen Sport), was ich mit 300kcal extra Verbrennen anrechne.
Das macht ein tägliches Defizit von 700kcal. So nahm ich in 5 Wochen auch
wirklich gute 4 kg ab.
Nun aber das Problem: Ich nehme jetzt 2400kcal täglich zu mir, mache
weiterhin den Sport, müsste also 300kcal Defizit haben.
Aber ich nehme nicht ab, eher leicht zu!
Woran kann das liegen?
Die gute/schlechte Nachricht ist: Ich bin ein perfekter Verwerter, sicher
benutzt mein Körper jede einzelne Kalorie. Das schein zwar perfekt
zu sein, ist aber nervig, da ich immer auf mein Gewicht aufpassen
muss.
Aber wie kann es sein dass ich bei 300kcal defizit nicht weiter abnehme?
Und kann irgendjemand erklären, wo die kcal verschwinden bei Freunden
von mir, die rappeldürr sind und das doppelte essen?
Werden die alle wieder ausgeschieden?
Für Antworte und Diskussionen dankbar.
Medizin
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Hallo Oliver,
Am 12.06.04 schrieb Oliver Brausch:
> Ich bin von einem Grundbedarf von 2400 kcal bei
> sitzender Tätigkeit ausgegangen, nahm aber nur 2000 kcal täglich
> zu mir.
> Dazu fahre ich jeden Tag mind. 20km Rad (zur Arbeit+ oft noch
> anderen Sport), was ich mit 300kcal extra Verbrennen anrechne.
>
> Das macht ein tägliches Defizit von 700kcal. So nahm ich in 5 Wochen
auch
> wirklich gute 4 kg ab.
>
> Nun aber das Problem: Ich nehme jetzt 2400kcal täglich zu mir, mache
> weiterhin den Sport, müsste also 300kcal Defizit haben.
> Aber ich nehme nicht ab, eher leicht zu!
Ganz einfach, dein Körper hat sich in den 5 Wochen angewöhnt, die
Nahrung
(noch) besser zu verwerten. Du hast ihm *Notzeiten* signalisiert, da hat
er folgerichtig angefangen, das Futter besser zu verwerten. Jetzt
signalisierst du ihm, "es sind wieder bessere Zeiten angebrochen",
logisch
legt er jetzt ein Pölsterchen an, könnte ja die nächste Krise
kommen.
Klassischer Jojo-Effekt. Deine Umstellung war einfach zu radikal. Haste ne
neue Freundin ;-)?
In meinem gesamten Umfeld der letzten 20 Jahre (und ich bin nicht einsam)
habe ich nur einen Menschen erlebt, der wirklich dauerhaft sein Gewicht
reduziert hat. Das ging mit einer gaaanz langsamen Ernährungs- und
Lebensumstellung über ein ganzes Jahr, mit eiserner Disziplin, was aber
durch den langsamen Prozeß erleichtert wurde. Ohne ärztliche oder
sonstige
Beratung übrigens. Ohne jeden Tag auf die (grammgenaue) Waage zu stehen.
> Und kann irgendjemand erklären, wo die kcal verschwinden bei Freunden
> von mir, die rappeldürr sind und das doppelte essen?
> Werden die alle wieder ausgeschieden?
Ja. Woran es liegt, keine AHnung, die Menschen sind eben verschieden,
Genetik, frühkindliche Prägung, Umfeld, spielt alles eine Rolle.
Warum ist
der eine musikalisch, der andere nicht? Warum gibt es Menschen, die
besonders schnell laufen, andere die besonders stark sind? Veranlagung und
Training + Motivation. Soll jetzt aber nicht heißen, daß ich dir
Motivationslosigkeit unterstelle.
Grüße
Sigi
Oliver Brausch schrieb
> Hallo,
Zunächst - hast du schon den hier erwähnten Linkinhalt schon gelesen?
http://gin.uibk.ac.at/thema/sportundernaehrung/fettverbrennung.html
Fand ich ganz interessant.
> ich bin 32 und wiege mittlerweile 80kg, insgesamt recht sportlich.
Demnach, als Mann brauchst du einen GU zur Bettruhe von
900 + 10x80 = 1700 kcal. Da du sportlich bist (Muskelmasse)
und dich sitzend über den Tag rettest, jedoch 20 km zur Arbeit
fährst und weitere Bewegung hast, nehmen wir das mal zu 150%,
also wäre dein täglicher Energiebedarf ca. 2550 kcal.
> Um mein Gewicht von 85kg auf 80kg zu senken, habe ich einfach mal
> Kalorien gezählt. Ich bin von einem Grundbedarf von 2400 kcal bei
> sitzender Tätigkeit ausgegangen, nahm aber nur 2000 kcal täglich
> zu mir.
> Dazu fahre ich jeden Tag mind. 20km Rad (zur Arbeit+ oft noch
> anderen Sport), was ich mit 300kcal extra Verbrennen anrechne.
Wie gesagt, ich nehme mal 2550 kcal als durchschnittlichen täglichen
Energiebedarf an. Man muss das aber mindestens auf eine Woche mitteln,
da das Leben nicht perfekt militärisch abläuft ;)
> Das macht ein tägliches Defizit von 700kcal.
Oh.
> So nahm ich in 5 Wochen auch wirklich gute 4 kg ab.
Bravo!
Machen wir erst mal eine Gegenprobe.
Das o.a Dokument sagt: "Um ein Kilogramm Fettgewebe
abzubauen, muss man rund 7000 kcal einsparen ".
Also müsstest du in 5 Wochen = 35 Tagen insgesamt
35 mal ca. 2550 kcal verbraucht haben,
macht << 89250 kcal >> . Davon ziehe wir ab, was du
abgebaut hast, es sind 4 kg (Fett) pro 7000 kcal, also << 28000 kcal
>>.
(89250 - 28000) kcal waren ein Umsatz in 5 Wochen von
<< 61250 kcal >>. Verteilen wir das auf die 35 Tage, an denen
das insgesamt stattfand, dann haben wir eine tägliche Bilanz von
<< 1750 kcal >>.
Das hier errechnete Defizit im Energieverbrauch war also (theoretisch)
(2550 - 1750) = << 800 kcal >>.
Damit hast du tatsächlich täglich um die 700 kcal eingespart -
perfekt!
> Nun aber das Problem: Ich nehme jetzt 2400kcal täglich zu mir, mache
> weiterhin den Sport, müsste also 300kcal Defizit haben.
> Aber ich nehme nicht ab, eher leicht zu!
> Woran kann das liegen?
An höherer Energieaufnahme oder/weniger Energieverbrauch - an nichts
sonst! (per gelinktes Dokument - siehe oben)
> Die gute/schlechte Nachricht ist: Ich bin ein perfekter Verwerter, sicher
> benutzt mein Körper jede einzelne Kalorie. Das schein zwar perfekt
> zu sein, ist aber nervig, da ich immer auf mein Gewicht aufpassen
> muss.
Das gilt immer nur als Vorteil, nie als Nachteil, also es mögen Leute
eine Tafel Schokolade essen können, ohne die als Fett zu deponieren,
aber wer wirklich ***weniger*** Energie aufnimmt ohne sie zu verbrauchen
* * * M U S S * * * abnehmen. Dieser Prozess benötigt aber zur Sichbar-
werdung einige Zeit, da hier der Salz/Wasser-Haushalt im Rahmen der
Balanceänderung des Systems nicht berücksichtigt wird.
> Aber wie kann es sein dass ich bei 300kcal defizit nicht weiter abnehme?
Das kann eben NICHT sein, du musst statt dessen den Fehler in der
Wahrnehmung der Inputs, die zu deiner Schlussfolgerung führen, finden!
> Und kann irgendjemand erklären, wo die kcal verschwinden bei Freunden
> von mir, die rappeldürr sind und das doppelte essen?
> Werden die alle wieder ausgeschieden?
Habe ich eins weiter oben gerade gesagt: der Organismus kann Nahrungsenergie
ungenutzt lassen, aber wenn der Grundbedarf nicht befriedigt wird, dann kann
der Körper nicht Energie herbeizaubern - Noch jeder (ohne Ausnahme!) hat
einen
exitus erlittenverhungert, der einige (viele) Monate ganz ohne Nahrung
geblieben war.
> Für Antworte und Diskussionen dankbar.
Gruss
ob112@web.de (Oliver Brausch) wrote:
> ich bin 32 und wiege mittlerweile 80kg, insgesamt recht sportlich.
> Um mein Gewicht von 85kg auf 80kg zu senken, habe ich einfach mal
> Kalorien gezählt. Ich bin von einem Grundbedarf von 2400 kcal bei
> sitzender Tätigkeit ausgegangen, nahm aber nur 2000 kcal täglich
> zu mir.
[...]
> Woran kann das liegen?
> Die gute/schlechte Nachricht ist: Ich bin ein perfekter Verwerter,
Dann wirst Du wahrscheinlich bereits mit zwei Dritteln an Nahrung
auskommen. Du scheinst einen signifikanten Teil Deiner Zeit mit
Essen zu verbringen... :-)
Den Grundbedarf von 2400 kcal kann ich (auch 32, auch Fahrradfahrer,
auch primär sitzende Tätigkeit, auch guter Kostverwerter) nicht
nachvollziehen. Da rechne ich eher mit gut 1000 kcal. Dafür würde
ich (zügigeres) Fahrradfahren eher mit 600 kcal/h oder sogar mehr
ansetzen. Führt bei mir hier dazu, daß die Menge an benötigter
Nahrung tageweise gern mal um ein paar 100 % differieren kann und
an Tagen ohne Belastung 2-3 trockene Vollkornbrötchen auch voll
und ganz reichen. Oder man es sich erlauben kann, am Wochenende
mal nen Tag gar nichts zu essen. Das Ergebnis davon wiegt dann
ca. 70 kg und da ist subjektiv immer noch gut Sicherheitsabstand
nach unten.
Daniel
Sigi Gassner schrieb:
>
> In meinem gesamten Umfeld der letzten 20 Jahre (und ich bin nicht
> einsam) habe ich nur einen Menschen erlebt, der wirklich dauerhaft sein
> Gewicht reduziert hat. Das ging mit einer gaaanz langsamen
Ernährungs-
> und Lebensumstellung über ein ganzes Jahr, mit eiserner Disziplin,
was
> aber durch den langsamen Prozeß erleichtert wurde.
Ab wann ist denn für dich dauerhaft? Ich habe das durch viel Sport und
nur recht geringe Ernährungsumstellung geschafft. Bin in einem halben
Jahr von 106 kg auf 86 kg runter und halte das schon seit über einem Jahr.
--
Grüße Laurent Wirmer
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"Jasper Riedel" wrote in message
news:...
> > Die gute/schlechte Nachricht ist: Ich bin ein perfekter Verwerter,
sicher
> > benutzt mein Körper jede einzelne Kalorie. Das schein zwar
perfekt
> > zu sein, ist aber nervig, da ich immer auf mein Gewicht aufpassen
> > muss.
>
> Das gilt immer nur als Vorteil, nie als Nachteil, also es mögen Leute
> eine Tafel Schokolade essen können, ohne die als Fett zu deponieren,
> aber wer wirklich ***weniger*** Energie aufnimmt ohne sie zu verbrauchen
> * * * M U S S * * * abnehmen. Dieser Prozess benötigt aber zur
Sichbar-
Das ist natürlich klar.
Aber man das durchaus als NACHTEIL bezeichnen. Ich bin schon ein
bisschen neidisch auf die Typen, die Chips und FastFood reinprügeln
können ohne zuzunehmen.
Ich weiß, daß es rein theoretisch zwar schlecht ist, denn wenn
mal das Essen knapp wird, dann sind 100% Verwerter wie ich besser
dran, aber wann wird schon das Essen noch knapp heutzutage?
Jeden Tag ein Marathon, ughhh...
Und um nur 2000kcal täglich zu essen, muss ich immer hungern, das ist so!
Ich könnte leicht 4000kcal täglich zu mir nehmen. (Z.b. additiv
eine Tafel Schokolade und eine Packung Joghurt Gums, hmm lecker)
Aber soviel Sport kann ich gar nicht machen, um das zu verbrennen.
> > Und kann irgendjemand erklären, wo die kcal verschwinden bei
Freunden
> > von mir, die rappeldürr sind und das doppelte essen?
> > Werden die alle wieder ausgeschieden?
>
> Habe ich eins weiter oben gerade gesagt: der Organismus kann
Nahrungsenergie
> ungenutzt lassen, aber wenn der Grundbedarf nicht befriedigt wird, dann
kann
> der Körper nicht Energie herbeizaubern - Noch jeder (ohne Ausnahme!)
hat einen
> exitus erlittenverhungert, der einige (viele) Monate ganz ohne Nahrung
geblieben war.
Auch klar. Meine Frage war nur, wo die kcal der
*Vielfresserunddennochdünn*
Menschen landen? Werden die kcal wieder mit dem Kot ausgeschieden?
Oliver
Hallo Laurent,
>> einsam) habe ich nur einen Menschen erlebt, der wirklich dauerhaft
>> sein Gewicht reduziert hat. Das ging mit einer gaaanz langsamen
>> Ernährungs- und Lebensumstellung über ein ganzes Jahr, mit
eiserner
>> Disziplin, was aber durch den langsamen Prozeß erleichtert
wurde.
>
> Ab wann ist denn für dich dauerhaft? Ich habe das durch viel Sport
und
> nur recht geringe Ernährungsumstellung geschafft. Bin in einem halben
> Jahr von 106 kg auf 86 kg runter und halte das schon seit über einem
> Jahr.
Ich setze 5 Jahre an. Wenn du solange dein Gewicht in etwa hältst,
hältst
du es auch 30. Wie gesagt, nicht bewiesen, nur meine empirisch
unterstützte Meinung.
Grüße
Sigi
X-No-Archive: Yes
begin quoting, Wolfgang Broeker schrieb:
> Es gibt zudem nicht mal ansatzweise ernsthafte Beschreibungen des-
> sen, was denn im Sparmodus des Körpers physiologisch anders ablau-
> fen soll als im Normalmodus. Wenn es die gäbe, hätten wir
angesichts
> der immensen wirtschaftlichen Bedeutung dieses Themas längst Medi-
> kamente, die an dieser Modusumschaltung ansetzen würden.
Zu einem höheren Kalorienverbrauch müßte eigentlich
zwangsläufig ein
höherer Sauerstoffverbrauch gehören - kann man wenigstens den
physiologisch nachweisen?
Alternativ könnte man spekulieren, daß im
"Verschwendungsmodus" eine
unvollständigere Verbrennung stattfindet oder der Nahrung die
Nährstoffe nur zu geringerem Anteil entnommen und mehr davon den
Darmbakterien überlassen wird - sollte das nicht auch meßbar sein?
Wie kann man überhaupt feststellen, welcher Nährstoffanteil im Blut
landet und welcher den Darm gar nicht verläßt? Der
Nährstoffgehalt des
Kotes hat damit nicht zwangsläufig zu tun, da die Nährstoffe eben
auch
unter reiner Wärmeproduktion (die dann natürlich auch wieder dem
"Wirt" zugute kommt und eigentlich vom Grundumsatz abgezogen werden
müßte) von den Mikroorganismen verstoffwechselt werden können
(wie
kommen die eigentlich an Sauerstoff, oder sind es alles anaerobe?
Gruß aus Bremen
Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse
Emission
gesamt heraus Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nämlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus