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Struma multinodosa

Author: Katja Herold

Bei meiner Mutter (65, Hypertonus, Adipositas per magna, Raucherin,
sonst fit) wurde eine sehr große Knotenstruma (> 100 ml) mit kleinem
retrosternalen Anteil diagnostiziert. TSH, fT3, fT4 sind normal,
mittig im Referenzbereich. Beschwerden liegen nicht vor.
Suppressions-/Szintigrafisch gibt es keinen Hinweis auf Autonomie oder
kalte Knoten. Röntgenologisch ist die Trachea nicht eingeengt.

Nun gibt es verschiedene Meinungen über die Notwendigkeit und Art der
Therapie:

Internist: Nix machen, da keine Beschwerden. Gibt nur Ärger von wegen
Blutdruck, Gewicht und (bei Jodsubstitution) möglicher Triggerung
kleiner autonomer Areale, die der Szintigrafie entgangen sind.

Nuklearmediziner: Auf jeden Fall Substitution mit Thyroxin, ggf.
T4/T3-Präparat wegen der Gewichtsproblematik. ("Und regelmäßige
Wiedervorstellung bei uns zur Therapiekontrolle.") Jod eher nicht,
weil Verwertungsstörung wahrscheinlich. Die Jodzufuhr ist heutzutage
eh besser als früher. Entlastung der SD mit Hormon vordringlich zur
weteren Wachstumsvermeidung.

Allgemeinärztin: Auf jeden Fall Kombinationspräparat T4/Jod. T3 ist
des Teufels und nur zu erwägen, wenn es unter T4 tatsächlich zu einer
Gewichtszunahme kommt.

Klingt für mich alles plausibel. Was empfehlt ihr?


Katja




Struma multinodosa

Author: Harald Uhl

Hallo Katja,


Katja Herold schrieb:
> Bei meiner Mutter (65, Hypertonus, Adipositas per magna, Raucherin,
> sonst fit) wurde eine sehr große Knotenstruma (> 100 ml) mit kleinem
> retrosternalen Anteil diagnostiziert. TSH, fT3, fT4 sind normal,
> mittig im Referenzbereich. Beschwerden liegen nicht vor.
> Suppressions-/Szintigrafisch gibt es keinen Hinweis auf Autonomie oder
> kalte Knoten. Röntgenologisch ist die Trachea nicht eingeengt.
>
> Nun gibt es verschiedene Meinungen über die Notwendigkeit und Art der
> Therapie:
>
> Internist: Nix machen, da keine Beschwerden. Gibt nur Ärger von wegen
> Blutdruck, Gewicht und (bei Jodsubstitution) möglicher Triggerung
> kleiner autonomer Areale, die der Szintigrafie entgangen sind.
>
> Nuklearmediziner: Auf jeden Fall Substitution mit Thyroxin, ggf.
> T4/T3-Präparat wegen der Gewichtsproblematik. ("Und regelmäßige
> Wiedervorstellung bei uns zur Therapiekontrolle.") Jod eher nicht,
> weil Verwertungsstörung wahrscheinlich. Die Jodzufuhr ist heutzutage
> eh besser als früher. Entlastung der SD mit Hormon vordringlich zur
> weteren Wachstumsvermeidung.
>
> Allgemeinärztin: Auf jeden Fall Kombinationspräparat T4/Jod. T3 ist
> des Teufels und nur zu erwägen, wenn es unter T4 tatsächlich zu einer
> Gewichtszunahme kommt.
>
> Klingt für mich alles plausibel. Was empfehlt ihr?
>


Wenn sie in gutem Allgemeinzustand ist operieren.
Damit Du Deine 4. Meinung hast.
Wenn sie das nicht will, nix machen. (außer Kontrolle anfangs
halbjährlich, dann jährlich)

Servus!

Harald


Struma multinodosa

Author: "S. Möller"

hallo katja! hier einen super link (forum) zu sd-fragen. gib dorft die
blutwerte mit der norm des labors an, dann werden dir die anderen teilnehmer
gute tips geben!
auch wenn es in erster linie um eine spezielle sd-erkrankung geht, so sind
die meisten das sehr sehr fit! das forum wird von einer ärtzin betreut, aber
bitte nie die fragen direkt an sie stellen (rechtliche gründe). gruss
s.möller
http://www.hashimotothyreoiditis.de/HT-Diskussion.html


Struma multinodosa

Author: Jochen Holle

Harald Uhl schrieb:
<schnipp>


> Wenn sie in gutem Allgemeinzustand ist operieren.
> Damit Du Deine 4. Meinung hast.
> Wenn sie das nicht will, nix machen. (außer Kontrolle anfangs
> halbjährlich, dann jährlich)
>
> Servus!
>
> Harald
>


Hm. Warum OP? Alle absoluten Indikationen fehlen. Keine
Tracheaeinengung, euthyreot, keine kalten Knoten und keine Autonomie.
Relative gäbe es schon, aber die sind, wie der Name sagt, relativ.
(Kosmetisch, zum Beispiel).
Mal ab davon, das retrosternal das ganze schon bischen schwieriger wird
und umso genauer abgewägt werden muß.

Substitution ja, Jod nein. Kontrolle auf jeden Fall.

Jochen


Struma multinodosa

Author: Harald Uhl

Hallo


Jochen Holle schrieb:

>
>> Wenn sie in gutem Allgemeinzustand ist operieren.
>> Damit Du Deine 4. Meinung hast.
>> Wenn sie das nicht will, nix machen. (außer Kontrolle anfangs
>> halbjährlich, dann jährlich)
>>
>>
>
>
> Hm. Warum OP?

Bei der Größe ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass irgendwann
Komplikationen kommen, Autonomie, Trachealeinengung etc., dann ist sie
mglw. in schlechterem Zustand und nicht mehr operabel, oder es gibt ein
Herzproblem in der Hyperthyreose, etc.. Bei einer Knotenstruma ab 80 ml,
würde ich die Op immer in Erwägung ziehen.

> Alle absoluten Indikationen fehlen.

Korrekt. Daher der Nachsatz, wenn sie nicht will, bleiben lassen.
> Keine
> Tracheaeinengung, euthyreot, keine kalten Knoten und keine Autonomie.
> Relative gäbe es schon, aber die sind, wie der Name sagt, relativ.

Die Größe und das Vorhanden sein von Knoten allein ist für mich eine
(zugegeben relative)
Indikation.




> Substitution ja

Was glaubst Du, das das bewirkt??

, Jod nein. Kontrolle auf jeden Fall.
>


Harald


Struma multinodosa

Author: Jochen Holle

Harald Uhl schrieb:


<schnipp>

> Bei der Größe ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass irgendwann
> Komplikationen kommen, Autonomie, Trachealeinengung etc., dann ist sie
> mglw. in schlechterem Zustand und nicht mehr operabel, oder es gibt ein
> Herzproblem in der Hyperthyreose, etc.. Bei einer Knotenstruma ab 80 ml,
> würde ich die Op immer in Erwägung ziehen.


<schnipp>

> Die Größe und das Vorhanden sein von Knoten allein ist für mich eine
> (zugegeben relative)
> Indikation.

Ok. Da hast du recht.


>> Substitution ja
>
>
> Was glaubst Du, das das bewirkt??
>
> Harald
>

Unter der Vorstellung die Schilddrüse zu suprimieren und ein weiteres
Wachstum zu verhindern.
(Vielleicht ist ja ein Denkfehler in meiner Argumentation.)

Gruß
Jochen


Struma multinodosa

Author: Katja Herold

Jochen Holle wrote:

>Unter der Vorstellung die Schilddrüse zu suprimieren und ein weiteres
>Wachstum zu verhindern.
>(Vielleicht ist ja ein Denkfehler in meiner Argumentation.)

Bei so großen, regressiv veränderten Kröpfen ist kein Größenrückgang
mehr zu erwarten. Wohl aber ein weiteres Wachstum zu verhindern. Da
der Kropf meiner Mutter völlig asymptomatisch ist, sehe ich auch keine
Veranlassung, einen Chirurgen an sie ran zu lassen. Allein die
Vorstellung, sie bleibt auf dem Tisch oder erleidet schwerwiegende
Komplikationen, obwohl sie sich vorher völlig ok fühlte! Ich denke,
man sollte mal halblang machen. Ein Substitutionsversuch ist wohl
zumindest angezeigt. Und wenn sie mit 80 tatsächlich mal an ihrer
Struma leiden sollte, dann muß man eben doch noch das Messer wetzen.
Wenn dann was passiert ... cest la vie. Immerhin hätte sie dann noch
15 Jahre ohne Probs gehabt.

Wir haben jetzt für die "nuklearmedizinische Variante" entschieden:
Meine Mutter kriegt einschleichend Prothyrid (T4/T3 10:1) in
substitutiver Dosis, bleibt beim Jodsalz und wir warten ab. Meine
eigene, bei der Gelegenheit entdeckte, recht ordentliche Struma
diffusa werde ich aber doch etwas aggressiver angehen. T4 plus Jod
volles Rohr. :-)

Katja


Struma multinodosa

Author: Katja Herold

Bei meiner Mutter (65, Hypertonus, Adipositas per magna, Raucherin,
sonst fit) wurde eine sehr große Knotenstruma (> 100 ml) mit kleinem
retrosternalen Anteil diagnostiziert. TSH, fT3, fT4 sind normal,
mittig im Referenzbereich. Beschwerden liegen nicht vor.
Suppressions-/Szintigrafisch gibt es keinen Hinweis auf Autonomie oder
kalte Knoten. Röntgenologisch ist die Trachea nicht eingeengt.

Nun gibt es verschiedene Meinungen über die Notwendigkeit und Art der
Therapie:

Internist: Nix machen, da keine Beschwerden. Gibt nur Ärger von wegen
Blutdruck, Gewicht und (bei Jodsubstitution) möglicher Triggerung
kleiner autonomer Areale, die der Szintigrafie entgangen sind.

Nuklearmediziner: Auf jeden Fall Substitution mit Thyroxin, ggf.
T4/T3-Präparat wegen der Gewichtsproblematik. ("Und regelmäßige
Wiedervorstellung bei uns zur Therapiekontrolle.") Jod eher nicht,
weil Verwertungsstörung wahrscheinlich. Die Jodzufuhr ist heutzutage
eh besser als früher. Entlastung der SD mit Hormon vordringlich zur
weteren Wachstumsvermeidung.

Allgemeinärztin: Auf jeden Fall Kombinationspräparat T4/Jod. T3 ist
des Teufels und nur zu erwägen, wenn es unter T4 tatsächlich zu einer
Gewichtszunahme kommt.

Klingt für mich alles plausibel. Was empfehlt ihr?


Katja