Lieber Michael! Hallo Newsgroup !
Ich danke dir für deine Auskunft!
Wenn ich meinen Vater besuche lese ich ihm immer Geschichten aus
seinem Lieblingsbuch vor und streichle ihm die Hand und erzähle ihm
was alles neues passiert ist.
Er gibt mir immer wieder Kraft. Und manchmal denke ich er will mir
sagen " mach dir keine Sorgen ich schaff das schon".
Mir ist aber auch schon oft der Gedanke gekommen ob es nicht besser
wäre für ihn wenn man die ganzen Aperate einfach abstellt und ihn in
Ruhe einschlafen lässt.
Er sieht von Tag zu Tag schlimmer aus! Und ich habe das Gefühl, dass
er das nicht so wollte. Also das wenn er mit mir sprechen könnte, er
mir sagen würde das er so nicht mehr leben mag.
Es ist alles sehr schwer für mich.
Und wenn ich mal einen Tag habe an dem ich nicht den ganzen Tag weinen
muß, habe ich gleich ein schlechtes Gewissen, dass ich nicht weinen
kann.
Ich weiß auch nicht was für ihn besser ist, denn selbst wenn er den
momentanen kritischen Zustand übersteht ist er noch lange nicht gesund
und muß noch viele viele Sachen über sich ergehen lassen.
Er hätte dann noch eine Lebenserwartung von 2-3 Jahren und ich denke
dass es für ihn schlimmer wäre zu wissen, dass er nur noch ein paar
jahre zu leben hat, als das er jetzt friedlich einschlafen könnte.
Ich möchte euch allen noch einmal für eure Anteilnahme danken!!!
Morgen habe ich einen Termin mit dem Arzt, der mir die weiteren
Schritte und seine Gesundheitssituation erklären wird.
Ich werde euch morgen nochmal erzählen was der Arzt mir gesagt hat.
Danke nochmal
Grüße
Stefanie
Medizin
« zurück zur Hauptseite...
Hallo Stefanie, hallo Newsgroup,
Stefanie wrote:
> Lieber Michael! Hallo Newsgroup !
>
> Ich danke dir für deine Auskunft!
> Wenn ich meinen Vater besuche lese ich ihm immer Geschichten aus
> seinem Lieblingsbuch vor und streichle ihm die Hand und erzähle ihm
> was alles neues passiert ist.
Das ist sicherlich so ziemlich das beste, was Du für ihn tun kannst!
> Er gibt mir immer wieder Kraft. Und manchmal denke ich er will mir
> sagen " mach dir keine Sorgen ich schaff das schon".
> Mir ist aber auch schon oft der Gedanke gekommen ob es nicht besser
> wäre für ihn wenn man die ganzen Aperate einfach abstellt und
ihn in
> Ruhe einschlafen lässt.
> Er sieht von Tag zu Tag schlimmer aus! Und ich habe das Gefühl, dass
> er das nicht so wollte. Also das wenn er mit mir sprechen könnte, er
> mir sagen würde das er so nicht mehr leben mag.
Hat er sich denn mal selber dazu geäußert, als er es noch konnte?
Vielleicht auch indirekt, z.B., wenn es um Krankheiten im Freundeskreis
ging?
Ich kenne solche Situationen von der ärztlichen Seite her: Wenn die
Chancen immer kleiner werden, das Risiko, als "Maximalerfolg" einen
schwerst pflegebedürftigen Patienten von der Intensiv zu entlassen (wenn
überhaupt), immer größer - dann fragt man sich natürlich,
ob das alles
noch Sinn hat. Da wäre es natürlich gut zu wissen, wie die
Einstellung
des Patienten ist - viele Menschen sagen "lieber gleich tot als ein
langes Leiden", andere sagen "Leben ist lebenswert, auch wenn ich
schwer
krank bin". Falls Dir irgendwas einfällt, was seine Meinung zu dem
Thema
verdeutlicht, erzähl es den Ärzten - es wird ihnen helfen, ein
Konzept
zu finden.
Mach Dir aber keine Vorwürfe, wenn Dir nichts dazu einfällt - viele
schwerkranke Patienten wollen einfach nicht über diese Dinge reden oder
verdrängen das Thema. Vielleicht ist das ja auch ein Vertrauensbeweis:
"Ich will da gar nicht dran denken, Ihr werdet schon das richtige für
mich tun"...
>
> Es ist alles sehr schwer für mich.
> Und wenn ich mal einen Tag habe an dem ich nicht den ganzen Tag weinen
> muß, habe ich gleich ein schlechtes Gewissen, dass ich nicht weinen
> kann.
Es ist schlimm, wenn ein geliebter Mensch leidet - und noch schlimmer,
wenn man nur danebensitzen kann, ohne es wirklich mit ihm zu teilen -
ich kenne das. Aber auch das danebensitzen hilft oft viel - dem Kranken
und dem, der danebensitzt...
Falls Dir noch niemand gesagt hast, daß Du kein schlechtes Gewissen
haben musst, tue ich es hiermit ;-)
Ich weiß, das hilft im Moment wenig - solche Dinge brauchen ihre Zeit.
So wie Du hier schreibst, traue ich Dir zu, daß Du selbst das Ganze
letztlich gut überstehen wirst. Und das würde Dein Vater doch
sicherlich
wollen, oder? Also nur keine Scheu: Dich gibt es auch noch, es ist
völlig ok, wenn Du jetzt nicht den Übermenschen mimst...
>
> Er hätte dann noch eine Lebenserwartung von 2-3 Jahren und ich denke
> dass es für ihn schlimmer wäre zu wissen, dass er nur noch ein
paar
> jahre zu leben hat, als das er jetzt friedlich einschlafen könnte.
Sprich den Gedanken morgen ruhig offen an.
>
> Ich möchte euch allen noch einmal für eure Anteilnahme danken!!!
> Morgen habe ich einen Termin mit dem Arzt, der mir die weiteren
> Schritte und seine Gesundheitssituation erklären wird.
> Ich werde euch morgen nochmal erzählen was der Arzt mir gesagt hat.
Sicher bin ich nicht der einzige, der gespannt darauf ist.
Gruesse
Michael
Hallo Michael, hallo Newsgroup!
Tut mir leid das ich erst so spät schreibe, aber in den letzten Tagen
ist do viel passiert das ich keine Zeit und keine Kraft hatte etwas zu
schreiben.
Als wir mit dem Arzt sprachen sagte er uns das mein Vater auch ein
Geschwür im 12 Finger-Darm hat, welches immer wieder zu bluten
beginnt.
Durch diese Blutungen könnte es sein das Giftstoffe wie Amoniak
freigesetzt werden und in das Gehirn eindringen. Und daraus könnten
Gehirnschäden entstehen.
Als ich das gehört habe war ich geschockt, denn ich weiß, dass das
schlimmste für meinen Vater wäre wenn sein gehirn nicht mehr 100 %
funktionieren würde.
Weiterhin sagte der Arzt auch dass sein Gesamtzustand sehr schlecht
wäre.
Der Kreislauf wäre ein sehr großes Problem.
Und wir müßten einfach abwarten.
Am Mittwoch nachmittag habe ich mich nach seinem Zustand erkundigt und
man sagte mir es sei sehr positiv, er habe keine Bakterien mehr im
Blut es es gehe Bergauf.
Am Mittwoch abend um 21.30 Uhr jedoch rief mich das Krankenhaus an und
meinte wir sollen vorbei kommen meinem Vater gehe es sehr schlecht.
Wir sind dann natürlcih gleich mit 180 Sachen ins Krankenhaus gedüst.
Dort teite uns der zuständige Arzt mit das mein Vater noch in dieser
Nacht sterben wird.
Das war natürlich ein riesen Schock für mich, da es ja am nachmittag
noch hieß es geht bergauf.
Ich habe mich (so gut man so was machen kann) von meinem Vater
verabschiedet.
Er hatte nur noch einen Blutdruck von 57 zu 27.
Mein Vater lebt heute noch!!!
In dieser besagten Nacht ging sein Blutdruck noch auf normalzustand
hoch.
Es ist den Ärzten auch unerklärlich, denn sie haben ihm keine Mittel
dafür gegeben!
Das kroteske daran ist , das meine Oma ( Die Mutter meines Vaters) in
dieser Nacht Ihren 77 Geburtstag feierte.
Ich weiß nicht ob das zu weit hergeholt ist, aber ich denke mein Vater
wollte nicht an dem Geburtstag meiner Oma sterben.
Glaubst so was ist möglich?
Seit Mittwoch leben sowohl wir als auch die Ärzte im ungewissen.
Die Ärzte sagen immer nur wir müssen abwarten, und das macht mich
verrückt!
Jedes mal wenn das Telefon klingelt bleibt mir fast das Herz stehen,
denn es könnte ja ein Anruf vom Krankenhaus sein!
Mein Vater ist ein sehr stolzer Mensch und er hätte nie ein Pflegefall
sein wollen. Er wollte nie auf andere angewiesen sein.
Ich wäre mittlerweile wirklich froh wenn er endlich seinen Frieden
finden könnte.
Ich danke euch fürs zuhören!
Liebe Grüße
Stefanie
Stefanie schrieb:
> Ich wäre mittlerweile wirklich froh wenn er endlich seinen Frieden
> finden könnte.
der vater von lieben freunden ist dieser tage ebenfalls in einem
krankenhaus in deutschland am sterben. und weils ein katholisches ist
und er als privatpatient anrecht auf das volle mass christlicher
betreuung hat, dauert und dauert es..
es gibt leider zu wenig ärzte, die mit morphinen grosszügig sind -
und
wenn sies sind, setzt man sie in u-haft.
(ich weiss, dass das problem "sterbehilfe" komplexer ist, als die
obige,
etwas saloppe feststellung. aber der aktuelle zustand der
bedingungslosen sterbeabwendung um und, dies vor allem, FÜR jeden
preis, kanns ja auch nicht sein..)
i.
--
ignaz schmucki ~ CH 3600 thun
http://www.igu.ch