Medizin

www.medizin-deutschland.info

« zurück zur Hauptseite...


Hallo,

habe da eine Frage zum Thema künstliche Ernährung durch Magensonde.

Bei manchen Patienten wird nach einer Darm-OP für einige Tage eine
künstliche Ernährung angeordnet. Manchmal wird über einen zentralen
Venenkatheter die Ernährung durchgeführt, doch darum geht es mir hier
nicht.

In einigen Fällen wird über die Nase-Rachen-Speiseröhre eine Magensonde
gelegt, um den Patienten künstlich zu ernähren.

Meine Frage dazu:

Was spricht dagegen, dass der Patient die Lösung direkt trinkt, anstatt
direkt über eine Magensonde zu ernähren? Mir ist unklar, warum die
Speiseröhre dadurch überbrückt wird. Welchen Sinn hat das?

Vorausgesetzt der Patient ist bei Bewußtsein und kann Schlucken...

--
Viele Grüße,
Adrian




Adrian Milac schrieb:
>
> Was spricht dagegen, dass der Patient die Lösung direkt trinkt, anstatt
> direkt über eine Magensonde zu ernähren? Mir ist unklar, warum die
> Speiseröhre dadurch überbrückt wird. Welchen Sinn hat das?
>
Hallo,

mit der Magensonde kann man die Flüssigkeit langsam und gleichmässig
über den ganzen Tag und die Nacht zuführen, das geht mit Trinken nicht.
Könnte aber sein das langsam und gleichmässig kurz nach der OP besser
für den Darm ist.
Vielleicht schmeckt ja auch die Lösung schlecht bis abscheulich.

Bye


"Uwe Hercksen" schrieb im Newsbeitrag
news:3F1FE626.9060904@mew.uni-erlangen.de...
> Hallo,
>
> mit der Magensonde kann man die Flüssigkeit langsam und gleichmässig
> über den ganzen Tag und die Nacht zuführen, das geht mit Trinken
nicht.
> Könnte aber sein das langsam und gleichmässig kurz nach der OP besser
> für den Darm ist.
> Vielleicht schmeckt ja auch die Lösung schlecht bis abscheulich.

Hallo, und danke für Deine Antwort.

Aber daraus erlese ich, dass im Endeffekt keine wirklich relevanter
medizinischer Grund für das legen einer Magensonde vorliegt.

Ich habe hier gefragt, weil einem Verwandten eine Stoma-OP (nein nicht
wegen Krebs) blüht und vorgeschlagen wurde nach der OP erst Mal per
Magensonde ein bis drei Tage zu ernähren. Er will aber auf keinen Fall
einen ZVK oder eine Magensonde akzeptieren. Er hat aus seiner
Vergangenheit auch einen guten Grund dazu. Das Problem ist, dass er im
wahrsten Sinne des Wortes "durchdrehen und austicken" würde, wenn ihm
jemand bei Bewußtsein einen ZVK oder Magensonde zu legen versucht.

Grüße, Adrian


Hallo Adrian, hallo Newsgroup,

Adrian Milac wrote:

> Ich habe hier gefragt, weil einem Verwandten eine Stoma-OP (nein nicht
> wegen Krebs) blüht und vorgeschlagen wurde nach der OP erst Mal per
> Magensonde ein bis drei Tage zu ernähren. Er will aber auf keinen Fall
> einen ZVK oder eine Magensonde akzeptieren. Er hat aus seiner
> Vergangenheit auch einen guten Grund dazu. Das Problem ist, dass er im
> wahrsten Sinne des Wortes "durchdrehen und austicken" würde, wenn ihm
> jemand bei Bewußtsein einen ZVK oder Magensonde zu legen versucht.
>

Na wenn´s nur das ist: Sowohl der ZVK als auch die Magensonde werden
normalerweise vom Anästhesisten *vor* der OP, aber *nach* der
Narkoseeinleitung gelegt, der Patient bekommt also nichts davon mit.

hth

Michael


"Uwe Hercksen" schrieb

> Vielleicht schmeckt ja auch die Lösung schlecht bis abscheulich.
>

Ja ;-) ich habe es mal probiert, ist fürchterlich fettig. Aber wenn es
selten bis nie oral verabreicht wird, warum gibt es das Zeug dann in
so vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen?
Gruß
Gudrun


"Adrian Milac" schrieb:

>Ich habe hier gefragt, weil einem Verwandten eine Stoma-OP (nein nicht
>wegen Krebs) blüht und vorgeschlagen wurde nach der OP erst Mal per
>Magensonde ein bis drei Tage zu ernähren.

Vermutlich liegt hier ein Missverständnis vor: in den ersten Tagen
nach der OP wird die Magensonde zur *Ableitung* von Magensaft und
Speichel verwendet, damit der frisch operierte Darm keiner unnötigen
Belastung ausgesetzt wird.

Die Ernährung erfolgt so lange intravenös.
Ist der Pat. in gutem Zustand kann es über drei oder vier Tage auch
über periphere Infusionen gehen. Aber viel Kaloriendichte kann man
*so* nicht zuführen.

Der ZVK würde in dem Fall natürlich (wie auch die Ablaufsonde) in der
Narkose appliziert.

Ein Ernähren durch die Sonde gibt es bei einer Stoma OP nicht. Sie
wird entfernt, wenn die Ausleitung nicht mehr notwendig ist.
Nahrungsaufbau erfolgt dann oral.

servus
robby

--
Dieses Posting enthielt zwei subliminale Botschaften


"Gudrun Ewald" schrieb:

>> Vielleicht schmeckt ja auch die Lösung schlecht bis abscheulich.
>
>Ja ;-) ich habe es mal probiert, ist fürchterlich fettig. Aber wenn es
>selten bis nie oral verabreicht wird, warum gibt es das Zeug dann in
>so vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen?

Weil die Geschmacksaromen auch bei Verabreichung über eine PEG oder
eine transnasale Sonde anscheined aufstoßen.
Wurde mir jedenfalls von Pat. so berichtet.

mfg
Jörg

--
Fachwissen über Diabetes mellitus; besonders für interessierte
Diabetiker und medizinisches Personal. BZ-Tagesprofilverwaltung und
Arbeitszeitverwaltung für Excel, sowie ein Diabetes-(Online)-Quiz
finden Sie auf meiner Homepage: http://www.diabetesinfo.de/


Robert Kunz schrieb:

>>Ich habe hier gefragt, weil einem Verwandten eine Stoma-OP (nein nicht
>>wegen Krebs) blüht und vorgeschlagen wurde nach der OP erst Mal per
>>Magensonde ein bis drei Tage zu ernähren.
>
>Vermutlich liegt hier ein Missverständnis vor: in den ersten Tagen
>nach der OP wird die Magensonde zur *Ableitung* von Magensaft und
>Speichel verwendet, damit der frisch operierte Darm keiner unnötigen
>Belastung ausgesetzt wird.

Ich hab das zwar noch nie gesehen, aber wäre es nicht auch möglich bei
diesem Pat. (Psyche!) die Ableitung über eine PEG zu realisieren?
Ist zwar stärkeres Geschütz als eine MS aber immer noch besser als
eine Retraumatisierung. Ebenso könnte ich mir da eine Femoralis-ZVK
vorstellen, wenn der am Oberkörper nicht toleriert würde.

mfg
Jörg

--
Fachwissen über Diabetes mellitus; besonders für interessierte
Diabetiker und medizinisches Personal. BZ-Tagesprofilverwaltung und
Arbeitszeitverwaltung für Excel, sowie ein Diabetes-(Online)-Quiz
finden Sie auf meiner Homepage: http://www.diabetesinfo.de/