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=?iso-8859-15?Erfahrungen mit Ärzten

Author: "Martin Cordsmeier"

Hallo,

Ich hoffe ich darf die Frage hier stellen: Gibt es eine Seite / Forum
o.Ä. wo Erfahrungen mit Ärzten veröffentlicht werden? Ich habe nirgends
etwas Derartiges gefunden, kann mir aber nicht vorstellen, dass noch
niemand auf die Idee gekommen ist?

Danke und beste Grüße

Martin

--
Sag mir was du von mir denkst und ich sag dir was du mich kannst
www.grumpf.com




=?iso-8859-15?Erfahrungen mit Ärzten

Author: "Mortimer Gierthmühlen"

Moin,

> Hallo,
>
> Ich hoffe ich darf die Frage hier stellen: Gibt es eine Seite / Forum
> o.Ä. wo Erfahrungen mit Ärzten veröffentlicht werden? Ich habe nirgends
> etwas Derartiges gefunden, kann mir aber nicht vorstellen, dass noch
> niemand auf die Idee gekommen ist?

hab ich noch nirgends gesehen, wäre aber sicherlich auch nicht gut. So ein
Forum könnte allzu oft zu Rufschädigung führen und würde damit sicherlich
keinem gerecht. Es gibt ja auch kein Forum "Erfahrungen mit Patienten",
obwohl da auch eine ganze Menge fällig wäre ;-)

Ciao,

Morty


=?iso-8859-15?Erfahrungen mit Ärzten

Author: "Martin Cordsmeier"

Mortimer Gierthmühlen schrieb:

> hab ich noch nirgends gesehen, wäre aber sicherlich auch nicht gut.
> So ein Forum könnte allzu oft zu Rufschädigung führen und würde damit
> sicherlich keinem gerecht. Es gibt ja auch kein Forum "Erfahrungen
> mit Patienten", obwohl da auch eine ganze Menge fällig wäre ;-)

Na ja, es gibt zumindest bei dooyoo.de die Rubrik Ärzte, unterteilt in
Fachrichtungen. Aber da sind nirgends Beiträge.

Zum Thema Rufschädigung: Ärzte sind ja nun mal Dienstleister. Und wenn
man alle möglichen Firmen bewertet, warum dann bitte nicht auch Ärzte?
Patienten können sich Ihren Arzt aussuchen, Ärzte aber nicht ihre
Patienten...

Beste Grüße

Martin

--
Sag mir was du von mir denkst und ich sag dir was du mich kannst
www.grumpf.com


=?iso-8859-15?Erfahrungen mit Ärzten

Author: "Mortimer Gierthmühlen"

Hi,

> Zum Thema Rufschädigung: Ärzte sind ja nun mal Dienstleister. Und wenn
> man alle möglichen Firmen bewertet, warum dann bitte nicht auch Ärzte?

Naja, das ist doch das generelle Problem, das die Ärzte haben. Von ihnen
wird verlangt, wirtschaftlich (=kostensparend) zu arbeiten, aber auf gar
keinen Fall wirtschaftlich (=gewinnmaximierend) zu denken.
Wenn es in den Kram passt, werden Ärzte als Vertrauenspersonen bezeichnet,
die auf keinen Fall in wirtschaftlichen, sondern nur in menschlichen
Dimensionen denken dürfen, und wenn es anders herum besser passt, bezeichnet
man sie kurzerhand als Dienstleister, die den Regeln des freien Marktes zu
folgen haben. Aber eben das tut ein Arzt per Definition nun einmal nicht, er
ist kein Wirtschaftsunternehmen - oder, wie Du sagst, FIRMA.
Die Bereitschaft von Patienten, einen Arzt bei Ciao oder doyoo zu
beurteilen, ist um einiges kleiner, als eine neue Digicam zu beschreiben.
Mal ehrlich, wer wird schon freiwillig einen "Arzt für Sexualstörungen" oder
meine Erfahrungen mit einem Proktologen mit Angabe des eigenen Namens im
Internet beurteilen wollen - also ich nicht <g>
Das würde also dazu führen, dass nur diejenigen sich im Internet auslassen,
die Negatives über den Arzt zu berichten haben. Aber wie schnell fühlt sich
ein Patient auf den Schlips getreten, und wie subjektiv ist die Beurteilung
(eigentlich gibt es fast nur subjektive Kriterien bei der Arzt-Beurteilung).
Fällt bei der Digicam die Linse heraus, ist das ein objektives Manko, aber
wenn der Arzt ein Gefälligkeitsgutachten verweigert, müsste man sich erstmal
mit den Tatsachen vertraut machen und beide Seiten hören. Das geschieht
natürlich nicht, denn sofort würde der Patient auf die Schweigepflicht
pochen. Also ist dem wütenden Patienten doch Tür und Tor geöffnet, im
Internet ungestraft, ohne Angabe von Beweisen, Rufmord zu betreiben - die
Objektivität bleibt dabei auf der Strecke.

> Patienten können sich Ihren Arzt aussuchen, Ärzte aber nicht ihre
> Patienten...

Stimmt nicht ganz. Wenn man mit einem Patienten schlechte Erfahrungen
gemacht hat (nie Privatrechnungen bezahlt und dafür das Geld der
Krankenkasse einbehalten etc.), kann man die Behandlung verweigern. Hier
gehts natürlich nicht um Notfälle. Und um konsequent zu sein, müsste man
dann ein Forum aufbauen, wo Ärzte ihre Erfahrungen mit Patienten
diskutieren. Selbstverständlich mit Angabe des Patientennamen ("Herr Müller
bezahlt nie seine Rechnungen, geht ständig zu verschiedenen Ärzten,
verschweigt Voruntersuchungen, will immer die teuersten Medikamte und ist
unverschämt") - ich bin mal gespannt, wie lange so ein Forum geöffnet
bliebe........

Ciao,

Morty


=?iso-8859-15?Erfahrungen mit Ärzten

Author: "Martin Cordsmeier"

Mortimer Gierthmühlen schrieb:
> Naja, das ist doch das generelle Problem, das die Ärzte haben. Von
> ihnen wird verlangt, wirtschaftlich (=kostensparend) zu arbeiten,
> aber auf gar keinen Fall wirtschaftlich (=gewinnmaximierend) zu
> denken.

Ersteres wird von den Krankenkassen verlangt, Letzteres von den
Patienten. Dass da Interessenkonflikte bestehen ist klar.

> Wenn es in den Kram passt, werden Ärzte als Vertrauenspersonen
> bezeichnet

Klingt zwar merkwürdig, aber: Ist "Vertrauensperson" denn dann nicht
auch eine "Dienstleistung"?

> die auf keinen Fall in wirtschaftlichen, sondern nur in
> menschlichen Dimensionen denken dürfen, und wenn es anders herum
> besser passt, bezeichnet man sie kurzerhand als Dienstleister

Ich habe das Argument mit den "Dienstleistern" nur aus meiner Sicht
aufgeworfen, genauso ist es aus meiner Sicht nicht so, dass
Ärzte -ausschließlich- auf menschlicher Ebene denken dürfen. Das wäre
ja eine Zumutung, da sie das ja persönlich viel zu sehr belasten würde.
Ich war damals nur Zivi auf der Intensivstation und habe das schon
starkt gemerkt. Die Ärzte waren eindeutig Dienstleister. Bei
niedergelassenen Ärzten ist das zwar etwas anders, weil da oft über
Jahrzehnte hinweg dieselben Patienten kommen, aber dennoch bleiben es
für mich eben Dienstleister. Wie Steuerberater und Rechtsanwälte, die
ja auch "Vertrauenspersonen" darstellen sollen.

> den Regeln des freien Marktes zu folgen haben. Aber eben das tut ein
> Arzt per Definition nun einmal nicht, er ist kein
> Wirtschaftsunternehmen - oder, wie Du sagst, FIRMA.

Mein Satz war vielleicht etwas missverständlich, aber ich wollte Ärzte
nicht als "Firmen" bezeichnen. Zwischen Firmen und Dienstleister
besteht ja doch noch ein großer Unterschied.

> Die Bereitschaft von Patienten, einen Arzt bei Ciao oder doyoo zu
> beurteilen, ist um einiges kleiner, als eine neue Digicam zu
> beschreiben.

Das stimmt nicht. Im Ciao Café werden alle möglichen Krankheiten sehr
(!) persönlich beschrieben, inkl. Erwähnung der behandelnden Ärzte. Und
das in großem Umfang.

> Mal ehrlich, wer wird schon freiwillig einen "Arzt für
> Sexualstörungen" oder meine Erfahrungen mit einem Proktologen mit
> Angabe des eigenen Namens im Internet beurteilen wollen - also ich
> nicht <g>

Wenn man seine 22jährige Geschichte der Erektionsstörung beschreibt,
warum dann nicht den Arzt, der sie behandeln wollte?

> Das würde also dazu führen, dass nur diejenigen sich im Internet
> auslassen, die Negatives über den Arzt zu berichten haben.

Auch das stimmt nicht. In o.g. Berichten werden Ärzte und Krankenhäuser
zu 70 Prozent (ja, circa) gelobt. Negative Berichte, ob über einen Arzt
oder einen Drucker, werden nur lieber gelesen als Positive. Darum sind
ja bekanntlich auch die Tests der großen Bildungsmagazine im Fernsehen
im Ergebnis immer sehr schockierend. ;-)

> Aber wie
> schnell fühlt sich ein Patient auf den Schlips getreten, und wie
> subjektiv ist die Beurteilung (eigentlich gibt es fast nur subjektive
> Kriterien bei der Arzt-Beurteilung).

Diese Bewertungen sind subjektiv, klar. Weil die Bewertenden keine
wirkliche Ahnung von dem haben, was der Arzt getan hat. Selbst wenn der
Patient stirbt, heißt das ja noch lange nicht, dass der Arzt schlecht
ist...
aber auch Parfums, Kekse und was sonst noch alles bei Ciao bewertet
wird, lassen sich nicht wirklich objektiv angehen.

> Also ist dem wütenden Patienten doch Tür und
> Tor geöffnet, im Internet ungestraft, ohne Angabe von Beweisen,
> Rufmord zu betreiben - die Objektivität bleibt dabei auf der Strecke.

Auch wenn ich Ärzte nur ungern mit einem Logistikunternehmen
vergleiche... aber gerade gegen die wird doch sehr oft Rufmord
betrieben. Und niemand weiß, warum das Paket nicht angekommen ist...
vielleicht weil der Fahrer plötzlich umgekippt ist? Oder die ganzen
Handwerker, die bei dem "Extra"-Test durchgefallen sind... die können
ja allesamt nichts!
Ich bin mir sicher, dass GERADE bei Ärzten viele (langjährige)
Patienten ihren Arzt in den höchsten Tönen loben würden, mich
eingeschlossen...

> Stimmt nicht ganz. Wenn man mit einem Patienten schlechte Erfahrungen
> gemacht hat (nie Privatrechnungen bezahlt und dafür das Geld der
> Krankenkasse einbehalten etc.), kann man die Behandlung verweigern.

Das ist sicher auch richtig so.

> Hier gehts natürlich nicht um Notfälle. Und um konsequent zu sein,
> müsste man dann ein Forum aufbauen, wo Ärzte ihre Erfahrungen mit
> Patienten diskutieren. Selbstverständlich mit Angabe des
> Patientennamen ("Herr Müller bezahlt nie seine Rechnungen, geht
> ständig zu verschiedenen Ärzten, verschweigt Voruntersuchungen, will
> immer die teuersten Medikamte und ist unverschämt")

Sowas gibt es in anderen Branchen. Handwerker haben schon mehrmals
Schuldnernamen im Internet veröffentlicht. Ich weiß aber nicht, wie das
rechtlich ausgegangen ist. Und ich weiß auch nicht, ob das mit der
Schweigepflicht der Ärzte in Konflikt kommen würde (ist ja nur die
kaufmännische Seite?).
Ansonsten wäre ich sofort für solch ein Forum. Bin ja auch
Selbstständig ("Dienstleister")...

Beste Grüße aus Hamburg

Martin

--
Verbringe den Tag nicht mit der Suche nach Hindernissen, vielleicht
gibt es gar keine? www.grumpf.com


=?iso-8859-15?Erfahrungen mit Ärzten

Author: Achim Roessler

Martin Cordsmeier schrieb:
>
>
> > Hier gehts natürlich nicht um Notfälle. Und um konsequent zu sein,
> > müsste man dann ein Forum aufbauen, wo Ärzte ihre Erfahrungen mit
> > Patienten diskutieren. Selbstverständlich mit Angabe des
> > Patientennamen ("Herr Müller bezahlt nie seine Rechnungen, geht
> > ständig zu verschiedenen Ärzten, verschweigt Voruntersuchungen, will
> > immer die teuersten Medikamte und ist unverschämt")
>
> Sowas gibt es in anderen Branchen. Handwerker haben schon mehrmals
> Schuldnernamen im Internet veröffentlicht. Ich weiß aber nicht, wie das
> rechtlich ausgegangen ist. Und ich weiß auch nicht, ob das mit der
> Schweigepflicht der Ärzte in Konflikt kommen würde (ist ja nur die
> kaufmännische Seite?).

Es würde; bereits die Tatsache allein, daß ein bestimmter Mensch, Herr
X. oder Frau Y. bei mir (oder einem anderen Arzt) in Behandlung ist,
fällt unter die Schweigepflicht.

> Ansonsten wäre ich sofort für solch ein Forum. Bin ja auch
> Selbstständig ("Dienstleister")...

Wird es also, auch aus o.g. Gründen so in absehbarer Zeit legal nicht
geben.

greetinx
Achim


=?iso-8859-15?Erfahrungen mit Ärzten

Author: Stefan Schilling

In article ,
info@cordsmeier.com says...

> Na ja, es gibt zumindest bei dooyoo.de die Rubrik Ärzte, unterteilt in
> Fachrichtungen. Aber da sind nirgends Beiträge.

Gutes Stichwort: dooyoo. Weil die Erfahrungsberichte über
Ärzte dort genau so wertlos wären wie die Testberichte über
irgendwelche Produkte.

Zumal bei der Beurteilung des Verhältnis zwischen Arzt und
Patient das Vertrauen eine wesentliche Rolle spielt. Wie viele
Patienten können schon beurteilen, wie qualifiziert der Arzt
ist. Und persönliche Kriterien (grüßt er freundlich, wie lange
muss ich warten, teile ich seine Art von Humor usw.) zur
Grundlage einer Erhebung zu machen, finde ich doch etwas
fragwürdig.

Viele Grüße,
Stefan


=?iso-8859-15?Erfahrungen mit Ärzten

Author: "Mortimer Gierthmühlen"

Hi,

> da die meisten Ärzte nach meiner Erfahrung absolute Vollschwachmaten
> sind,

richtig, genauso wie die meisten Juristen, Physiker, Chemiker, Journalisten,
Kusthistoriker und Handwerker, weil sie allesamt eines gemeinsam haben: sie
sind Menschen! (gut, vielleicht jetzt mal die Juristen ausgenommen <g>)
Ich weiss, dass die Ansprüche an einen Arzt unglaublich hoch sind: er soll
schnell, effektiv, schmerzlos, kostengünstig und ohne den geringsten Aufwand
die richtige Diagnose finden und die passende, bequeme, wenig
einschränkende, schnelle, effektive und kostenlose Therapie gleich
mitliefern. Und wehe, er macht Fehler! Mein Gott, ein Mensch ist doch kein
Lehrbuch, und so easy, wie die Bremsbeläge eines Autos auszutauschen, ist
die Behandlung eines Menschen wahrlich nicht.

>die sich aufgrund ihres Dr-Titels stark fühlen, aber selten
> wirklich fundiertes Fachwissen haben

Du scheinst Dich in der Materie ja richtig gut auszukennen, dass Du so etwas
behaupten kannst. Alle Achtung....

> Außerdem ist die Beurteilung der Arbeit eines Arztes ohne handfeste
> Beweise immer als subjektive Bewertung zu werten und bei einer
> Veröffentlichung dieser Berichte auch rechtlich nicht so einfach.
> Thema Rufschädigung.
>
> Schade, aber es ist leider so.

Ja, wirklich schade, dass wir in einem Rechtsstaat leben. Früher war alles
besser: anonymer Anruf bei der richtigen Behörde, und der Kerl wurde nachts
abgeholt. (*Ironie*).
Mal ehrlich: wenn Du ein Problem mit nem Arzt hast, gibt es dafür sogar eine
Anlaufstelle: die Kassenärztliche Vereinigung. Du schreibst eine Beschwerde,
und die gehen der Sache ernsthaft nach (und das tun die wirklich, da kannst
Du mir glauben).
Ich halte von so einem Forum überhaupt nichts. Für alle, die Probleme mit
Ärzten haben, gibt es oben genannte Anlaufstelle, bei der man jedes Problem
einzeln lösen kann. Eine Hetzjagd auf vermeintlich schlechte Ärzte im
Internet zu starten, widerspricht jedem rechtsstaatlichen Empfinden.

Ciao,

Mortimer