Medizin

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Hallo zusammen,

ein älteres Familienmitglied hat sich vorgestern "irgendwie" etwas am
Knöchel gebrochen (Gelenkpfanne abgebrochen, gibt es so etwas?), liegt
nun in Frankfurt in einem Krankenhaus und wartet auf die OP.

Folgendes Problem/folgende Frage: die Ärzte haben Blut abgenommen, das
sie zur Bestimmung div. Blutwerte in ein Labor schicken wollten.

Das Blut gerinnt jedoch irgendwie "zu schnell" und auf eine Art und
Weise, die die Ärzte momentan noch nicht genau erklären können. In den
drei Tagen wurde jetzt dreimal Blut abgenommen, jedesmal passierte das
gleiche - das Blut gerinnt, bevor es untersucht werden kann.

In einem Gespräch fiel der Satz "das Blut flockt aus". Was ist daran
so ungewöhnlich, wie lässt sich dies mutmaßlich erklären?

Danke und Grüße
Matthias




Kay Hanusch schrieb:

> Ich vermute mal das es sich dabei um eine Malleolarfraktur handelt.
> Das heisst, die beiden Knöchel (Malleolen) am Fuss bilden als
> Einheit eine sogn. Gelenkpfanne zum Fersenbein (Calcaneus). Ich
> denke mit dieser Literatur kommst Du weiter:
>
http://webby.biermann-online.de/cgi-bin/it intern/ortho-score.cgi?DOK ID(96
> http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/orth-021.htm

Ja, das klingt in etwa nach dem, was ich bis jetzt gehört habe. Danke!

> Gute Besserung an das Familienmitglied.

Dankeschön. Ich werde es bei meinem nächsten Besuch unbekannterweise
ausrichten :-)

Grüße
Matthias


"Matthias Kryn" schrieb:


>
>In einem Gespräch fiel der Satz "das Blut flockt aus". Was ist daran
>so ungewöhnlich, wie lässt sich dies mutmaßlich erklären?

Das ungewöhnliche ist, dass in den Abnahmeröhrchen eben Substanzen
drin sind, die das Gerinnen von Blut verhindern sollen. Zumindest in
den Röhrchen die man im Labor dann für Gerinnungstests verwendet
(rekalzifiziert).

Die Sorge, die die Kollegen dort haben ist halt die, dass jemand mit
einer so überschiessenden Blutgerinnungsneigung ganz leicht eine
gefährliche Thrombose entwickeln kann, wenn er durch Verletzung / OP
immobilisiert werden muss.

Nun wirds aber Zeit, wie lange soll die OP noch rausgeschoben werden?
Wenn schon nicht sofort nach Unfall, dann wenigstens gleich nachdem
die initiale Schwellung abgeklungen ist sollte man operieren. Damit
baldmöglich wieder beübt werden kann.

Labormässig ist auszuschliessen:
Antithrombinmangel (AT III - Mangel)
Protein-C Mangel oder
Protein-S Mangel
APC- Resistenz
Mutation des MTHFR- Gens
erhöhter Plasma- Prothrombinspiegel

Diese 6 sind alle aber erblich, das heisst das Individuum hat sie von
Geburt an. Und ein älteres Familienmitglied hätte eigentlich schon
bei anderer Gelegenheit auffällig werden müssen.

Diese Begriffe sind googelierbar.
Vielleicht suchst Du noch nach
+Hyperkoagulabilität +Labor

Natürlich gibt es auch erworbene überschiessende Gerinnungen. Hier
geht es drum, die richtige Thromboseprophylaxe während und nach der OP
für den Patienten heraus zu suchen.

Hoffe das hilft einen ersten Schritt weiter.
servus
robby


Robert Kunz schrieb:
> "Matthias Kryn" schrieb:

> > In einem Gespräch fiel der Satz "das Blut flockt aus". Was ist
> > daran so ungewöhnlich, wie lässt sich dies mutmaßlich erklären?
>
> Das ungewöhnliche ist, dass in den Abnahmeröhrchen eben Substanzen
> drin sind, die das Gerinnen von Blut verhindern sollen. Zumindest in
> den Röhrchen die man im Labor dann für Gerinnungstests verwendet
> (rekalzifiziert).

Ok.

> Die Sorge, die die Kollegen dort haben ist halt die, dass jemand mit
> einer so überschiessenden Blutgerinnungsneigung ganz leicht eine
> gefährliche Thrombose entwickeln kann, wenn er durch Verletzung /
> OP immobilisiert werden muss.

Richtig, die Thrombosegefahr wurde in irgendeinem Gespräch betont.

> Nun wirds aber Zeit, wie lange soll die OP noch rausgeschoben
> werden?

Wahrscheinlich Freitag.

[lösch]

> Diese 6 sind alle aber erblich, das heisst das Individuum hat sie
> von Geburt an. Und ein älteres Familienmitglied hätte eigentlich
> schon bei anderer Gelegenheit auffällig werden müssen.

Was macht man mit Leuten, die einmal als Jugendliche im Krankenhaus
waren, und dann erst knapp 60 Jahre später wieder :-) IIRC war vor
einigen Jahren schon einmal eine (länger geplante) OP - könnte man in
dem Krankenhaus nach den Blut-/Laborwerten anfragen? Wird sowas
archiviert?

> Diese Begriffe sind googelierbar.
> Vielleicht suchst Du noch nach
> +Hyperkoagulabilität +Labor

Danke für die Suchtipps.

> Hoffe das hilft einen ersten Schritt weiter.

Hervorragend, ich danke Dir sehr.

Viele Grüße
Matthias


Matthias Kryn schrieb:

> In einem Gespräch fiel der Satz "das Blut flockt aus". Was ist daran
> so ungewöhnlich, wie lässt sich dies mutmaßlich erklären?

Bis jetzt hat noch niemand in Erwägung gezogen, dass es sich dabei auch
um ein Artefakt handeln könnte. Dies wäre z. B. bei sehr schlechten
Venenverhältnissen möglich. Wenn das Blut nicht sauber aus einer Vene
entnommen wurde, sondern aus einer Einblutung in das umliegende Gewebe,
dann wird es durch Gewebsthromboplastin "anaktiviert", d. h. die
Gerinnung setzt ein. Dies kann dann auch nicht durch das in den Röhrchen
enthaltene Natriumcitrat verhindert werden.

Bei drei voneinander unabhängigen Blutentnahmen ist diese Erklärung
natürlich unwahrscheinlich, aber wie gesagt bei sehr schlechten
Venenverhältnissen durchaus denkbar.

Wenn die Entnahme der Proben hingegen tatsächlich einwandfrei war, dann
ist dies imho unbedingt ein Fall für eine spezialisierte
Gerinnungsambulanz. Chirurgen verstehen davon mit Verlaub gesagt zu
wenig. Aber momentan ist die OP wohl erst einmal dringlicher, soweit ich
das beurteilen kann.


Bernd Feldmann schrieb:
> "Matthias Kryn" schrieb:

> > Nach einer weiteren Untersuchung hieß es, ihr Blut sei "zu dick",
>
> also das Haemoglobin zu hoch. Ist häufig bei "älteren" Patienten
> der Fall, - sie sind durch Flüssigkeitskarenz "staubtrocken"...

Ja, auch das wurde mittlerweile bestätigt.

> Wie ist eigentlich so die "Pumpe". Könnte nämlich eine
> Kontraindikation bei Herzinsuffizienz sein, gell !?

Mmh, da liegt eigentlich nix vor. In der Familie seit Generationen nix
am Herzen - nur die Angeheirateten.

> Bitte, gern geschehen.

Vielen Dank. Mittlerweile hat sich die Geschichte zu einer "seltenen,
noch genauer zu bestimmenden Blutkrankheit" erweitert. Die Dame wird
jetzt an die Frankfurter Uniklinik zum dortigen Serologischen
Zentrum(?) verlegt.

> Gruß an die Verwandte...

Werde ich ausrichten.

Grüße
Matthias


Hallo zusammen,

ein älteres Familienmitglied hat sich vorgestern "irgendwie" etwas am
Knöchel gebrochen (Gelenkpfanne abgebrochen, gibt es so etwas?), liegt
nun in Frankfurt in einem Krankenhaus und wartet auf die OP.

Folgendes Problem/folgende Frage: die Ärzte haben Blut abgenommen, das
sie zur Bestimmung div. Blutwerte in ein Labor schicken wollten.

Das Blut gerinnt jedoch irgendwie "zu schnell" und auf eine Art und
Weise, die die Ärzte momentan noch nicht genau erklären können. In den
drei Tagen wurde jetzt dreimal Blut abgenommen, jedesmal passierte das
gleiche - das Blut gerinnt, bevor es untersucht werden kann.

In einem Gespräch fiel der Satz "das Blut flockt aus". Was ist daran
so ungewöhnlich, wie lässt sich dies mutmaßlich erklären?

Danke und Grüße
Matthias


Kay Hanusch schrieb:

> Ich vermute mal das es sich dabei um eine Malleolarfraktur handelt.
> Das heisst, die beiden Knöchel (Malleolen) am Fuss bilden als
> Einheit eine sogn. Gelenkpfanne zum Fersenbein (Calcaneus). Ich
> denke mit dieser Literatur kommst Du weiter:
>
http://webby.biermann-online.de/cgi-bin/it intern/ortho-score.cgi?DOK ID(96
> http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/orth-021.htm

Ja, das klingt in etwa nach dem, was ich bis jetzt gehört habe. Danke!

> Gute Besserung an das Familienmitglied.

Dankeschön. Ich werde es bei meinem nächsten Besuch unbekannterweise
ausrichten :-)

Grüße
Matthias