Liebe Medizin-Freunde!
ich hatte vor 10 Tagen ein schreckliches Erlebnis:
Die Vorgeschichte: Ich war in den Wochen und Monaten vor dem Ereignis
stark unter Streß, und hatte viel geistige und körperliche Arbeit zu
leisten. Hinzu kam in den beiden Wochen davor zu wenig Schlaf (max.
4-5 Stunden täglich). Am Tag vor dem Ereignis hatte ich sehr viel
Streß, hatte viel geschwitzt, und hatte sehr wenig gegessen und
vielleicht auch zuwenig getrunken. In der Nacht vor dem Ereignis
schlief ich erst gegen 3 Uhr nachts ein, und hatte somit ca. 2 Stunden
geschlafen, als es passierte. Das Handy lag ca. 2 m entfernt auf der
Anrichte.
Ich wurde um 5 Uhr morgens von dem Brummen eines Vibrations-Handies
wach und hatte plötzlich ca. 15 Sekunden lang das Gefühl, daß
starker
Strom durch meinen Körper fließt. Es war nicht das Gefühl,
eines
kurzen Stromschlags, sondern eher, als sei ich an eine
Starkstromleitung angeschlossen. Dabei sprang ich auf, rannte durch
die Wohnung, schrie, so laut ich konnte, und hatte Todesangst.
Währenddessen war ich ziemlich klar bei Verstand: ich erkannte meinen
Freund, und schrie ihn an, er solle mir helfen.
Das Gefühl nahm ab und endete, als mein Freund das Handy ausschaltete.
Danach sackte ich zusammen und war kurz davor, ohnmächtig zu werden.
Ich war sehr schwach, hatte Herzrasen und stand unter Schock. Ich
wimmerte, weinte, und fühlte mich, als hätte ich tatsächlich
einen
Stromunfall erlitten.
Mein Freund brachte mich in die Notaufnahme eines nahegelegenen
Krankenhaus, wo u.a. mein Blut untersucht und ein EKG erstellt wurde.
Bis auf leicht erhöhte Herzwerte konnten keinerlei unnormale Werte
gemessen werden. Die Ärztin wollte mich zwar noch einige Tage zur
Beobachtung behalten, aber da ich mich durch das mehrstündige Liegen
gut erholt hatte, und wieder "fit" fühlte, verließ ich das
Krankenhaus
noch am selben Tag.
Ich hatte drei Tage nach dem ersten Ereignis noch ein zweites mal ein
ähnliches Gefühl, allerdings wesentlich schwächer und nur ca. 6
Sekunden lang. Das zweite Ereignis war zu exakt derselben Zeit,
nämlich 5 Uhr morgens. Allerdings hatte ich zwei Stunden vorher
wachgelegen, und geriet nicht unter Schock, wie beim ersten mal. Ich
fühlte mich eher wie gelähmt von dem Strom.
Zwischen den beiden Ereignissen hatte ich ebenfalls nicht wenig Streß.
Nun habe ich Angst, daß ich irgendwann wieder ein so starkes
Strom-Gefühl habe, wie beim ersten mal. Wenn ich mein Schlafzimmer
betrete, fährt mir ein Schauer über den Rücken, und ich
muß mich jeden
Abend überwinden, ins Bett zu gehen.
Bei einer weiteren Blutuntersuchung vom Hausarzt nach 6 Tagen hatten
sich auch die Herzwerte normalisiert. Dieser riet mir, viel zu
schlafen, viel zu trinken, und empfahl mir, mich an einen Neurologen
zu wenden.
Für übermorgen habe ich nun einen Termin bei einem Neurologen.
Ich vermute derzeit, daß das Brummen des Handies das Faß nur zum
überlaufen brachte, trotzdem habe ich noch Angst wenn ich in die Nähe
des betreffenden Handies komme.
Nun meine Fragen:
1. Wie kann ich in Zukunft verhindern, daß ich das Gefühl von
Starkstrom in meinem Körper habe? Muß ich damit rechnen, daß
das
Strom-Gefühl bei der nächsten Streß-Situation wiederkehrt?
2. Kann es sein, daß das Strom-Gefühl durch eine Überreizung
der
Nerven hervorgerufen wurde? Kann das Magnetfeld vom Elektromotor in
dem Vibrations-Handy etwas mit dem Anfall zu tun haben, oder war es
eher das Aufschrecken aus dem Tiefschlaf?
3. Da Nerven ja auch Strom leiten, frage ich mich, ob die zuvor
über Wochen angestaute innere Anspannung zu einer Art
"Entladung" bzw.
zu einem unkontrollierten Stromfluß im Nervensystem geführt hat, das
mir ein reales Strom-Gefühl vermittelt hat. Können die Faktoren
körperliche Ermüdung, Streß, Nährstoffmangel, Schlafmangel
sowie das
Brummen des Vibrationshandies allein zu dem Ereignis geführt haben,
oder habe ich noch etwas übersehen?
5. Wie heißt die Krankheit, und wie kann sich der
Krankheitsverlauf entwickeln?
6. Gibt es Therapiemöglichkeiten/Medikamente? Welchen Einfluß hat
regelmäßiger Sport? Was könnte negative Auswirkungen haben?
7. Gibt es eine Anlauf- oder Hilfestelle?
8. Literaturhinweise/Links/Kontakte?
Ich bin für jede Hilfe dankbar!
Thomas
jasminum@freenet.de
Medizin
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"Thomas" schrieb
> ich hatte vor 10 Tagen ein schreckliches Erlebnis:
>
>
Hi Thomas
Das klingt SEHR nach dem Beginn einer Panikstörung. Panikattacken gehen
einher mit einer Vielzahl psychischer Symptome (Angst zu sterben,
durchzudrehen oder wahnsinnig zu werden) und noch mehr körperlichen
Symptomem wie (Herzrasen, Schwitzen. Schwindel, Kribbeln ...). So wie Du es
beschrieben hast ist es für mich eindeutig denn GENAU so fing es bei mir
auch an, mitten in der Nacht der erste Anfall, Notarzt gerufen, ab in die
Klinik und natürlich keine körperliche Ursache gefunden. Nach ca. 45
Minuten
war der Spuk vorbei. Nach 2 Wochen die gleiche Prozedur, wieder Notarzt,
wieder Klinik und wieder nichts gefunden. Im Laufe der nächsten Wochen
wurde
es immer schlimmer, mehrer Attacken täglich und die permanente Angst vor
der
nächsten Attacke. Lass es nicht soweit kommen, gehe so schnell wie
möglich
zum Neurologen oder Psychiater. Mit dem Handy hat das sicher nicht viel zu
tun.
Gruß
Mateo
Thomas schrieb:
>
> Die Vorgeschichte: Ich war in den Wochen und Monaten vor dem Ereignis
> stark unter Streß, und hatte viel geistige und körperliche
Arbeit zu
> leisten. Hinzu kam in den beiden Wochen davor zu wenig Schlaf (max.
> 4-5 Stunden täglich). Am Tag vor dem Ereignis hatte ich sehr viel
> Streß, hatte viel geschwitzt, und hatte sehr wenig gegessen und
> vielleicht auch zuwenig getrunken. In der Nacht vor dem Ereignis
> schlief ich erst gegen 3 Uhr nachts ein, und hatte somit ca. 2 Stunden
> geschlafen, als es passierte. Das Handy lag ca. 2 m entfernt auf der
> Anrichte.
Hallo,
ich denke Du warst massiv dehydriert was dann auch Auswirkungen aufs
Gehirn hatte.
Bye
"Mateo Kahmann" schrieb:
>
> "Thomas" schrieb
>
> > ich hatte vor 10 Tagen ein schreckliches Erlebnis:
> >
> >
...willkommen im Verein :o(
>
> Hi Thomas
>
> Das klingt SEHR nach dem Beginn einer Panikstörung. [...]
...glaub ich auch. Hatte ich auch.
Mein Tipp dazu: informieren, das Problem/die Angst versuchen klar zu
fassen (was durchaus das schwierigste sein kann), Stressvermeidung,
Psychotherapie (am besten in der Gruppe, man lernt sofort, daß man
*nicht* der einzige ist, im Gegenteil - bist Du Nähe Hamburg empfehle
ich das UKE)...
http://www.panikattacken.at/
http://www.panik-attacken.de/html/index.html
Viel Erfolg, gute Genesung,
Denis
Hallo,
On Mon, 21 Jul 2003 19:35:45 +0200, Thomas wrote:
>Liebe Medizin-Freunde!
Bei meiner derzeitigen Tätigkeit (Lernen nicht fürs Leben, sondern
fürs IMPP) relativiert sich der empathische Charakter dieser Anrede
doch sehr stark! ;-)
>ich hatte vor 10 Tagen ein schreckliches Erlebnis:
[Gefühl einer Stromdurchflutung des Körpers bei massivem Dsy-Stress]
Diese Symptome können einerseits auf taktile Halluzinationen
hinweisen, was bei verschiedenen psychiatrischen Krankheitsbildern
vorkommt, die wiederum verschiedentlich ausgelöst werden können
(Stress, das hast Du ja selbst in den Mittelpunkt gestellt, wirkt
sicherlich förderlich auf so etwas).
Andererseits können hier auch Symptome einer epileptischen Störung
zum
Vorschein kommen. Das mag zwar eigenartig klingen, ist es aber nicht,
wenn man weiss, dass Epilepsien nicht nur die Motorik, sondern auch
die Sensorik isoliert betreffen können. Deine Wahrnehmung kommt auf
alle Fälle bei komplex-partiellen Anfällen vor.
Diese Aussagen führen dazu, dass die von Dir erwähnte
Überweisung zum
Neurologen genau richtig ist.
>2. Kann es sein, daß das Strom-Gefühl durch eine
Überreizung der
>Nerven hervorgerufen wurde? Kann das Magnetfeld vom Elektromotor in
>dem Vibrations-Handy etwas mit dem Anfall zu tun haben, oder war es
>eher das Aufschrecken aus dem Tiefschlaf?
Nur ganz kurz: Eine Reizung der Nerven durch elektromagnetische
Einwirkungen etc. kann zwar nicht zur Gänze ausgeschlossen werden [1].
Jedoch ist das Zutreffen Deiner Vermutung extrem unwahrscheinlich,
denn eine entsprechende Störung würde vor allen Dingen
*unspezifische"
neurologische Störungsbilder hervorrufen (vegetativ, sensorisch,
motorisch in absteigender Empfindlichkeits-Reihenfolge). Deine
Symptomatik dagegen beschreibst Du als explizit sehr spezifische
Wahrnehmung.
HTH, CU Marc
[1] Untersuchungen von sogenanntem "Elektrosmog" am optischen
Nervensystem (das als ausgesprochen empfindlich für derartige
Einflüsse angesehen werden muss) zeigen IIRC bislang, dass eine
Schädigung z.B. durch Handystrahlen verschiedener Frequenzbänder
nicht
in Frage kommt. Dazu wurde an "meinem" Institut (bei dem ich
promoviere) erst neulich eine Arbeit vorgestellt, wobei die globale
Studienlage recht ausführlich diskutiert wurde.
--
Its a dangerous business, Frodo, going out your door,
you step onto the road, and if you dont keep your feet,
theres no knowing where you might be swept off to...
[Bilbo Baggins]
Hallo Mateo!
ich hätte Dir gerne ein Email geschickt, aber leider ist meine
Nachricht an Mateo k@hotmail.com zurückgekommen. Vielleicht ist Deine
Mailbox voll...
Wie kann ich Dich denn sonst erreichen?
Vielen Dank für Deine schnelle Antwort!
Thomas
Liebe Medizin-Freunde!
ich hatte vor 10 Tagen ein schreckliches Erlebnis:
Die Vorgeschichte: Ich war in den Wochen und Monaten vor dem Ereignis
stark unter Streß, und hatte viel geistige und körperliche Arbeit zu
leisten. Hinzu kam in den beiden Wochen davor zu wenig Schlaf (max.
4-5 Stunden täglich). Am Tag vor dem Ereignis hatte ich sehr viel
Streß, hatte viel geschwitzt, und hatte sehr wenig gegessen und
vielleicht auch zuwenig getrunken. In der Nacht vor dem Ereignis
schlief ich erst gegen 3 Uhr nachts ein, und hatte somit ca. 2 Stunden
geschlafen, als es passierte. Das Handy lag ca. 2 m entfernt auf der
Anrichte.
Ich wurde um 5 Uhr morgens von dem Brummen eines Vibrations-Handies
wach und hatte plötzlich ca. 15 Sekunden lang das Gefühl, daß
starker
Strom durch meinen Körper fließt. Es war nicht das Gefühl,
eines
kurzen Stromschlags, sondern eher, als sei ich an eine
Starkstromleitung angeschlossen. Dabei sprang ich auf, rannte durch
die Wohnung, schrie, so laut ich konnte, und hatte Todesangst.
Währenddessen war ich ziemlich klar bei Verstand: ich erkannte meinen
Freund, und schrie ihn an, er solle mir helfen.
Das Gefühl nahm ab und endete, als mein Freund das Handy ausschaltete.
Danach sackte ich zusammen und war kurz davor, ohnmächtig zu werden.
Ich war sehr schwach, hatte Herzrasen und stand unter Schock. Ich
wimmerte, weinte, und fühlte mich, als hätte ich tatsächlich
einen
Stromunfall erlitten.
Mein Freund brachte mich in die Notaufnahme eines nahegelegenen
Krankenhaus, wo u.a. mein Blut untersucht und ein EKG erstellt wurde.
Bis auf leicht erhöhte Herzwerte konnten keinerlei unnormale Werte
gemessen werden. Die Ärztin wollte mich zwar noch einige Tage zur
Beobachtung behalten, aber da ich mich durch das mehrstündige Liegen
gut erholt hatte, und wieder "fit" fühlte, verließ ich das
Krankenhaus
noch am selben Tag.
Ich hatte drei Tage nach dem ersten Ereignis noch ein zweites mal ein
ähnliches Gefühl, allerdings wesentlich schwächer und nur ca. 6
Sekunden lang. Das zweite Ereignis war zu exakt derselben Zeit,
nämlich 5 Uhr morgens. Allerdings hatte ich zwei Stunden vorher
wachgelegen, und geriet nicht unter Schock, wie beim ersten mal. Ich
fühlte mich eher wie gelähmt von dem Strom.
Zwischen den beiden Ereignissen hatte ich ebenfalls nicht wenig Streß.
Nun habe ich Angst, daß ich irgendwann wieder ein so starkes
Strom-Gefühl habe, wie beim ersten mal. Wenn ich mein Schlafzimmer
betrete, fährt mir ein Schauer über den Rücken, und ich
muß mich jeden
Abend überwinden, ins Bett zu gehen.
Bei einer weiteren Blutuntersuchung vom Hausarzt nach 6 Tagen hatten
sich auch die Herzwerte normalisiert. Dieser riet mir, viel zu
schlafen, viel zu trinken, und empfahl mir, mich an einen Neurologen
zu wenden.
Für übermorgen habe ich nun einen Termin bei einem Neurologen.
Ich vermute derzeit, daß das Brummen des Handies das Faß nur zum
überlaufen brachte, trotzdem habe ich noch Angst wenn ich in die Nähe
des betreffenden Handies komme.
Nun meine Fragen:
1. Wie kann ich in Zukunft verhindern, daß ich das Gefühl von
Starkstrom in meinem Körper habe? Muß ich damit rechnen, daß
das
Strom-Gefühl bei der nächsten Streß-Situation wiederkehrt?
2. Kann es sein, daß das Strom-Gefühl durch eine Überreizung
der
Nerven hervorgerufen wurde? Kann das Magnetfeld vom Elektromotor in
dem Vibrations-Handy etwas mit dem Anfall zu tun haben, oder war es
eher das Aufschrecken aus dem Tiefschlaf?
3. Da Nerven ja auch Strom leiten, frage ich mich, ob die zuvor
über Wochen angestaute innere Anspannung zu einer Art
"Entladung" bzw.
zu einem unkontrollierten Stromfluß im Nervensystem geführt hat, das
mir ein reales Strom-Gefühl vermittelt hat. Können die Faktoren
körperliche Ermüdung, Streß, Nährstoffmangel, Schlafmangel
sowie das
Brummen des Vibrationshandies allein zu dem Ereignis geführt haben,
oder habe ich noch etwas übersehen?
5. Wie heißt die Krankheit, und wie kann sich der
Krankheitsverlauf entwickeln?
6. Gibt es Therapiemöglichkeiten/Medikamente? Welchen Einfluß hat
regelmäßiger Sport? Was könnte negative Auswirkungen haben?
7. Gibt es eine Anlauf- oder Hilfestelle?
8. Literaturhinweise/Links/Kontakte?
Ich bin für jede Hilfe dankbar!
Thomas
jasminum@freenet.de
"Thomas" schrieb
> ich hatte vor 10 Tagen ein schreckliches Erlebnis:
>
>
Hi Thomas
Das klingt SEHR nach dem Beginn einer Panikstörung. Panikattacken gehen
einher mit einer Vielzahl psychischer Symptome (Angst zu sterben,
durchzudrehen oder wahnsinnig zu werden) und noch mehr körperlichen
Symptomem wie (Herzrasen, Schwitzen. Schwindel, Kribbeln ...). So wie Du es
beschrieben hast ist es für mich eindeutig denn GENAU so fing es bei mir
auch an, mitten in der Nacht der erste Anfall, Notarzt gerufen, ab in die
Klinik und natürlich keine körperliche Ursache gefunden. Nach ca. 45
Minuten
war der Spuk vorbei. Nach 2 Wochen die gleiche Prozedur, wieder Notarzt,
wieder Klinik und wieder nichts gefunden. Im Laufe der nächsten Wochen
wurde
es immer schlimmer, mehrer Attacken täglich und die permanente Angst vor
der
nächsten Attacke. Lass es nicht soweit kommen, gehe so schnell wie
möglich
zum Neurologen oder Psychiater. Mit dem Handy hat das sicher nicht viel zu
tun.
Gruß
Mateo