Hallo zusammen,
mein Augenarzt hat mir das Mittel Oculotect Gel verschrieben weil er einen
"leichten" Hornhautschaden und ein trockenes Auge diagnostiziert hat.
Durch
das Mittel, das ich mir 3-4x täglich einträufeln soll, scheint das
Auge aber
noch trockener zu sein und ich muss andauernd blinzeln - ist das normal?
Oder sollte ich mir ein anderes Mittel verschreiben lassen?
Was versteht man eigentlich unter einem "leichten" Hornhautschaden?
Wird der
wieder ausheilen oder bleiben da irgendwelche Schäden zurück?
TIA
Dominik
xpost und fup2 dsmm
Medizin
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Dominik Schneider wrote:
> Hallo zusammen,
>
> mein Augenarzt hat mir das Mittel Oculotect Gel verschrieben weil er einen
> "leichten" Hornhautschaden und ein trockenes Auge diagnostiziert
hat.
> Durch das Mittel, das ich mir 3-4x täglich einträufeln soll,
scheint das
> Auge aber noch trockener zu sein und ich muss andauernd blinzeln - ist das
> normal? Oder sollte ich mir ein anderes Mittel verschreiben lassen?
>
> Was versteht man eigentlich unter einem "leichten"
Hornhautschaden? Wird
> der wieder ausheilen oder bleiben da irgendwelche Schäden
zurück?
>
> TIA
>
> Dominik
>
> xpost und fup2 dsmm
Hallo,
mal von einem "Leidensgenosse" ein paar Sätze dazu. Hauptproblem
bei Dir ist
das trockene Auge, d.h., dein Auge produziert zu wenig eigene
Tränenflüssigkeit, die u.a. erforderlich ist, die Hornhaut feucht und
damit
funktionsfähig zu halten. Das Problem "trockenes Auge" ist
relativ häufig,
ich habe erst vor kurzem gelesen, dass bereits jeder zweite davon in
unterschiedlich starker Ausprägung betroffen ist. Viele bekommen es erst
bei einer Routineuntersuchung beim Augenarzt mitgeteilt, bei einigen ist es
aber so stark ausgeprägt, dass die Probleme bereits von alleine beginnen,
wie brennende und gerötete Augen, häufige Bindehautentzündung
und und.
Unbehandelt kann in schweren Fällen die Hornhaut austrocknen, was zur
Erblindung führt. Bevor das geschieht, hat man in der Regel aber schon mit
anderen schweren Symptomen wie ständig gerötete und brennenden Augen,
sowie
mit vermehrter Bindehautentzündung zu tun.
Verhindert werden kann das bis heute nur durch Anwendung "künstlicher
Tränen", also entweder durch Augengels oder Augentropfen, die
regelmäßig
angewendet müssen und für deren Häufigkeit der Anwendung es
keinen anderen
Maßstab als das eigene Empfinden gibt. Der eine kommt mit relativ wenig
aus, der nächste braucht unter Umständen stündlich etwas davon.
Der "leichte" Hornhautschaden kann also bereits eine erste Folge
eines
permanent trockenen Auges sein und deshalb ist es wichtig, dass das Auge ab
sofort "feucht" gehalten wird.
Auf dem Markt sind Gels und Tropfen erhältlich. Gels haben den Vorteil,
dass
ihre Wirkung im Auge länger hält, aber dafür den Nachteil, dass
sie wie die
in Fläschen verkauften Tropfen Konservierungsmittel enthalten, die das
Auge
bei entsprechender Empfindlichkeit (z.B. Allergie in mehr oder wenig
starker Ausprägung) reizen können, zudem sind die Auswirkungen dieser
Konservierungsstoffe bei Langzeitanwendung noch nicht völlig sicher
abgeklärt. Wenn Du nach der Anwendung Deines verordneten Gels
Nebenwirkungen wie Brennen, Spannungsgefühl oder sogar das Gefühl
verstärkter Trockenheit wahrnimmst, kann es sein, dass Du auf irgendeinen
der Inhaltsstoffe allergisch reagierst oder aber die Konservierungsstoffe
nicht verträgst. In diesem Fall könntest Du - um wegen des
Hornhautschadens
sicher zu gehen - Deinen Augenarzt fragen, welches Ersatzprodukt er
empfehlen kann.
In der Regel lassen sich aber die unterschiedlichsten Präperate auf dem
Markt "durchtesten", um festzustellen, welches man individuell am
besten
verträgt.
Ein gutes Gel ist meiner Meinung nach "Vidisic", ebenfalls
erhältlich in
Tuben, aber eben auch mit Konservierungsstoffe. Die beste Alternative
besteht meines Erachtens nach in Tropfen, die als praktische Einzeldosen
verkauft werden. Wer die Tropfen aufgrund starker Beschwerden häufig
braucht, ist dabei gleich mit einer N3-Packung am besten bedient:
Beispielsweise mit Lacrimal O.K. (Einzeldosen).
Die Einzeldosen lassen sich praktisch mitnehmen, bei Bedarf wird einfach
eine abgetrennt, geöffnet und vollständig angewendet. Ihr Vorteil
liegt
unbestritten darin, dass durch diese Art der "Verpackung" keine
Konservierungsstoffe nötig sind - damit wird das Auge schon mal nicht
durch
die Anwendung selbst gereizt. Sollte man feststellen, dass Tropfen alleine
nicht ausreichen, kann man auch eine Kombination aus Tropfen und Gel
anwenden, wobei das Gel dann entsprechend seltener zum Einsatz kommt.
Was den leichten Hornhautschaden angeht, bin ich zwar kein Fachmann, aber
ich habe mal gelesen, dass kleinere Schäden bei entsprechender Behandlung
durchaus wieder heilen können. Das aber wie gesagt ohne Garantie auf
Richtigkeit, da gebe ich nur eine gelesene Äußerung eines anderen
wieder.
--
Gruß, C.
"Carsten K" schrieb im Newsbeitrag
news:c2fi9i$7m2$05$1@news.t-online.com...
[Trockenes Auge]
> mal von einem "Leidensgenosse" ein paar Sätze dazu.
Hauptproblem bei Dir
ist
> das trockene Auge, d.h., dein Auge produziert zu wenig eigene
> Tränenflüssigkeit, die u.a. erforderlich ist, die Hornhaut
feucht und
damit
> funktionsfähig zu halten. Das Problem "trockenes Auge" ist
relativ häufig,
> ich habe erst vor kurzem gelesen, dass bereits jeder zweite davon in
> unterschiedlich starker Ausprägung betroffen ist. Viele bekommen es
erst
> bei einer Routineuntersuchung beim Augenarzt mitgeteilt, bei einigen ist
es
> aber so stark ausgeprägt, dass die Probleme bereits von alleine
beginnen,
> wie brennende und gerötete Augen, häufige
Bindehautentzündung und und.
> Unbehandelt kann in schweren Fällen die Hornhaut austrocknen, was zur
> Erblindung führt. Bevor das geschieht, hat man in der Regel aber
schon mit
> anderen schweren Symptomen wie ständig gerötete und brennenden
Augen,
sowie
> mit vermehrter Bindehautentzündung zu tun.
[Ausführliche Erklärung]
> Was den leichten Hornhautschaden angeht, bin ich zwar kein Fachmann, aber
> ich habe mal gelesen, dass kleinere Schäden bei entsprechender
Behandlung
> durchaus wieder heilen können. Das aber wie gesagt ohne Garantie auf
> Richtigkeit, da gebe ich nur eine gelesene Äußerung eines
anderen wieder.
Danke für deine umfangreichen Ausführungen. Eigentlich hätte ich
mir sowas
vom AA gewünscht, aber die scheinen ja generell aufgrund des hohen
Andrangs
unter Zeitdruck zu stehen... Ich werde aber gleich mal am Montag anrufen und
nachfragen, ob er mir ein Ersatzmittel verschreiben kann, dieses Gel reibt
regelrecht in den Augen und ich kann mir nicht vorstellen, daß das der
Sinn
der Sache ist.
Woher kommt denn eigentlich das Problem "trockenes Auge"? Ich hatte
damit
früher keine Probleme, obwohl ich schon seit eh und je sehr viel
Bildschirmarbeit verrichte. Erst seit diesem Winter, ca. seit Anfang Januar,
habe ich diese Probleme. Und morgens aufgrund der trockenen Augen ohne die
wärmende Lüftung im Auto zur Arbeit zu fahren kann echt die
(Kälte)Hölle
sein...
Gibt es, außer lebenslanger Anwendung von irgendwelchen Tropfen/Gels,
denn
auch andere Therapieformen? Ich möchte nicht jeden Tag mit einer Packung
Augentropfen durch die Gegend laufen müssen.
Danke & Gruß
Dominik
Ich schrieb im Newsbeitrag
news:c2d1ag$1qjp55$1@ID-137066.news.uni-berlin.de...
> mein Augenarzt hat mir das Mittel Oculotect Gel verschrieben weil er einen
> "leichten" Hornhautschaden und ein trockenes Auge diagnostiziert
hat.
Durch
> das Mittel, das ich mir 3-4x täglich einträufeln soll, scheint
das Auge
aber
> noch trockener zu sein und ich muss andauernd blinzeln - ist das normal?
> Oder sollte ich mir ein anderes Mittel verschreiben lassen?
Was mir übrigens gerade aufgefallen ist:
Oculotect Gel enthält scheinbar einen Konservierungsstoff von denen mir
der
AA gesagt hat, daß gerade diese bei Hornhautschäden nicht in den
Augentropfen enthalten sein sollten - wieso verschreibt er mir dann
ausgerechnet Augentropfen mit Konservierungsstoff?!
Gruß
Dominik
Dominik Schneider wrote:
>
>
> Danke für deine umfangreichen Ausführungen. Eigentlich
hätte ich mir sowas
> vom AA gewünscht, aber die scheinen ja generell aufgrund des hohen
> Andrangs unter Zeitdruck zu stehen... Ich werde aber gleich mal am Montag
> anrufen und nachfragen, ob er mir ein Ersatzmittel verschreiben kann,
> dieses Gel reibt regelrecht in den Augen und ich kann mir nicht
> vorstellen, daß das der Sinn der Sache ist.
Das Problem wurde bei mir auch erst nach einem Augenarzt-Wechsel
festgestellt, der Vorherige hatte das noch nicht mal getestet! Genügend
Feuchtigkeit sollte normalerweise Dein Problem - auch das mit der Hornhaut
- wieder beheben, dafür ist eigentlich jedes "künstliche
Tränenmittel"
geeignet. Aber um auf der sicheren Seite zu sein, ist Nachfragen beim
Augenarzt gewiss richtig.
>
> Woher kommt denn eigentlich das Problem "trockenes Auge"? Ich
hatte damit
> früher keine Probleme, obwohl ich schon seit eh und je sehr viel
> Bildschirmarbeit verrichte. Erst seit diesem Winter, ca. seit Anfang
> Januar, habe ich diese Probleme. Und morgens aufgrund der trockenen Augen
> ohne die wärmende Lüftung im Auto zur Arbeit zu fahren kann echt
die
> (Kälte)Hölle sein...
Es werden verschiedene Ursachen diskutiert, eine eindeutige Meinung gibt es
nicht. Einige Meinungen gehen von Vererbung aus (wobei man schwer
feststellen kann, ob so etwas in der eigenen Familie verbreitet ist. Viele
reiben sich jahrelang die Augen und fluchen über "Allergien",
dabei sind
ihre Beschwerden eher Anzeichen eines trockenen Auges!), häufige
Bildschirmarbeit wird von anderen wiederum als förderlich für das
Problem
angesehen. Ich glaube aber auch, dass es damit zusammenhängt. Ich arbeite
auch sehr viel am Rechner und das Problem hat sich erst mit dieser Zeit so
richtig entwickelt. Trockene Raumluft ist ebenfalls förderlich. Gerade im
Winter unter ständiger Verwendung der Heizungen....
>
> Gibt es, außer lebenslanger Anwendung von irgendwelchen
Tropfen/Gels, denn
> auch andere Therapieformen? Ich möchte nicht jeden Tag mit einer
Packung
> Augentropfen durch die Gegend laufen müssen.
Leider keine vernünftige Alternative. In Medizinerkreisen wurde bisher als
einzige Alternative nur der künstliche Verschluss des
Tränenabflusskanals
diskutiert, mit der Idee, durch Verhindern eines solchen - bei
"Gesunden"
völligen natürlichen - Abflusses mehr Flüssigkeit im Auge zu
halten. Das
führte aber in der Praxis genau zum gegenteiligen Problem: Den
Testpersonen
stand jetzt förmlich das Wasser in den Augen! Daneben gibt es noch
schöne
Verhaltensregeln wie für ausreichend Luftfeuchtigkeit sorgen usw., aber
das
kann in schweren Fällen des trockenen Auges allenfalls etwas zur Linderung
beitragen. Insgesamt geht aber nichts über die Zuführung
künstlicher Tränen
als Vorbeugung weitaus schlimmerer Krankheiten (im übrigen scheint sich
die
Medizin auch damit abgefunden zu haben, mein Augenarzt zumindest fand
weiteres Nachdenken darüber auch "überflüssig", denn
die Mittel seien ja
überall erhältlich, gut anzuwenden und ohne negative
Begleiterscheinungen).
Du solltest immer daran denken, dass es hierbei um Dein Augenlicht geht, um
das Wichtigste überhaupt. Ich kann verstehen, dass man nicht mit
"einer
Packung Augentropfen" rumlaufen will, aber das ist im Vergleich zu ansonst
drohenden Folgen bis hin zur Erblindung die eindeutig bessere Wahl. Ich
würde Dir - wie beschrieben - die Einzeldosen empfehlen. Diese sind nicht
nur praktisch in der Anwendung, sondern auch in Sachen Transport, z.B. in
5er-Rippen gebündelt, die leicht in die Hosentasche passen und auch
weitgehend druckunempfindlich sind. Und vor allem: Ohne
Konservierungsstoffe!
>
> Danke & Gruß
>
> Dominik
--
Gruß, C.
>
> Was mir übrigens gerade aufgefallen ist:
>
> Oculotect Gel enthält scheinbar einen Konservierungsstoff von denen
mir
> der AA gesagt hat, daß gerade diese bei Hornhautschäden nicht
in den
> Augentropfen enthalten sein sollten - wieso verschreibt er mir dann
> ausgerechnet Augentropfen mit Konservierungsstoff?!
>
> Gruß
>
> Dominik
Die Konservierungsstoffe sind - wie bereits beschrieben - für die
Haltbarkeit zuständig. Ansonsten wäre eine Tube bzw. Flasche niemals
nach
Anbruch bis zu sechs Wochen haltbar. Jedes Gel aus der Tube benötigt damit
einen Konservierungsstoff, genau wie jede Tropfenform aus der Flasche.
Generell sind Konservierungsstoffe eine heikle Angelegenheit. Das Gel bzw.
die Tropfen sollen Dir Linderung verschaffen, unter Umständen bekommen
Deine Augen durch die mit verabreichten Konservierungsstoffe aber
gleichzeitig wieder eins "übergezogen". Auf die Dauer gesehen
können
alleine die Konservierungsstoffe schon wieder Entzündungen auslösen.
Allerdings ist das bei Gels ein zweischneidiges Schwert, denn deren
Anwendung wird in schweren Fällen des trockenen Auges aufgrund der
längeren
Haftung im Auge vorgezogen. Ich für meinen Teil bin dennoch auf die
Tropfenform in Einzeldosen umgestiegen und meine Augen danken es mir. Die
Konservierungsstoffe sind meiner Meinung nach ein absolutes Übel. Da
"schütte" ich lieber einmal öfter eine Einzeldose nach, als
mit weniger Gel
die Augen zusätzlich zu reizen.
--
Gruß, C.
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