Hansi Mueller wrote:
> ich weiß natürlich, daß ein Arzt schweigepflichtig ist.
Aber gilt das
> auch für Ärzte untereinander?
Ja, ausser die Weitergabe der Information ist (vermutlich) in
Deinem Interesse, also zB. wenn es der Behandlung dient. Dann
muss der Arzt zB. auch dem nichtärztlichen Rettungsdienstpersonal
sagen, was los ist (die ihrerseits wieder schweigepflichtig und
auch zeugnisverweigerungsberechtigt sind).
> Wenn ich z.B. vom Hausarzt zum Psychiater überwiesen werde, bekommt
> der Hausarzt ja einen Bericht, oder? Ist mit der Überweisung die
> Schweigepflicht automatisch dahin?
Nein. Du kannst widersprechen. Auch dem Versand eines Arztbriefes
an den Hausarzt. In der Praxis ist das natürlich immer schwierig,
aber irgendeinem der Ärzte musst Du schon vertrauen.
> verschrieben - weil ich organisch krank bin. Darf der Psychiater dann
> z.B. meinen Hausarzt informieren?
Du kannst die Angabe des Hausarztes verweigern bzw. dem Versand
eines Arztbriefes an ihn widersprechen.
Psychiatrie ist dabei ein problembehaftetes Feld, weil ein
Arzt an Dich nur objektive Daten rausgeben muss, nicht jedoch
seine subjektiv erhobenenen. Und das ist natürlich in der
Psychiatrie sehr häufig der Fall. Dh. du hast nicht
unbedingt das Recht, den Arztbrief selbst zu bekommen.
> Schließlich darf er mich ja sogar einweisen und mein Leben
> zerstören.
Einweisen darf er zwar, Deinen Widerstand aktiv durchbrechen
darf nur die Polizei (und die machen sich das nicht einfach).
Nach 24h muss ein Richter die Einweisung bestätigen. Und auch
die sind oft genug sehr hartnäckig gegenüber psychiatrischen
Argumenten, idR. nehmen sie das Grundrecht auf Selbstbestimmung
sehr ernst.
Mir ist bewusst, dass es hier einige Mitleser gibt, die das
in ihrem Einzelfall anders sehen...aber ich kenne
Psychiater und deren "Kampf" mit Richtern sehr gut.
> Allein dieser Sachverhalt hält mich momentan ab, Hilfe zu suchen.
Das ist natürlich schlecht.
Evtl. eine eher anonyme Suchtberatung aufsuchen?
Oder halt dem Psychiater deine spezielle Situation erklären,
das sollte eigentlich genügen, um Deine Ängste zu zerstreuen.
Gute Besserung,
Bernhard
Medizin
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Hansi Mueller wrote:
> ich weiß natürlich, daß ein Arzt schweigepflichtig ist.
Aber gilt das
> auch für Ärzte untereinander?
Ja, ausser die Weitergabe der Information ist (vermutlich) in
Deinem Interesse, also zB. wenn es der Behandlung dient. Dann
muss der Arzt zB. auch dem nichtärztlichen Rettungsdienstpersonal
sagen, was los ist (die ihrerseits wieder schweigepflichtig und
auch zeugnisverweigerungsberechtigt sind).
> Wenn ich z.B. vom Hausarzt zum Psychiater überwiesen werde, bekommt
> der Hausarzt ja einen Bericht, oder? Ist mit der Überweisung die
> Schweigepflicht automatisch dahin?
Nein. Du kannst widersprechen. Auch dem Versand eines Arztbriefes
an den Hausarzt. In der Praxis ist das natürlich immer schwierig,
aber irgendeinem der Ärzte musst Du schon vertrauen.
> verschrieben - weil ich organisch krank bin. Darf der Psychiater dann
> z.B. meinen Hausarzt informieren?
Du kannst die Angabe des Hausarztes verweigern bzw. dem Versand
eines Arztbriefes an ihn widersprechen.
Psychiatrie ist dabei ein problembehaftetes Feld, weil ein
Arzt an Dich nur objektive Daten rausgeben muss, nicht jedoch
seine subjektiv erhobenenen. Und das ist natürlich in der
Psychiatrie sehr häufig der Fall. Dh. du hast nicht
unbedingt das Recht, den Arztbrief selbst zu bekommen.
> Schließlich darf er mich ja sogar einweisen und mein Leben
> zerstören.
Einweisen darf er zwar, Deinen Widerstand aktiv durchbrechen
darf nur die Polizei (und die machen sich das nicht einfach).
Nach 24h muss ein Richter die Einweisung bestätigen. Und auch
die sind oft genug sehr hartnäckig gegenüber psychiatrischen
Argumenten, idR. nehmen sie das Grundrecht auf Selbstbestimmung
sehr ernst.
Mir ist bewusst, dass es hier einige Mitleser gibt, die das
in ihrem Einzelfall anders sehen...aber ich kenne
Psychiater und deren "Kampf" mit Richtern sehr gut.
> Allein dieser Sachverhalt hält mich momentan ab, Hilfe zu suchen.
Das ist natürlich schlecht.
Evtl. eine eher anonyme Suchtberatung aufsuchen?
Oder halt dem Psychiater deine spezielle Situation erklären,
das sollte eigentlich genügen, um Deine Ängste zu zerstreuen.
Gute Besserung,
Bernhard